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Hella – Es werde Licht

Inhaltsverzeichnis

Der Lippstädter Autozulieferer Hella konnte seinen Umsatz im Auftaktquartal deutlich steigern, der Gewinn blieb stabil. Der Ausblick wird trotz vieler Unsicherheitsfaktoren bestätigt.

Starkes Wachstum dank Internationalisierung

Im am 31. August 2022 beendeten ersten Quartal des Rumpfgeschäftsjahres 2022 – das nur sechs Monate umfassen wird, da zum Jahreswechsel das Geschäftsjahr auf das Kalenderjahr umgestellt wird – konnte Hella seinen Umsatz um 21,6 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro steigern. Währungs- und portfoliobereinigt fiel das Plus mit 16,3 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro etwas niedriger aus.

Alle Geschäftsbereiche trugen kräftig zum Wachstum bei. So steigerte die Lichtsparte ihren Umsatz um 22,8 Prozent auf 838 Millionen Euro und profitierte dabei von höheren Produktionsvolumina vor allem in China und Mexiko. Der Bereich Elektronik wuchs um 26,6 Prozent auf 799 Millionen Euro, was u.a. mit einer hohen Nachfrage nach Produktlösungen für Energiemanagement begründet wird. Nicht ganz so dynamisch entwickelte sich das kleinste Segment Lifecycle Solutions mit einem Umsatzanstieg von 6,4 Prozent auf 240 Millionen Euro.

Regional betrachtet lief es für die Tochter des französischen Faurecia-Konzerns außerhalb Europas am besten. Im Markt Asien/Pazifik/Rest der Welt schnellte der Umsatz im Auftaktquartal um 57,3 Prozent auf 478 Millionen Euro nach oben, in Nord-, Mittel- und Südamerika um 34 Prozent auf 407 Millionen Euro.

Verhaltener lief es in Europa mit einem Umsatzplus von 4,7 Prozent auf 906 Millionen Euro, wobei ausgerechnet der Heimatmarkt Deutschland mit einem Rückgang von 4 Prozent bremsend wirkte – in den weiteren europäischen Ländern stieg der Umsatz immerhin um 14 Prozent.

Kostensteigerungen belasten den Gewinn

Das operative Ergebnis (EBIT) des MDAX-Konzerns sank im Vorjahresvergleich um 5,2 Prozent auf 75 Millionen Euro, das bereinigte operative Ergebnis blieb dagegen stabil bei 91 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge sank von 6,2 auf 5,1 Prozent, Hella arbeitete also weniger profitabel als ein Jahr zuvor.

Das ist in erster Linie den gestiegenen Kosten für Material, Energie und Logistik geschuldet, die durch die höheren Produktionsvolumina nicht komplett ausgeglichen werden konnten. Im Vergleich zum Vorquartal verbesserte sich die bereinigte EBIT-Marge allerdings um 2,6 Prozent.

Stabiler Ausblick unter Vorbehalt

Für den Zeitraum vom 1. Juni 2022 bis zum 31. Mai 2023 geht das Hella-Management weiterhin von einem Konzernumsatz zwischen 7,1 und 7,6 Milliarden Euro aus – bei einer bereinigten EBIT-Marge von 5,5 bis 7 Prozent. Grundlage für diese Prognose ist ein (von Experten erwarteter) Anstieg der weltweiten Automobilproduktion in diesem Zeitraum auf 80 bis 84 Millionen Fahrzeuge. Zudem darf es keine stärkeren Auswirkungen auf das Unternehmen durch die globalen Lieferkettenprobleme, die hohe Inflation, die Corona-Pandemie oder den Ukraine-Krieg geben. Die Hella-Aktie liegt im deutschen Mittagshandel in einem schwachen Marktumfeld um gut 2 Prozent im Minus bei etwa 68 Euro.