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Kingfisher – ziemlich durchwachsen

Inhaltsverzeichnis

Der auf Baumärkte spezialisierte Londoner Einzelhändler Kingfisher musste im ersten Halbjahr einen deutlichen Gewinn- und Umsatzrückgang hinnehmen.

Niedrigerer Umsatz, höherer Marktanteil

Im am 31. Juli 2022 beendeten ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2022/2023 verringerte sich der Umsatz von Kingfisher um 4,1 Prozent auf 6,81 Milliarden britische Pfund (umgerechnet etwa 7,76 Milliarden Euro), währungsbereinigt lag der Rückgang bei 2,8 Prozent. Damit wurden die Erwartungen der Branchenanalysten getroffen. Gleichzeitig konnte der Marktanteil gesteigert werden, wobei das Management keine konkreten Werte angibt.

Erklärt wird der leichte Umsatzrückgang mit starken Vorjahresergebnissen, als die staatlichen Corona-Beschränkungen den Verkauf von Heimwerker-Produkten ankurbelten. Im Vergleich zu vor drei Jahren – vor Ausbruch der Corona-Pandemie – wurde der Umsatz dabei sogar um 16,6 Prozent gesteigert, zudem lief es im zweiten Quartal besser als im ersten.

Im Heimatmarkt Großbritannien und Irland verringerte sich der Umsatz im ersten Halbjahr im Vorjahresvergleich um 11,6 Prozent, in Frankreich gab es ein Minus von 3 Prozent zu vermelden. Dem stehen teils deutliche Zuwächse im restlichen internationalen Geschäft gegenüber, in dem der Umsatz insgesamt um 19,5 Prozent stieg. Dynamischster Markt war dabei Polen mit einem Umsatzplus von 25,9 Prozent. Im Vergleich zu 2019 gab es in allen Märkten zweistellige prozentuale Zuwächse.

Beim Internethandel fiel der Umsatz im ersten Halbjahr wegen pandemiebedingt wieder stärkerer Frequentierung der Ladengeschäfte um 18,8 Prozent, gegenüber 2019 bleibt aber immer noch ein sattes Plus von 156,3 Prozent.

Niedrigerer Gewinn, aber guter Start ins dritte Quartal

Beim bereinigten Vorsteuergewinn ging es für Kingfisher im ersten Halbjahr um 29,5 Prozent nach unten auf 472 Millionen Pfund. Dieser Wert liegt aber zumindest knapp über den Schätzungen der Experten und wird erneut mit starken Vergleichswerten aus dem Vorjahr erklärt. Am stärksten trugen Großbritannien und Irland mit 339 Millionen Pfund bei – ein Rückgang von 41,3 Prozent –, gefolgt von Frankreich mit 129 Millionen Pfund (plus 0,3 Prozent) und Polen mit 94 Millionen Pfund (plus 58,6 Prozent).

Im laufenden dritten Quartal des Geschäftsjahres konnte Kingfisher bis zum 17. September das Umsatzminus auf 0,7 Prozent verringern, gegenüber 2019 bedeutet das einen Zuwachs um 15,2 Prozent. Vor allem in den Bereichen Outdoor, Küchen sowie Bad & Lagerung werden die Verkaufstrends vom Management als „robust” beschrieben, auch der Internethandel entwickle sich gut.

Gesenkter Ausblick – Aktie fällt

Nachdem das Kingfisher-Management mit den Bilanzzahlen zum ersten Quartal für das gesamte Geschäftsjahr 2022/2023 einen Vorsteuergewinn in Höhe von 770 Millionen Pfund in Aussicht gestellt hatte, wird diese Prognose nun leicht nach unten korrigiert. Zwar sei man bisher auf Kurs, doch nach dem Durchspielen mehrerer Szenarien, die das Potential einer unsichereren makroökonomischen Umgebung berücksichtigen, wird nur noch ein Gewinn in einer Bandbreite von 730 bis 770 Millionen Pfund angestrebt. Die Anleger reagieren auf diese Neuigkeiten verschnupft, die Kingfisher-Aktie lag im vormittäglichen deutschen Handel phasenweise um bis zu 8 Prozent im Minus. Bis zum Mittag konnte das Minus aber auf etwa 5 Prozent bei einem Kurs von 2,76 Euro reduziert werden.