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Glücksspiel Aktien – Maus und Mäuse

Inhaltsverzeichnis

Glücksspiel und Wetten im Internet sind weltweit ein zig Milliarden Markt. Ob Aktien-Investments darin ethisch vertretbar sind, muss jeder Anleger selbst entscheiden.

Die berühmte „Lottofee“

Glücksspiel ist – der Dichter Theodor Fontane möge diese sachfremde Entlehnung seines legendären Zitats verzeihen – ein „weites Feld“: Lotto und Eurojackpot, Glücksspirale, Aktion Mensch und Platz an der Sonne, Superzahl, Super 6 und Spiel 77. Seitdem die dauergewellte Karin Tietze-Ludwig, vulgo die „Lottofee“, samstags abends in unmittelbarer Nähe zum „Wort zum Sonntag“ die Glückszahlen verlautbarte, träumen Millionen von Millionen. Und auch davon, ihren Chefs endlich, unmissverständlich und endgültig den Stinkefinger zu zeigen.

Das zig Milliarden-Ding

Gäbe es jene Lottofee noch heute, sie würde – mag sein – als Avatar ein unsterbliches Dasein im Internet führen und vielleicht einen der Anbieter für Online-Glücksspiele lobpreisen. Längst ist die Jagd auf Mäuse mit der Maus ein zig Milliarden Geschäft. Im Jahr 2022, so die Statistik, betrug das Umsatzvolumen stationärer Casinos und des Online-Glücksspielmarktes rund 265 Milliarden US-Dollar, nach gut 230 Milliarden Dollar im davorliegenden Jahr.

Es gibt nicht wenige Glücksspiel-Unternehmen, deren Aktien den Börsen gelistet sind. Diese sind für ethisch und nachhaltig orientierte Investoren respektive Investmentfonds genauso inakzeptabel wie Rüstungsfirmen. Andere Anleger wiederum, und das sind nicht wenige, haben so gut wie keine moralischen Bedenken und treffen ihre Investmententscheidungen fast ausschließlich unter Rendite-Gesichtspunkten und unter Berücksichtigung des jeweiligen Risikoprofils.

Glanz und Glamour

Las Vegas, aus dem Boden gestampft mitten in der Wüste von Nevada, ist der Inbegriff all dessen, was in den kühnsten Träumen vieler Menschen geschieht. Nichts ist unmöglich, wie es scheint. Glückseligkeit mit unvorstellbarem Reichtum ist von tiefster Pleite-Depression oft nur die paar Meter zwischen dem Roulette- und dem Poker-Tisch entfernt. Die Bank gewinnt immer, heißt es. In dem Fall, so die Hoffnung der Investoren, die Betreiber der Casinos. Drei Aktien im Schnellcheck.

Las Vegas Sands Corporation (WKN: A0B8S2). Die Aktie hat seit Mai vergangenen Jahres einen guten Lauf. Vom zyklischen Tief bei knapp 29 US-Dollar stiegen die Papiere auf aktuell rund 59 Dollar – eine knappe Verdopplung. Ein geschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das laufende Geschäftsjahr von nahezu 37 scheint recht üppig. Jetzt die Aktie zu kaufen, wäre mir zu riskant.

Wynn Resorts (WKN: 663244). Ein ähnliches Bild wie bei Las Vegas Sands. Von einem Kurs bei rund 50 US-Dollar im Juni 2022 hat sich die Aktie bis heute glatt verdoppelt. Das KGV von geschätzt rund 35 für das Geschäftsjahr 2023/2024 signalisiert, dass der Zeitpunkt zum Einstieg in den kommenden Monaten kommen könnte. Auch hier würde ich aber auf einen spürbaren Kursrücksetzer warten.

MGM Resorts (WKN: 880883). Auch bei dieser Aktie setzen Investoren auf eine glamouröse Zukunft. Haben doch die Papiere seit Jahresbeginn bereits nahezu 20 Prozent zugelegt, was auch hier für Euphorie, wenn nicht gar eine Überhitzung spricht. Für das laufende Geschäftsjahr 2023 erwartet der Analysten-Konsens ein KGV von knapp 40, das sich im Anschluss auf rund 20 halbieren soll. Momentan bezweifle ich, dass die Gewinne so stark steigen werden, um dieses KGV zu erreichen. Auch hier drängt sich der Einstieg nicht auf.

Online Casinos – deutscher Markt im Visier

Am 1. Juli 2021 wurden die Karten im deutschen Glücksspielmarkt neu gemischt. An diesem Tag nämlich trat der „Staatsvertrag zur Neuregulierung des Glücksspielwesens in Deutschland“ in Kraft. Erlaubt sind seitdem die zuvor unter einem Totalverbot stehenden Glücksspiele im Internet – demnach virtuelle Automatenspiele, Online-Poker sowie Online Casinospiele.

