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Goldman Sachs – 2022 alles andere als golden

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Die New Yorker Investmentbank Goldman Sachs hat 2022 noch schlechter abgeschnitten als es die schon seit längerem sehr pessimistischen Analysten vorausgesagt hatten. Vor allem das Schlussquartal hat die Ergebnisse verhagelt.

3.200 Beschäftigte müssen gehen

Goldman Sachs hatte die Märkte schon vorige Woche auf schlechte Zahlen für 2022 eingestimmt, indem es separat über Milliardenverluste in seinem Privatkundenbereich berichtet hatte, den es erst vor wenigen Jahren aufzubauen begonnen hat. Und außerdem gab der Investmentriese bekannt, dass er rund 3.200 Mitarbeiter abbauen werde.

Die vor Wall Street-Börsenstart gemeldeten schwachen Zahlen spiegeln die Probleme, denen sich Goldman Sachs gegenübersieht: Bei den Nettoumsätzen schrammte der Konzern zwar nur leicht an den gesenkten Prognosen vorbei, aber im Vergleich zum Vorjahr gab es herbe Einbußen. Sie fielen von 59,34 Milliarden Dollar im Jahr zuvor auf nur noch 47,37 Milliarden Dollar zurück – ein Minus von gut 20%.

Ergebnis je Aktie bricht im vierten Quartal ein

Beim Gewinn sieht es noch wesentlich dramatischer aus. Das Ergebnis  je Aktie halbierte sich 2022 nahezu, von 59,45 Dollar auf 30,06 Dollar. Prognostiziert hatten die Analysten im Durchschnitt mit 32,54 Dollar wesentlich mehr. Das Schlussquartal trug mit einem Ergebnis von 3,32 Dollar je Aktie gerade einmal gut 10% zum gesamten Jahresergebnis bei. Ein Jahr zuvor waren es mit 10,81 Dollar noch mehr als dreimal so viel gewesen. Erwartet worden waren im vierten Quartal am Markt immerhin noch 5,56 Dollar.

Goldman Sachs bekam die schwache Entwicklung der Aktien- und Rentenmärkte 2022 und der Rohstoffmärkte in den letzten Monaten des Jahres voll zu spüren und wurde härter von dem Abschwung getroffen als Rivalen wie JPMorgan Chase, Bank of America oder Citigroup. Sie mussten zwar ebenfalls deutliche Umsatz- und Gewinneinbußen hinnehmen, schnitten aber letztlich besser ab als es die Experten erwartet hatten.

Starker Rückgang bei Fusionen und Übernahmen

Goldman Sachs litt als weltweit führender „Dealmaker“ überdurchschnittlich stark von den dramatisch rückläufigen Fusionen, Übernahmen und Börsengängen. Die Zahl der Fusionen und Übernahmen sank vor allem in der zweiten Jahreshälfte im Rekordtempo. Die Kostenbelastung ging zwar 2022 auch zurück, mit 2% aber wesentlich weniger als die Einnahmen, weshalb die Gewinne so kräftig einbrachen.

Im vorbörslichen New Yorker Handel gab die Goldman Sachs-Aktie um fast 3 % auf Kurse um 364 Dollar nach. In Frankfurt fiel die Notierung im Nachmittagshandel ähnlich stark auf 336 bis 337 Euro zurück. Allerdings war die Aktie – wie die meisten Bankwerte – in den Monaten zuvor wegen der US-Zinswende kräftig geklettert, und zwar um fast 18 % im letzten halben Jahr.  Vor den Zahlen hatten 15 Analysten die Goldman Sachs-Aktie als Kauf eingestuft, 10 als Halteposition und zwei als Verkaufskandidat.