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Helma Bau – Da bröckelt der Putz gewaltig

Inhaltsverzeichnis

Bei Helma Eigenheimbau hat es kürzlich ordentlich gescheppert. Nachdem sich die Aktie innerhalb kürzester Zeit mehr als halbiert hat, stellt sich nun die Frage: Jetzt einsteigen?

Gute Zahlen für das 1. Halbjahr

Mitte August war die Welt noch in Ordnung. Der Mittelständler aus Lehrte meldete für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres einen Auftragseingang von 197,4 Millionen Euro. Mit diesem Ergebnis wurde der Rekordwert aus dem Vergleichszeitraum des Vorjahres nochmals um rund 200.000 Euro übertroffen.

Überproportional stieg der Auftragsbestand zum Stichtag 30. Juni 2022 auf knapp 384 Millionen Euro gegenüber nahezu 267 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Auf Grundlage dieser Zahlen prognostizierte der Firmenvorstand für das gesamte Geschäftsjahr einen Auftragseingang von 350 bis 360 Millionen Euro.

Im ersten Halbjahr stieg das Vorsteuerergebnis um gut 8 Prozent auf 13,5 Millionen Euro, das Ergebnis nach Steuern stieg geringfügig von 8,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 8,9 Millionen Euro. Entsprechend wuchs das Ergebnis je Aktie von 2,17 auf 2,23 Euro. Doch Ende Mai kam alles anders…

Prognose einkassiert – Aktie stürzt weiter ab

Am 26. September berichtete das Unternehmen in einer ad hoc-Mitteilung von der Insolvenz eines „wesentlichen Subunternehmers“. Dies werde maßgebliche Auswirkungen haben. Nach Angaben des Vorstands würden sich Umsätze in das Jahr 2023 verschieben, überdies sei mit wesentlichen Kostensteigerungen zu rechnen. Die Prognose für das Gesamtjahr 2022 wurde dementsprechend einkassiert, nunmehr erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 300 und 320 Millionen Euro nach den zuvor prognostizierten 360 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis soll statt – mit wie seinerzeit vorhergesagt – nicht 30 Millionen Euro, sondern 20 Millionen Euro betragen.

Für die Aktie gab es danach kein Halten mehr. Der Kurs der Helma Aktie stürzte fast im Handumdrehen von knapp 40 auf rund 25 Euro. Momentan liegen die Papiere mit rund 30 Euro nur geringfügig über diesem Niveau. Schon seit Jahresbeginn hatte die Helma Aktie ordentlich Prügel einstecken müssen. Denn vom historischen Hoch bei 70 Euro, das Anfang Januar erreicht wurde, ging es stetig und deutlich bergab.

Helma Aktie jetzt ein Kauf?

Auf den ersten Blick scheint die Helma Aktie günstig. Ich erinnere jedoch an die die alte Börsianer-Weisheit, wonach Anleger nie in ein fallendes Messer greifen sollten. Denn momentan gibt es Druck von mehreren Seiten.

Zum einen die Insolvenz des Subunternehmers. Zwar hat der Vorstand die Folgen bereits kalkuliert. Doch ob es dabei bleibt, ist mir nicht so recht klar. Was aber viel schwerer wiegt, ist das momentan alles andere als günstige Umfeld für den Bau eines Eigenheims. Die Hypothekenzinsen sind beinahe dramatisch gestiegen, sodass sich viele der oft zitierten „Normalverdiener“ Wohneigentum nicht mehr leisten können. Zu allem Überfluss sind die Banken bei der Vergabe von Immobiliendarlehen weitaus restriktiver als noch vor gut einem Jahr. Was auch daran liegt, dass Kauf- und/oder Bauinteressenten durch die hohe Inflation und die exorbitant gestiegenen Energiekosten unglaublich viel Kaufkraft entzogen wird. Meine Meinung zur Helma Aktie: derzeit besser nicht einsteigen.