Politische Begründung für die Novelle war und ist bis heute, Spielerinnen und Spielern eine legale und sichere Alternative zu den auf dem „Schwarzmarkt“ angebotenen Spielen zu bieten. Verbraucherschützer und Suchtexperten sehen das wohl etwas anders. Investoren hingegen interessieren sich eher für die Renditechancen der börsennotierten Anbieter von Glücksspielen im Web.

Da insbesondere der deutsche Markt lukrativ scheint, wird das Internet gleichsam überschwemmt mit Empfehlungen aller Art. Listen und Testberichte, wie gut oder wie schlecht die Anbieter von Online Casinos in Deutschland tatsächlich oder vermeintlich sind, machen die Runde.

First Mover sind Plattform-Betreiber aus dem angelsächsischen und dem skandinavischen Raum. Dort wurden die Märkte schon vor Jahren liberalisiert und die früheren staatlichen Restriktionen aufgeweicht, wenn nicht beseitigt. Einige börsennotierte Unternehmen im Kurzcheck:

888 Holding (WKN: A0F640). Das im Jahr 1997 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz auf Gibraltar gilt als einer der weltweit führenden Anbieter von Online-Glücksspielen. Die Holding betreibt – gefühlt – unzählige Webseiten mit unterschiedlichen Internetadressen. Seit Dezember vergangenen Jahres hat die Aktie rund 20 Prozent zugelegt.

Bei der langfristigen Wertentwicklung über die vergangenen 10, 5 und 3 Jahre überwiegen allerdings die tief-roten Zahlen. Sollte der Analysten-Konsens mit seinen Schätzungen Recht behalten, wäre die Aktie ein idealer Turnaround-Wert für spekulative Investoren. So soll das KGV im laufenden Geschäftsjahr knapp 22 betragen, im Geschäftsjahr 2024 auf nur noch knapp 5 in den Keller rauschen. Übrigens: Vom historischen Hoch bei deutlich mehr als umgerechnet fünf Euro ist die Aktie Galaxien entfernt.

Betsson (WKN: A3DWE8). Das schwedische Unternehmen wurde bereits im Jahr 1963 unter dem damaligen Firmennamen AB Restaurang Rouletter gegründet. Später wurde die Firma in Cherryföretagen AB (Cherry) umgetauft. Zunächst beschäftigte man sich mit dem Betrieb von Spielautomaten.

Das änderte sich im Jahr 1998 mit dem Erwerb eines Minderheitsanteils an Net Entertainment. In dem Jahr stieg das Unternehmen in den Online-Glücksspielmarkt ein. Nach der Übernahme des britischen Sportwettenanbieters Betsson wurde der Firmenname erneut geändert, was bis heute noch gültig ist.

Die Schweden bieten im Internet Online-Poker, Casinospiele aller Art, Bingo und Sportwetten. Der Aktienkurs hat sich seit Februar vergangenen Jahres beinahe verdoppelt. Das Ende der Fahnenstange scheint indes noch nicht in Sicht, denn der Analysten-Konsens schätzt für das laufende und kommende Geschäftsjahr ein KGV von weniger als 10. Auch diese Aktie ist ausschließlich für risikofreudige Spekulanten geeignet. Ein Kauf käme für mich aber erst nach einem Kursrückgang infrage.

Bet-at-Home (WKN: A0DNAY). Der börsennotierte Anbieter von Online-Spielen und Sportwetten wurde im Jahr 1999 gegründet und hat seinen Sitz in der Stadt Düsseldorf. Nach den vorläufigen und ungeprüften Zahlen für das Geschäftsjahr 2022 konnte das Unternehmen wohl von der FIFA-WM in Qatar profitieren.

Die frühere Prognose, wonach das EBITDA in einer Bandbreite von -2 bis ‑4,5 Millionen Euro liegen sollte, wurden nunmehr mit einem vermutlichen EBITDA von ‑0,9 Millionen Euro spürbar übertroffen.

Dem Aktienkurs hat dies leider nicht auf die Beine geholfen. Seit dem Jahr 2017 kennen die Papiere nur eine Richtung – südwärts. In den vergangenen fünf Jahren kumulierte sich der Verlust auf mehr als 90 Prozent, in den vergangenen drei Jahren auf rund 82 Prozent.

Momentan fällt mir kein plausibler Grund ein, der den Kauf der Aktie jetzt oder in den kommenden Wochen rechtfertigen würde. Denn der FIFA-WM vergleichbare Sport Großereignisse stehen, sofern ich mich nicht täusche, heuer nicht auf der Agenda.

Kaufen oder nicht?

Meine Meinung ist kein Geheimnis: Aus ethischen und moralischen Gründen halte ich mich grundsätzlich von Rüstungs-, Tabak- und Casino-Aktien fern. Hätte ich keine Bedenken, würde ich bei den meisten der hier vorgestellten Werte dennoch nicht zugreifen. Dafür sind mir die Aussichten zu vage und die Risiken, (viel) Geld zu verlieren, zu groß.