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Essity – saubere Sache

Inhaltsverzeichnis

Die schwedische Essity ist ein weltweit führender Hersteller von Hygienepapier. Leider hat die Aktie schon bessere Zeiten gesehen.

Was genau macht Essity?

Wir haben hier ein schwedisches Unternehmen, das seinen Verwaltungssitz in Stockholm hat. Denken wir an Skandinavien, so kommt uns als erstes der Gedanke: viel Holz vor der Hütte, neben der Hütte sowie hinter der Hütte. Das dürfte hier auch passen.

Denn im Jahr 1995 wurde das ursprüngliche Unternehmen vom schwedischen Holzkonzern SCA übernommen. Im Jahr 2017 fand dann der Börsengang statt. Die Essity Aktie (WKN: A2DS20) wird neben der Heimatsbörse Stockholm auch in Deutschland und an der US‑amerikanischen Nasdaq OTC notiert.

Ihnen sagt das alles nichts. Dann lesen Sie weiter, denn auch in Deutschland dürfte Essity bekannt sein wie ein bunter Hund sozusagen. Denn zu den Hygiene-Marken gleichsam mit Kultstatus zählen – nicht nur – hierzulande: Tempo, Zewa, Tena, DANKE, Tork und Demak’Up. Außerdem produzieren die Schweden nicht zuletzt Hygieneprodukte für Handelsmarken. Vermutlich dürften diese etwa auch in Drogerieläden wie dm oder Rossmann zu finden sein.

Q3-Zahlen durchaus in Ordnung

Für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres lieferten die Schweden ganz gute Werte ab. Nicht unbedeutend ist, dass die Schätzungen des Analysten-Konsenses übertroffen wurden. Konkret:

Der Umsatz sprang um nahezu 30 Prozent auf 40,11 Milliarden Schwedische Kronen – nach 31,15 Milliarden Kronen im Vergleichszeitraum. Dies war mehr als jene 39,46 Milliarden Schwedische Kronen, die Analysten erwartet hatten. Demgegenüber schwächte sich der Gewinn spürbar ab. Denn im dritten Quartal verdienten die Skandinavier 2,81 Kronen je Aktie, im Vorjahreszeitraum waren es 3,33 Schwedische Kronen gewesen. Positiv: Die Analystenschätzungen lagen im Konsens mit 2,68 Kronen Gewinn je Aktie um einiges darunter.

Was spricht für das Unternehmen?

Um die Antwort vorwegzunehmen: nicht gerade wenig. Hier die Fakten, die mich zu dieser Einschätzung gelangen lassen. Zum einen hat Essity momentan eine ansehnliche Pricing-Power, wie es so schön im Dumm-Deutschen heißt. Nach Unternehmensangaben konnte man in den ersten neun Monaten die Preise um 12 Prozent erhöhen, ohne Umsatzeinbußen wohlgemerkt. Nicht gerade unwichtig in Zeiten mit nach wie vor hohen Inflationsraten.

Ein guter Schachzug waren auch die kürzlichen Übernahmen zweier Unternehmen. Komplett schluckte Essity die australische Firma Modibodi, 80 Prozent der Anteile griff man sich bei der kanadischen Firma Knix. Die beiden Unternehmen sind spezialisiert auf Produkte im Bereich der weiblichen Monatshygiene. Analysten betrachten diese Übernahmen positiv und sehen sie zugleich als wachstumsfördernd.

Weiteres Potenzial haben die Schweden, aus unserer Sicht: traurig, aber wahr, wegen der Insolvenz des Konkurrenten Hakle. Das Düsseldorfer Familienunternehmen, das in ein und demselben Universum unterwegs ist wie Essity, hatte Anfang September einen Antrag auf Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung gestellt.

Und was macht die Essity Aktie?

Der Aktienkurs spiegelt nach meiner Meinung nicht das Potenzial, das in dem Unternehmen steckt. Notierten die Papiere zu Jahresbeginn noch auf ihrem historischen Höchst-Niveau bei gut umgerechnet 29 Euro, so folgte danach ein tiefer Fall, der Ende September erst bei einem Kurs von knapp 20 endet.

In der Folge ging es ziemlich steil nach oben. Momentan notiert die Aktie sogar bei knapp 24 Euro. Seit dem Tief Ende September ein Plus von mehr als 20 Prozent in vergleichsweise kurzer Zeit. Ob ich die Essity Aktie jetzt kaufen würde? Durchaus, aber nicht im Übermaß. Die Bewertung mit einem geschätzten KGV von gut 17 für das kommende Geschäftsjahr scheint moderat, wenn nicht gar günstig für einen Konsumwert. Für Investoren mit Geduld – wobei wir einmal mehr von drei bis fünf Jahren sprechen – könnte sich der Einstieg jetzt lohnen.