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FREYR Battery-Aktie: Warum die Börse auf die Firma abfährt!

Inhaltsverzeichnis

Interessieren Sie sich für das Börsengeschehen, dann haben Sie in den letzten Wochen bestimmt mehrmals den Namen FREYR Battery gelesen. Die Börse jedenfalls ist von der jungen norwegischen Firma überzeugt. Auf 12-Monats-Sicht stand das Papier am Montagabend mit 11,2 Prozent im Plus (Stand: 21.11.2022; 17:30 Uhr, NYSE). Das ist angesichts der gesamten Entwicklung des Aktienmarktes in diesem Zeitraum durchaus bemerkenswert.

FREYR Battery: Energiespeicher für die Industrie

Schaut man sich FREYR Battery genauer an, wird einem schnell klar, warum das Unternehmen ein Hoffnungsträger ist. Wie der Name schon sagt, ist FREYR spezialisiert auf Batterien. Dabei geht es aber nicht nur um Akkus für Elektroautos, sondern vor allem um stationäre Energiespeicher. Diese sollen der Industrie helfen, erneuerbaren Strom zu speichern und damit einen Beitrag zur Dekarbonisierung zu leisten.

Gleich vorneweg: FREYR erwirtschaftet operativ noch keinen Umsatz – von einem Profit ganz zu schweigen. Noch befindet sich das Unternehmen im Aufbau. Doch das Potenzial der Norweger ist allemal vorhanden.

Gigafactory in Norwegen – Großkunde hat schon bestellt

FREYR plant aktuell gleich mehrere gigantische Batteriefabriken. Die erste hört auf den Namen „Giga Arctic“ und soll in Norwegen ab dem ersten Halbjahr 2024 Batterielösungen im industriellen Maßstab hervorbringen. Das Projekt jedenfalls ist bereits relativ weit fortgeschritten, auch weil viele Investoren die Batteriefabrik in Moi i Rana (nördliches Norwegen) mit üppigen Finanzmitteln unterstützen.

Aber nicht nur das: FREYR hat unlängst Teile seiner künftigen Produktion an Industriekunden versprochen. So will der japanische Hersteller von Elektromotoren Nidec in der zweiten Hälfte der 20er Jahre Lithium-Ionen-Batterien von FREYR im Volumen von mindestens 38 Gigawattstunden abnehmen. Das sorgt für Planungssicherheit und gefällt den Anlegern.

Zwei Kooperationen helfen bei Diversifizierung der Wertschöpfung

Ebenfalls positiv: FREYR setzt alle Hebel in Bewegung, um seine künftige Wertschöpfung sicherzustellen. So hatte man einen Vertrag mit dem japanischen Handelsunternehmen Itochu geschlossen, welches die Norweger mit Batteriematerialien versorgen soll.

Gleichzeitig will FREYR auch selbst bei den Vorprodukten aktiv werden. Hierfür schloss man kürzlich einen Lizenzvertrag mit der taiwanesischen Firma Aleees. Dadurch bekommt FREYR  das Recht zur Herstellung und zum Verkauf von LFP-Kathodenmaterial auf Basis der Aleees-Technologie.

Die Komponenten sollen vor allem in der eigenen Produktion genutzt werden, um LFP-Batterien im großen Stile herzustellen. Jene auf Lithium-Eisenphosphat basierenden Akkus sollen gegenüber konventionellen Lithium-Batterien langlebiger, sicherer und nicht zuletzt umweltverträglicher sein.

Fabrik in den USA: FREYR schielt auf Subventionen

FREYR Battery hat sich jedenfalls ambitionierte Ziele gesetzt. So plant das Unternehmen derzeit eine weitere Gigafactory in Finnland und auch einen Produktionsstandort in den USA. Bis 2030 wollen die Norweger eine Jahreskapazität von beachtlichen 200 Gigawattstunden erreichen.

Vor allem die kommende Fabrik in den USA sorgt an der Börse für reichlich Fantasie. Denn: FREYR wird hier wohl vom „Inflation Reduction Act“ profitieren und satte Subventionen einstreichen.  Inzwischen hat die Batteriefirma im US-Bundesstaat Georgia ein Grundstück gekauft, auf dem die Fabrik „Giga America“ entstehen soll. Geplante Jahreskapazität: mindestens 34 Gigawattstunden. Beobachter erwarten, dass auch private Investoren und Kunden den geplanten US-Standort signifikant unterstützen werden.

Mein Fazit für Sie

FREYR Battery hat das Zeug, zu einem wichtigen Akku-Player aufzusteigen – mit Rückendeckung privater Investoren, künftiger Kunden und der Politik. Die Firma jedenfalls zeigte sich zuletzt gewillt, beim Ausbau der Kapazitäten einen Zahn zuzulegen.

Klar: FREYR kann noch keine Produktion vorweisen. Ein Investment in die Aktie geht deshalb mit einem gewissen Risiko einher. Trotzdem signalisierte das Management in den letzten Monaten glaubhaft, dass sich die Firma auf relativ sicherem Boden bewegt. Dass FREYR am Ende scheitern könnte, ist deshalb meiner Meinung nach eher unwahrscheinlich.

Das sehen übrigens auch die meisten Analysten so. Laut Marketscreener lag das durchschnittliche Kursziel der Experten am 21. November bei 20,0 Dollar.  Zum Vergleich: Am Montag notierte die FREYR Battery-Aktie im US-Handel bei 13,5 Dollar (Stand: 21.11.2022, 17:30 Uhr). Das wäre ein Plus von rund 48 Prozent.