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Aktien: Ein General greift durch

Dass der neue Stabschef John Kelly den flegelhaften Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci nach nur 10 Tagen gefeuert hat, ist ein historischer Rekord. Das lässt viele hoffen, dass der frühere General künftig im Weißen Haus für Disziplin sorgen wird.

Ein Großmaul wurde abgesetzt

ZC (003)

Quelle: www.investmentnews.com

Neuer Stabs-Chef sorgt gleich am ersten Tag für Klarheit

Der frühere General der Marineinfanterie John Kelly hatte die sofortige Entlassung Antony Scaramuccis beim Präsidenten gleich an seinem ersten Arbeitstag im Weißen Haus durchgesetzt.

Der frühere Hedgefonds-Manager Scaramucci fiel von Anfang an durch unflätige Entgleisungen unter anderem gegen den unglücklich agierenden früheren Stabschef Reince Priebus („paranoid,  schizophren, toter Fisch“) auf.

John Kelly hat jetzt den Zugang zum Oval Office beschränkt und verlangt von allen Beratern und Mitarbeitern volle Transparenz hinsichtlich ihrer Geschäfte mit dem Präsidenten. Die Rolle des Stabschefs besteht besonders darin, den Zugang zum Präsidenten zu kontrollieren.

Offen bleibt, ob es John Kelly gelingen wird, den Präsidenten selbst und dessen Familie zu disziplinieren und zur Einhaltung politisch-moralischer Grundprinzipien zu bewegen.

Affentheater im Cockpit der US-Regierung

Sechs Monate nach seinem Amtsantritt hat US-Präsident Donald Trump keine legislativen Erfolge vorzuweisen. Die Schlagzeilen werden vielmehr von angeblich immer neuen Skandalen in der Russland-Affäre dominiert.

Donald Trump handelt meiner Einschätzung nach falsch. Er verweigert Mitarbeitern das, was er umgekehrt bedingungslos von ihnen einfordert: Loyalität. Seinen engsten Führungsstab behandelt er wie die Kandidaten in einer seiner Casting-Shows, die er möglichst medienwirksam feuern will.

Pleiten, Pech und Pannen

Gesetzgeberisch hat der neue US-Präsident Donald Trump im ersten halben Jahr wenig erreicht. Gravierende Beispiele sind das

  • erneute Scheitern der republikanischen Gesundheitsreform im US-Senat,
  • die verschlechterten Beziehungen zu Russland
  • und die Bedrohung durch Nordkorea.

Die Aufzählung könnte ich erheblich erweitern. Ich hatte mir von der Amtsführung Donald Trumps mehr erhofft.

Wird der neue Stabs-Chef Erfolg haben?

Ein Stabschef ist nicht nur der Zuchtmeister im Weißen Haus, sondern dient auch als Brückenbauer.

Der frühere Viersternegeneral John Kelly ist als langjährig erfahrener Militärführer darin geübt, große Organisationen zu leiten, aber auch gewohnt, Befehle zu empfangen, solche zu geben und diese befolgt zu sehen.

Er wird „nach unten“ klare Verhältnisse schaffen. Insider attestieren ihm Disziplin, Loyalität und Pflichtgefühl.

Die fehlende Erfahrung im gesetzgeberischen Apparat wird der ehemalige General durch strategische Erfahrung wettmachen. Dem neuen Stabschef fehlen aber die persönlichen Verbindungen zu vielen Kongressmitgliedern, um Ziele durchzusetzen.

Damit bleibt es fraglich, ob John Kelly die geplante Steuerreform retten kann, damit diese nicht scheitert wie Obamacare.

Mein Rat ist daher: Die geopolitischen Gefahren werden von Anlegern drastisch unterschätzt!

Die Masse der Anleger blendet die Gefahren der Geopolitik aus ihrer Investmentstrategie völlig aus. Mein Rat an Sie bleibt daher: Investieren Sie antizyklisch und zugleich defensiv, um Ihr Vermögen zu schützen und weiteres Kapital zu Ihrer Sicherheit aufzubauen.

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Über den Autor
Friedrich Lange

Friedrich Lange ist seit über 30 Jahren an der Börse aktiv und ein überzeugter Antizykliker. Er sucht gezielt nach wenig beachteten Branchen, Trends und Märkten.

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