Boeing Aktie: Starker Jahresauftakt beflügelt Aktienkurs

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Die Luftfahrtbranche boomt – und mit ihr der Absatz von Verkehrsflugzeugen. Das schlägt sich nun auch in den Quartalszahlen von Boeing nieder.

Der US-Flugzeugbauer konnte seinen Gewinn im Auftaktquartal wesentlich deutlicher steigern als von Experten erwartet worden war. Der Gewinn je Aktie lag im Kerngeschäft bei 3,64 Dollar. Die Vorab-Schätzungen waren im Schnitt von 2,58 Dollar ausgegangen.

Starke Q1-Bilanz: Jahresprognose angehoben

Insgesamt fiel der Überschuss von Januar bis Ende März mit 2,5 Milliarden Dollar rund 57 Prozent höher aus als im Vorjahresquartal. Der Umsatz konnte im gleichen Zeitraum um 6 Prozent auf 23,4 Milliarden Dollar gesteigert werden und übertraf damit ebenfalls die Erwartungen: Experten hatten Boeing im Schnitt etwa 1 Milliarde weniger zugetraut.

Als Reaktion auf das überaus erfolgreiche erste Vierteljahr hob Boeing-Chef Dennis Muilenburg auch die Prognose für das Gesamtjahr deutlich an. 2018 soll demnach ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 14,30 und 14,50 Dollar erzielt werden. Damit wurde der Zielkorridor um satte 50 Cent angehoben im Vergleich zur Prognose, die das Unternehmen noch Anfang des Jahres herausgegeben hatte.

Im laufenden Jahr will Boeing insgesamt 810 bis 815 Passagier- und Frachtjets ausliefern. Die Zielvorgabe liegt damit etwas höher als beim europäischen Konkurrenten Airbus, der für 2018 die Auslieferung von 800 Maschinen anpeilt.

Rivale Airbus strauchelt

Apropos Airbus: Für das deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen verlief das erste Quartal weitaus weniger erfreulich als für den US-Rivalen. Grund dafür waren Schwierigkeiten bei den Zulieferern: Airbus stellte seine Jets planmäßig fertig, doch die dafür benötigten Triebwerke konnten nicht geliefert werden.

Dadurch verkaufte der Flugzeughersteller in den ersten drei Monaten des Jahres weniger Maschinen als geplant und machte weniger Umsatz, hält aber dennoch an seiner Jahresprognose fest. Nach entsprechenden Zusicherungen der Triebwerkslieferanten hält es Airbus-Chef Tom Enders für realistisch, den bisherigen Rückstand in der zweiten Jahreshälfte noch aufzuholen.

Auch die perspektivischen Absatzziele von Airbus sind ehrgeizig. Bislang werden vom Verkaufsschlager A320 etwa 50 Maschinen pro Monat ausgeliefert, bereits im kommenden Jahr sollen es 63 Stück sein. Auf lange Sicht peilt Airbus den die Produktion von 75 Jets dieses Typs pro Monat an.

Boeing Aktie legt kräftig zu

Die Auftragsbücher sind prall gefüllt, das trifft auf Airbus und Boeing gleichermaßen zu. Die Zulieferer dürften angesichts des anziehenden Produktionstempos sowie steigender Qualitätsanforderungen, bei Triebwerken etwa mit Blick auf den Spritverbrauch, vor neuen Herausforderungen stehen.

Nicht wenige befürchten, dass gerade die Zulieferer an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen und nicht mehr mithalten könnten – im schlimmsten Fall kann sich das dann auch in den Bilanzen der großen Flugzeugbauer niederschlagen, wie das Beispiel Airbus in Q1 gezeigt hat.

An der Börse jedenfalls stehen die US-Amerikaner deutlich besser da als der europäische Konkurrent: Die Boeing Aktie hob in Folge der starken Quartalszahlen erneut ab, auf Jahressicht notiert das Papier rund 70 Prozent im Plus.

Die Airbus Aktie konnte zuletzt zwar auch einen Sprung nach oben verzeichnen, hat aber im Vergleich zum Vorjahreswert um lediglich 30 Prozent zulegen können.