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Geely-Aktie: So wollen die Chinesen Lotus schick für die Börse machen!

Inhaltsverzeichnis

Noch vor wenigen Jahren kannte in Europa kaum einer den Namen Li Shufu. Heute ist der chinesische Milliardär wohl der Inbegriff für die aggressive Expansionspolitik Chinas in der Autobranche.

2010 hatte sich der Gründer und Chef des chinesischen Autobauers Geely den europäischen Konkurrenten Volvo Cars einverleibt. Es folgten weitere Engagements wie der Taxihersteller London EV, Polestar, Proton, eine Beteiligung am deutschen Konzern Daimler und nicht zuletzt die Übernahme der britischen Rennsportmarke Lotus.

Geely will Lotus offenbar an die Börse bringen

Zu Letzterer gibt es nun neue Informationen, die auch für Sie als Anleger durchaus relevant sind. Denn offenbar hat Li Shufu mit Lotus Großes vor. Wie aus Medienberichten hervorgeht, lässt der Geely-Chef derzeit einen Börsengang der britischen Sportwagentochter prüfen.

Demnach soll Lotus innerhalb der nächsten beiden Jahre aufs Parkett gebracht werden. Dadurch sollen die nötigen Finanzmittel freigemacht werden, um die ambitionierte Expansion der Luxusmarke zu stemmen.

Zweiteilung: Rennautos in England – E-SUVs in China

Bereits im letzten Jahre hatte der Milliardär die Traditionsmarke aus dem englischen Hethel im Prinzip zweigeteilt. Am Stammsitz in England sollen weiterhin die klassischen Lotus-Sportwagen produziert werden.

In China wiederum plant die Geely-Tochter den Schritt in die Zukunft. So sollen in Wuhan schon Ende 2022 die ersten elektrifizierten Lotus-SUVs vom Band rollen. Der Börsengang soll sich übrigens auf diesen chinesischen Teil von Lotus („Lotus Technology“) konzentrieren.

Absatz-Boost in Aussicht

Für die britische Marke ist das ein Paradigmenwechsel. Bislang war das Unternehmen ausschließlich im sehr exklusiven Sportwagenbereich tätig. Entsprechend niedrig waren die Absatzzahlen. Im letzten Jahr verkaufte Lotus gerade einmal rund 1.700 Autos. Doch das dürfte sich durch die wesentlich erschwinglicheren SUVs drastisch ändern.

Dank des Engagements in China will Lotus bis 2028 pro Jahr 100.000 Fahrzeuge absetzen. Das wäre eine Steigerung um das 60-Fache. Die Geely-Tochter fährt damit eine ähnliche Strategie wie der deutsche Wettbewerber Porsche. Auch die Stuttgarter Edelmarke hatte ursprünglich ausschließlich Sportwagen produziert, stieg dann aber in den SUV-Bereich ein, was der hochprofitablen VW-Tochter den Weg in den Massenmarkt ebnete.

Geelys Milliardenwette

Lotus jedenfalls will sich bei seiner SUV-Offensive vor allem auf China fokussieren. Etwa die Hälfte der Umsätze soll in fünf Jahren aus dem chinesischen Markt kommen. Für Geely wird das Ganze natürlich kein Zuckerschlecken. Längst buhlen etliche auch ausländische Konkurrenten um Chinas wachstumsstarken Automarkt.

Geely geht damit finanziell ein hohes Risiko ein. Der Konzern hat seit dem Einstieg bei Lotus im Jahr 2017 mehr als drei Milliarden Pfund in das Unternehmen investiert, um aus dem strauchelnden Autobauer eine Zukunftsmarke zu machen. Dabei geht es vor allem um die Elektromobilität. Man wolle Lotus zu einem bedeutenden Anbieter von Elektrofahrzeugen machen, heißt es bei Geely.

Mein Fazit für Sie

Ob das Kalkül aufgehen wird, bleibt freilich abzuwarten. Gut möglich, dass sich die chinesischen Verbraucher von der Zugkraft der legendären Marke beeindrucken lassen. Viele Chinesen jedenfalls scheinen mittlerweile über ausreichend Geld zu verfügen, um sich einen Premium-SUV leisten zu können. Laut einer Schätzung der Unternehmensberatung McKinsey wurden bereits 2020 in der Volksrepublik drei Millionen Oberklasse-Wagen verkauft – mehr als in jedem anderen Markt.

Die Ausgangslage für die Geely-Tochter Lotus ist unterm Strich also gut. Es wird sich zeigen, ob auch die Investoren an der Börse diese Wachstumsfantasie schlucken werden. Bis dahin stehen Lotus, Geely und Li Shufu viel Arbeit bevor.