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HSBC – Steigende Zinsen lassen die Gewinne sprudeln

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Die britische Großbank HSBC Holding hat 2022 besser verdient als erwartet und insbesondere im vierten Quartal hohe Gewinnzuwächse erzielt. Die Aktie gewinnt leicht dazu.

Sonderbelastungen gut weggesteckt

Das nach Assets größte europäische Finanzinstitut ist dabei, sich neu aufzustellen. Dazu gehört auch die Trennung von Unternehmensteilen. So steht das Frankreich-Geschäft vor dem Verkauf. HSBC hat deshalb rund 2,4 Milliarden Dollar als Sonderbelastung der geplanten Transaktion in den Jahresabschluss 2022 eingestellt. Um den operativen Erfolg der Bank zu bewerten, sind deshalb die um Sondereffekte bereinigten Zahlen wesentlich aussagekräftiger. Und da sieht es für 2022 und hier vor allem für das Schlussviertel sehr gut aus.

Die bereinigten Umsätze schnellten im vorigen Jahr um 18% auf 55,3 Milliarden Dollar nach oben. Im vierten Quartal war der Anstieg mit 38% auf 15,4 Milliarden Dollar sogar noch mehr als doppelt so stark. Ähnlich gut sieht es bei den Gewinnen aus. Hier schlugen, wie bei fast allen Banken, die steigenden Zinsen positiv zu Buch.

HSBC konnte 2022 die Nettozinsmarge um beeindruckende 0,28 Prozentpunkte auf 1,48% hochschrauben. Da gleichzeitig die Ausgaben nur minimal kletterten – in bereinigter Rechnung um 1,2% auf 30,5 Milliarden Dollar – verbesserte sich der Gewinn vor Steuern im gesamten Geschäftsjahr um 16,5% auf 24 Milliarden Dollar.

Gewinnsprung im vierten Quartal

Nach Steuern betrug das Plus 13,6% auf 16,7 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 62 Cents auf 74 Cents, also um 19,4%. Das ist mehr als Analysten im Durchschnitt erwartet hatten.

Die Aktionäre sollen daraus eine um 15% höhere Dividende von 32 Cents erhalten. Zudem stellte das Management eine Sonderdividende von 21 Cents je Aktie in Aussicht, wenn der vereinbarte Verkauf des Kanada-Geschäfts über die Bühne gegangen ist. Das wird Ende des Jahres erwartet, so dass die Sonderdividende Anfang 2024 fließen könnte.

Im vierten Quartal 2022 konnte HSBC seine Gewinne noch weitaus deutlicher steigern. Die bereinigten Erträge vor Steuern katapultierte die Bank um stolze 92% auf 6,8 Milliarden Dollar nach oben.  Auch für das laufende Geschäftsjahr 2023 erwartet der Vorstand eine anhaltende Aufwärtsbewegung bei Umsätzen und Erträgen, angetrieben durch ein deutlich wachsendes Zinseinkommen und nur gering steigende Kosten.

Über 40 Prozent Kursplus seit Oktober 2022

Im Vormittagshandel legt die HSBC-Aktie nach anfänglich nur knapp behaupteten Kursen im Verlauf um knapp 2% auf rund 7,20 Euro zu. In den letzten drei Monaten waren die Notierungen der in Asien stark aufgestellten Großbank bereits um mehr als ein Viertel geklettert, seit dem Tief vom Oktober 2022 sogar um über 40%.