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Boeing Aktie : Boeing Aktie: Talsohle erreicht?

Ein Hoffnungsschimmer in der Krise? Die Aktie des Flugzeugherstellers Boeing konnte am Dienstag um gut 20 Prozentpunkte zulegen – und das, obwohl das Unternehmen gleich an mehreren Fronten mit substanziellen Problemen zu kämpfen hat.

Nachdem etliche Boeing-Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt sind, hat die Konzernführung nun die Reißleine gezogen und die Produktion in den Werken im US-Bundesstaat Washington vorerst für zwei Wochen komplett auf Eis gelegt.

Boeing nicht existenziell gefährdet

Die Coronakrise trifft die gesamte Luftfahrtbranche besonders hart: Airlines, Hersteller und Zulieferer wurden kalt erwischt, als durch die Pandemie binnen kürzester Zeit ein Großteil der weltweiten Flugverbindungen von heute auf morgen gestrichen wurde. Dass in diesen Zeiten kaum eine Fluggesellschaft über die Bestellung neuer Jets nachdenkt, liegt auf der Hand. Aktuell sind viele mit dem eigenen Überleben beschäftigt.

Ganz so schlimm ist es bei Boeing noch nicht. Zwar sollen Topmanager, darunter auch Vorstandschef Dave Calhoun, bis Ende des Jahres keine Bezahlung mehr erhalten, Aktionäre müssen bis auf Weiteres auf eine Dividende verzichten und das eigentlich schon längst angekündigte Aktienrückkaufprogramm wurde abermals verschoben.

Doch immerhin scheint Boeing in der aktuellen Coronakrise nicht auf direkte staatliche Hilfen angewiesen zu sein. Der Konzern verweist auf seine Rücklagen und spart nun, wo es geht. Dennoch setzt sich Boeing für finanzielle Unterstützung der Luftfahrtbranche bei der US-Regierung ein – und dürfte dort auf offene Ohren stoßen. Immerhin ist der Flugzeugbauer einer der größten Arbeitgeber in den USA und Präsident Donald Trump muss angesichts der drohenden wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise zunehmend um seine angestrebte Wiederwahl im November bangen.

737 Max: Läuft Produktion im Mai wieder an?

Boeing selbst war bereits vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie massiv unter Druck geraten. Nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Todesopfern müssen sämtliche Maschinen des Typs 737 Max weltweit am Boden bleiben. Das Grounding dauert nun schon seit ziemlich genau einem Jahr an – ein Desaster für Boeing, immerhin war die Baureihe bis dato der Kassenschlager schlechthin.

Medienberichten zufolge hofft man bei Boeing, dass die 737 Max ab Mitte des Jahres wieder abheben darf. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, peilt der Hersteller offenbar an, die Produktion ab Mai wieder aufzunehmen. Offiziell bestätigt wurden diese Meldungen bislang nicht.

Stattdessen betonte Boeing, dass es vorrangig darum gehe, die 400 bereits gefertigten und zwischengeparkten Maschinen an Kunden auszuliefern. Dies würde eine vorherige Flugerlaubnis voraussetzen. Erst dann könne die Produktion schrittweise wieder hochgefahren werden. Man will den Lagerbestand fertiger Jets offenbar nicht noch größer werden lassen, zumal dies nicht nur einen erheblichen Kostenfaktor, sondern zunehmend auch logistische Probleme mit sich bringt.

Boeing Aktie: Goldman Sachs Analysten zuversichtlich

Analysten von Goldman Sachs zeigten sich zuletzt optimistisch. Nachdem Anleger die Boeing Aktie in den vergangenen Wochen hatten fallen lassen wie eine heiße Kartoffel, seien die bestehenden Risiken nun weitgehend eingepreist. Die Experten rechnen mit einer Bodenbildung und einer baldigen Kurserholung, wenn auch nicht auf Vorkrisenniveau.

Ihre Empfehlung stuften sie von „neutral“ auf „buy“ herauf, reduzierten gleichzeitig aber das Kursziel von 256 auf 173 Dollar. Auch darin liegt mit Blick auf den aktuellen Kurs jedoch gehöriges Aufwärtspotenzial: Nach ihrem gestrigen Kurssprung kostete die Boeing Aktie am Mittwoch rund 127 Dollar. Zuvor hatte sie binnen eines Monats mehr als 60 Prozent an Wert verloren.

Aktienchart

Boeing Aktie: Geht es 2020 wieder aufwärts?Boeing erwartet eine Starterlaubnis für die 737 Max im Sommer. Anleger und Analysten zeigen sich zuletzt skeptisch, die Aktie ist im Keller. › mehr lesen

 

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Über den Autor
Felix-Reinecke
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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