Equinor erhöht Dividende trotz Gewinnrückgang

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Steigende Dividenden bei sinkendem Gewinn – das wirkt im ersten Moment widersprüchlich.

Genau das zeigte Equinor für das Geschäftsjahr 2025. Der norwegische Energie-Konzern steigerte die Fördermenge, hielt den operativen Cashflow stabil und erhöhte gleichzeitig die Ausschüttung. Für Sie als Dividenden-Anleger stellt sich damit die entscheidende Frage: Ist das ein Warnsignal – oder Ausdruck finanzieller Stärke?

Stabiler Cashflow trotz schwächerem Ergebnis

Der Umsatz stieg 2025 um 2,6% auf 106,5 Mrd. $. Die Produktion legte um 3,4% zu. Gleichzeitig sank der Ölpreis im Jahresverlauf. Das drückte auf die Margen. Der Gewinn fiel 2025 deutlich auf 5,1 Mrd. $.

Entscheidend ist jedoch der operative Cashflow: Mit 19,9 Mrd. $ blieb er konstant. Und genau hier liegt der Kern. Für Dividenden zählt nicht die Schlagzeile zum Gewinn, sondern der tatsächliche Mittelzufluss. Equinor erwirtschaftete ausreichend Liquidität, um Investitionen, Dividenden und Aktienrückkäufe aus dem laufenden Geschäft zu finanzieren. Das Geschäftsmodell blieb tragfähig – trotz zyklischem Gegenwind.

Disziplinierte Fokussierung statt Symbolpolitik

Equinor reduziert die Investitionen in diesem und im kommenden Jahr um 4 Mrd. $. Gleichzeitig sollen die operativen Kosten bis 2026 um 10% sinken.

Der Konzern konzentriert sich bewusst auf Projekte mit hoher Rentabilität: Ausbau der Öl- und Gasförderung rund um Norwegen, selektive internationale Vorhaben und ein deutlich langsamerer Ausbau der Offshore-Windkraft. Das ist keine Abkehr von erneuerbaren Energien, sondern eine disziplinierte Fokussierung auf Kapitalrendite.

Der norwegische Staat bleibt Großaktionär. Versorgungssicherheit und stabile Einnahmen haben hohe Priorität. Für Sie als Dividenden-Anleger bedeutet das: politische Einflüsse sind vorhanden, gleichzeitig sorgt die Eigentümerstruktur für strategische Kontinuität.

Die Produktion soll in den kommenden Jahren um rund 3% steigen. Ein höherer Ölpreis würde direkt auf Cashflow und Ergebnis wirken. Genau darin liegt der zyklische Hebel dieser Aktie – steigende Preise wirken überproportional auf Gewinn und Cashflow.

5,7% Dividendenrendite als laufender Ertrag

Die Basisdividende steigt von 0,37 auf 0,39 $ je Quartal. Zusätzlich plant Equinor Aktienrückkäufe von bis zu 1,5 Mrd. $.

Mit rund 5,7% Dividendenrendite gehört Equinor zu den renditestärkeren europäischen Großkonzernen. Wichtig ist: Die Ausschüttung wird durch den laufenden Cashflow gedeckt. Sie basiert nicht auf Hoffnung, sondern auf real erwirtschafteten Mitteln.

Gerade wenn Sie auf planbare Ausschüttungen zur Ergänzung Ihrer Altersvorsorge setzen, ist diese Stabilität entscheidend.

Fazit: Was sollten Sie jetzt tun?

Equinor kombiniert hohe laufende Rendite mit klarer Kapitaldisziplin und staatlich geprägter Stabilität. Der Gewinn schwankte – der Cashflow blieb stark. Die Dividende steigt weiter.

Für Sie als Dividenden-Anleger ist Equinor einen genaueren Blick wert, wenn Sie bereit sind, zyklische Schwankungen auszuhalten und dafür eine attraktive Ausschüttung zu erhalten. Prüfen Sie, ob ein Energie-Wert mit 5,7% Rendite Ihre Depot-Struktur sinnvoll ergänzt.

Equinor gehört für mich aktuell zu den interessantesten Energie-Titeln, weil Substanz, Cashflow und Ausschüttung zusammenpassen. Und genau diese Kombination entscheidet langfristig über stabile Renditen.