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Heidelberg Materials – Neuer Name, neues Glück?

Inhaltsverzeichnis

Der baden-württembergische Baustoffkonzern Heidelberg Materials war bis September 2022 als HeidelbergCement bekannt. Die erste Quartalsmitteilung unter dem neuen Namen fällt unspektakulär, aber solide aus.

Signifikantes Umsatzwachstum in allen Regionen

Im am 30. September 2022 abgeschlossenen dritten Quartals des Geschäftsjahres 2022 konnte Heidelberg Materials seinen Umsatz im Vorjahresvergleich vor allem als Folge von Preiserhöhungen um 15,7 Prozent auf 5,85 Milliarden Euro steigern. Das organische Wachstum belief sich auf 13,7 Prozent. Damit wurden die Erwartungen der Branchenanalysten übertroffen, die im Schnitt mit etwas über 5,7 Milliarden Euro gerechnet hatten. In den ersten neun Monaten des Jahres verbesserte sich der Umsatz um 12,9 Prozent (organisch: 12,3 Prozent) auf 15,8 Milliarden Euro.

In allen fünf Regionen, in denen Heidelberg Materials tätig ist, wuchs der Umsatz in einem zweistelligen prozentualen Umfang. Am besten lief es im Bereich Asien-Pazifik mit einer Verbesserung um 23,4 Prozent auf 978 Millionen Euro, gefolgt von Nord- und Osteuropa mit einem Plus von 16,5 Prozent auf 1,00 Milliarden Euro.

In West- und Südeuropa konnte der Umsatz um 14,2 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro gesteigert werden und in Nordamerika um 13,8 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro. Die geringste Wachstumsdynamik legte die Region Afrika-Östlicher Mittelmeerraum mit einem Umsatzplus von 11 Prozent auf 539 Millionen Euro an den Tag.

Gemischte Gewinnzahlen, aber besser als erwartet

Das operative Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor Abschreibungen (Operating EBITDA) steigerte Heidelberg Materials im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro, wobei sich auf vergleichbarer Basis ein Minus von 2,1 Prozent ergibt. Experten hatten im Vorfeld einen etwas niedrigeren Wert berechnet.

Vorstandschef Dominik von Achten betont, man habe das Ergebnis trotz der zunehmend widrigen Rahmenbedingungen dank konzernweiter Energiesparmaßnahmen, Kostendisziplin und Preisanpassungen in etwa auf Vorjahresniveau halten können. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2022 fiel das Operating EBITDA allerdings um 6,1 Prozent auf 2,72 Milliarden Euro.

Präzisierter Ausblick

Nachdem das Management von Heidelberg Materials seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2022 bereits mit dem Halbjahresbericht gesenkt hatte, erfolgt nun eine weitere Korrektur mit einem genauer festgesteckten Zielbereich. Ursprünglich hatte der DAX-Konzern mit einer leichten Steigerung des Operating EBIT gegenüber dem Vorjahr gerechnet, das nach dem zweiten Quartal aber zu einem leichten Rückgang korrigiert.

Jetzt wird als Folge der wegen steigender Zinsen und hoher Inflation nachlassenden Nachfrage sowie der volatilen Energie- und Rohstoffmärkte ein Wert zwischen 2,35 und 2,55 Milliarden Euro anvisiert (2021: 2,61 Milliarden Euro). Im ungünstigsten Fall würde das einen recht deutlichen Rückgang um etwa 10 Prozent bedeuten. Beim Umsatz geht das Management hingegen bereinigt um Konsolidierungs- und Wechselkurseffekte weiterhin von einem starken Anstieg aus. Die Heidelberg Materials-Aktie, die seit Jahresbeginn etwa ein Viertel ihres Werts verloren hat, reagiert kaum auf die Quartalszahlen. Nachdem es im frühen Handel noch um etwa 1,5 Prozent nach oben ging, liegt die Aktie im deutschen Mittagshandel entsprechend dem Gesamtmarkt leicht im Minus bei etwa 45,60 Euro.