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Kann der Staat in der gewünschten Höhe Schulden machen?

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Die Corona-Pandemie und der Stopp der Energielieferungen aus Russland haben Deutschland in eine tiefe Krise gestürzt. Der Bund nahm bereits Milliarden in die Hand, um die dramatischen Folgen abzumildern. Weitere Milliarden sollen folgen.

Die finanziellen Mittel für unterschiedliche Rettungspakete sowie die Strom- und Gaspreisbremse, auch als Doppel-Wumms bekannt, kann der Staat nicht mal eben aus der Porto-Kasse nehmen. Zur Finanzierung der enorm hohen Kosten will der Bund sich 539 Milliarden Euro an den Geld- und Kapitalmärkten leihen. Damit wird die Rekordsumme in Höhe von 483 Milliarden Euro aus 2020 deutlich übertroffen. Im Vergleich zu diesem Jahr steigen die Anleihe-Emissionen um rund ein Fünftel.

Laut tagesschau.de sprechen die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) von einem „Paukenschlag“. „Es war zwar klar, dass der Finanzbedarf des Bundes angesichts der gewaltigen Ausgaben zur Abfederung der Energiekrise auf Rekordkurs gehen würde“, wird Analyst Elmar Völker zitiert. „Ein Aufschlag von rund 20 Prozent gegenüber 2022 bei den Gesamtemissionen ist indes beachtlich.“

Erhebliches Defizit muss finanziert werden

Vor allem wegen der Strom- und Gaspreisbremse wird unser Staat im kommenden Jahr ein Defizit machen. Die Ausgaben werden die Einnahmen deutlich übersteigen.

Neben den neuen Schulden, die der Staat zur Finanzierung der Rettungspakete aufnehmen muss, werden 2023 zudem Bundesanleihen und andere Bundeswertpapiere von mehr als 325 Milliarden fällig, die der Bund refinanzieren muss.

Vater Staat braucht also eine Menge Geld im kommenden Jahr. Geld, das über die Ausgabe von Anleihen in die Staatskasse gespült werden soll. Bei der benötigten Menge müssen wir uns jedoch die Frage stellen, ob überhaupt genügend Abnehmer für die Anleihen gefunden werden können. Das könnte für Deutschlands Schuldenmanager zur großen Herausforderung werden. Zumal die Europäische Zentralbank (EZB) als großer Käufer ausfällt.

EZB fällt als Geldgeber aus

In den vergangenen Jahren hatte die Notenbank Anleihen aus den Euro-Ländern über mehr als fünf Billionen Euro erworben, um die Inflationsrate anzuheben. Diese Zeiten sind jedoch vorbei. Die Teuerung liegt auf Rekordniveau und die Währungshüter straffen die Geldpolitik, um die Inflationsrate zu dämpfen. Deshalb erhöht die EZB zum einen die Zinsen und kauft zum anderen seit Ende Juni keine neuen Anleihen mehr auf. Auslaufende Papiere werden zwar noch ersetzt, aber Experten gehen davon aus, dass auch dies 2023 eingeschränkt wird.

Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, erwartet laut Handelsblatt, dass die Länder der Währungsunion allein im ersten Quartal bei ihren Anleihen ohne EZB-Käufe eine dreieinhalbmal so hohe Nachfrage generieren müssen wie in den beiden Vorjahren. Kann das gelingen? Und was passiert, wenn nicht genügend Abnehmer gefunden werden?

Die Finanzagentur des Bundes versucht zu beruhigen. „Mein Eindruck ist, dass die Nachfrage nach Bundesanleihen nach wie vor hoch ist“, wird Tammo Diemer, Geschäftsführer der Finanzagentur, im Handelsblatt zitiert.

Was Sie jetzt tun sollten

Bedenken Sie, dass sich in der jüngsten Vergangenheit zahlreiche Expertenprognosen nicht erfüllt haben. Setzen Sie deshalb besser eine eigene Strategie auf, um mehr oder weniger unbeschadet durch die Krise zu kommen. Unterstützung bietet Ihnen „Sicheres Geld“, der Beratungsbrief für kritische Anleger, die aktiven Vermögensschutz wollen.