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Games Workshop-Aktie: Deal mit Amazon – unfassbar stark!

Inhaltsverzeichnis

Games Workshop ist ein Urgestein der Spielebranche. Falls Sie das Unternehmen nicht kennen sollten: Die 1975 gegründete, britische Firma war Europas erster Anbieter des Pen-&-Paper-Rollenspiels „Dungeons and Dragons“.

Dabei handelt es sich um ein analoges Spiel, bei dem die Mitwirkenden fiktive Rollen einnehmen und gemeinsam ein Abenteuer erleben – am heimischen Wohnzimmertisch mit Stift und Papier. Später wurde das Konzept von Videospielkonzernen digitalisiert. Alle heutigen virtuellen Rollenspiele wie beispielsweise „World of Warcraft“ basieren im Prinzip auf „Dungeons and Dragons“. Games Workshop hat damit den Grundstein für einen Milliardenmarkt gelegt.

Games Workshop: der Tabletop-Player

Heute ist das britische Unternehmen vor allem im Bereich Tabletop aktiv, ein analoges Strategiespiel, bei dem mit Miniaturfiguren in der Regel auf einem großen Tisch gespielt wird, der meistens als Schlachtfeld dekoriert ist. Games Workshop bietet hierfür ein Sortiment aus Figuren, Dekorationen und Spielplänen. Die Produkte sind inzwischen längst nicht mehr nur reine Spielwaren, sondern begehrte Sammlerobjekte, die je nach Alter, Seltenheit und Unversehrtheit hohe Preise bei Ebay und Co. erzielen können.

Games Workshop versorgt derzeit drei Franchises mit seinen Tabletop-Produkten:

  • „Warhammer Age of Sigmar“ (Mittelalter)
  • „Warhammer 40.000“ (dystopische Zukunft)
  • und „Herr der Ringe“ (Fantasywelt von J.R.R. Tolkien)

Amazon will „Warhammer 40.000“ auf den Fernsehbildschirm bringen

Jetzt hat das börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Nottingham den wohl größten Coup seiner jüngeren Vergangenheit gelandet. Vielleicht haben Sie es auch in den Medien gelesen: Games Workshop hat einen Vertrag mit Amazon unterzeichnet, um dem Mega-Konzern Film- und Serienrechte für „Warhammer 40.000“ zu verkaufen.

Amazon könnte dann zum Beispiel eine Serie zu diesem Franchise produzieren und auf seinem eigenen Streamingdienst veröffentlichen. Geht man davon aus, dass der filmische Content hochwertig produziert wird, dürfte das die Reichweite von „Warhammer 40.000“ massiv erweitern.

Games Workshop würde dann nicht nur die Lizenzgebühren von Amazon einstreichen, sondern hätte auch eine lukrative Werbeplattform für die entsprechenden Tabletop-Produkte an der Angel. Für die Aktie von Games Workshop ist der anlaufende Deal deshalb eine Wohltat erster Güte.

„Warhammer 40.000“: der Kampf um die Milchstraße

„Warhammer 40.000“ spielt im 41. Jahrhundert und stellt einen gewaltsamen Konflikt um die Vorherrschaft der gesamten Milchstraße dar. Dabei kämpfen verschiedene Menschengruppierungen und Alienrassen gegeneinander.

Interessant ist, dass die Aliens teilweise sehr stark an das Mittelerde-Franchise von Tolkien angelehnt sind  So gibt es in „Warhammer 40.000“ unter anderem futuristische Orks und Eldar („Sternenelben“). Da verwundert es kaum, dass Games Workshop inzwischen auch Tabletop-Produkte für „Herr der Ringe“ vertreibt. 

Doch das in den 80ern entwickelte „Warhammer 40.000“ ist selbst ebenfalls ein Vorbild für andere Franchises. So weisen die „Space Marines“ im Echtzeitstrategiespiel „Starcraft“ von Activision Blizzard unübersehbare Ähnlichkeiten zu den „Space Marines“ in „Warhammer 40.000“ auf.

Mein Fazit für Sie

Klar: Die Kooperation mit Amazon steckt noch in den Kinderschuhen. Es dürfte also noch einige Jahre dauern, bis zum Beispiel eine fertige Serie bei Amazon Video verfügbar sein wird.

Das Franchise „Warhammer 40.000“ an sich ist dank seiner Komplexität und kontinuierlichen Weiterentwicklung in den letzten Jahrzehnten aber eine hervorragende Grundlage, um daraus gleich mehrere zusammenhängende Serien oder Filme zu produzieren. Im besten Falle könnte sich daraus ähnlich wie bei Marvel oder Star Wars ein umfangreiches filmisches Universum ergeben, das die Zuschauer jahrelang in seinen Bann zieht.

Und nicht zuletzt gibt es Synergien in Sachen Mittelerde. Amazon hatte kürzlich die erste Staffel der Prequel-Serie „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ auf seinem Streamingdienst veröffentlicht. Games Workshop wiederum bietet wie oben erwähnt Tabletop-Produkte zu Tolkiens legendärer Fantasywelt. Hier wäre ein Cross-Marketing vorstellbar.

Es bleibt nun abzuwarten, wie genau sich die Partnerschaft zwischen Games Workshop und Amazon tatsächlich entwickeln und ob der Content am Ende Zuspruch finden wird. Die langfristige Perspektive der Games Workshop-Aktie hat sich freilich allein durch die Bekanntgabe deutlich verbessert.