Funkwerk digitalisiert Bahnverkehr und expandiert

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Funkwerk präsentiert sich als stabiler Player in einem Wachstumsmarkt. Als Ausrüster für Funksysteme im Bahnverkehr, Informationsanzeigen in Bahnhöfen und Videoüberwachungsanlagen agiert das Unternehmen in einem Umfeld, das zunehmend digitalisiert werden soll. Allerdings erschwert die Finanzlage der Bahn Investitionen, weshalb Funkwerk verstärkt in den Bereich Gebäudetechnik expandiert. Trotz dieser Anstrengungen entwickelt sich der Aktienkurs weniger dynamisch, was zu einer attraktiven Bewertung führt.

Wer steckt hinter Funkwerk?

Kerstin Schreiber steht seit zehn Jahren an der Spitze der Funkwerk AG und hat das Unternehmen erfolgreich saniert. Die wirtschaftliche Stabilität und die soliden Geschäftsergebnisse sind unübersehbar. Dennoch stagniert der Aktienkurs seit fast zwei Jahren bei knapp über 20 Euro, nachdem er im Frühjahr noch bei über 35 Euro lag. Diese Diskrepanz ist auf die Normalisierung der Umsätze und Gewinne nach den außergewöhnlichen Geschäftsjahren 2020 und 2021 zurückzuführen. Diese Jahre wurden durch ein Sonderinvestitionsprogramm des Bundes gestützt, das nun nicht mehr in gleichem Umfang zur Verfügung steht.

Sechs Monats-Chart zu Funkwerk AG

Funkwerk schwankt sehr dynamisch um die rote 200-Tage-Linie. (Quelle: Aktien-Screener)

Zukunftsstrategien und aktuelle Entwicklungen

Funkwerk setzt auf Innovation und Wachstum. Mit dem neuen Zugfunkstandard FRMCS auf Basis der 5G-Technologie erwartet das Unternehmen langfristig stabile Auftragseingänge. Diese Aufträge bringen zwar langfristige Stabilität, führen aber nicht unmittelbar zu Umsatzsteigerungen. Kerstin Schreiber betonte kürzlich, dass es sich um ein jahrzehntelanges Projekt handele und keine kurzfristigen Umsatzsprünge zu erwarten seien.

Darüber hinaus expandiert Funkwerk in die Gebäudetechnik und nutzt strategische Zukäufe, um sein Portfolio zu erweitern. Jüngstes Beispiel ist die Übernahme der Elektrotechnik und Elektronik Oltmann GmbH, die das Angebot im Bereich Fahrgastinformationssysteme stärkt.

Zahlen und Ausblick: Wie steht Funkwerk finanziell da?

Wir blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Der Konzernumsatz stieg um 18,3 % auf 156,3 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit 26,8 Mio. Euro über Plan. Trotz hoher Energiepreise und Beschaffungskosten konnte Funkwerk die Bruttomarge leicht verbessern. Die Finanzlage ist mit einer Eigenkapitalquote von 57,8 Prozent weiterhin stabil.

Für das Jahr 2024 prognostiziert Funkwerk einen Umsatz zwischen 158 und 165 Mio. Euro. Diese konservative Prognose könnte, wie in der Vergangenheit häufig geschehen, erneut übertroffen werden.

Fazit: Langfristige Chancen für geduldige Anleger

Funkwerk ist in einem Wachstumsmarkt tätig und bietet innovative Lösungen an, die langfristig Erfolg versprechen. Für langfristig orientierte und geduldige Anleger könnte die Aktie eine interessante Beimischung sein. Die niedrige Marktkapitalisierung und die konservativen Prognosen bieten Potenzial für eine positive Kursentwicklung in der Zukunft. Wer die geringere Liquidität, wie sie für Nebenwerte typisch ist, tolerieren kann, könnte mit Funkwerk auf einen echten „Hidden Champion“ stoßen, der in den kommenden Jahren für positive Überraschungen sorgen könnte.