Jungheinrich setzt auf Automatisierung und Expansion
Die Jungheinrich-Aktie hat sich in den vergangenen Monaten deutlich erholt. Der deutsche Intralogistik-Spezialist, der vor allem für seine Gabelstapler, automatischen Transportsysteme und Lagertechnik bekannt ist, profitiert von zwei Entwicklungen: Einerseits steigt die Zuversicht, dass Unternehmen wieder stärker in Logistik- und Lagerautomatisierung investieren. Zum anderen sorgt das milliardenschwere Konjunkturprogramm der Bundesregierung für zusätzlichen Rückenwind im Heimatmarkt.
Zwischen Unsicherheit und neuen Chancen
Zwar schwankte die Nachfrage nach neuen Geräten zuletzt, doch das margenstarke Service- und Ersatzteilgeschäft stabilisiert die Ergebnisse. Mit einer operativen Rendite von rund 8 % liegt Jungheinrich weiterhin auf einem ähnlichen Niveau wie im letzten Zyklus. Hinzu kommt, dass die Auftragslage erste Erholungssignale zeigt – zuletzt überstieg der Auftragseingang wieder den Umsatz. Dennoch bleibt das Umfeld unsicher: Vor allem unklare US-Handelszölle könnten geplante Projekte in Nordamerika verzögern.
Strategie 2030+: ehrgeizige Ziele
Im neuen Plan „Strategie 2030+“ hat sich das Management ambitionierte Vorgaben gesetzt. Bis dahin soll der Umsatz auf zehn Milliarden Euro wachsen. Dies soll durch eine Mischung aus geografischer Expansion – insbesondere in Nordamerika und Asien – sowie einer breiteren Produktpalette erreicht werden. Neben den klassischen Elektrostaplern rücken zunehmend automatisierte Lager- und Fördersysteme in den Vordergrund. Kooperationen, etwa mit EP Equipment, sollen das Angebot um Robotik und automatisierte Fahrzeuge erweitern.
Interessant ist dabei, dass Jungheinrich bei den Margen vorsichtig bleibt. Mit einer operativen Marge von 10 % peilt das Unternehmen nur eine moderate Verbesserung an. Dies verdeutlicht die starke Konkurrenzsituation in einem Markt, in dem auch Rivalen wie KION, Toyota Industries und Honeywell ihre Anteile ausbauen wollen.
Fazit
Jungheinrich steht vor einem Spagat: Einerseits bieten sich durch den Automatisierungsboom in der Logistik gewaltige Chancen. Andererseits dämpfen globale Risiken und starker Wettbewerb die kurzfristigen Aussichten. Für Sie als Anleger bedeutet das: Die langfristigen Wachstumstreiber sind weiterhin intakt, doch kurzfristig ist Durchhaltevermögen gefragt.