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Diese Branchen leiden sowohl unter Corona als auch dem Ukraine-Krieg

Diese Branchen leiden sowohl unter Corona als auch dem Ukraine-Krieg
bekulnis / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Anfang 2020 begann aufgrund der Corona-Pandemie für viele Branchen in der deutschen Wirtschaft eine harte Zeit. Doch als sich die Situation 2022 langsam entspannte, überfiel plötzlich Russland die Ukraine in kriegerischer Absicht. Das hatte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen in der ganzen Welt. Zwar hat nicht jede Branche massive Schwierigkeiten bekommen. Doch manche standen kurz vor dem Ende und sind noch nicht über den Berg. Welche Branchen betroffen sind, behandelt dieser Beitrag.

Probleme für die Wirtschaft während der Coronakrise

Das neu entdeckte Virus Covid-19 ist wahrscheinlich schon Ende 2019 in Teilen der Welt verbreitet gewesen. So genau lässt sich das nicht mehr sagen. Doch die World Health Organisation (WHO) schaltete sich erstmals Anfang Januar 2020 ernsthaft in das Geschehen ein. Dann ging alles ganz schnell: Am 11. Januar gab es den weltweit ersten bestätigten Corona-Toten, am 22. März begann schließlich der erste von mehreren Lockdowns in Deutschland.

In manchen Staaten wie China wird die Bevölkerung auch heute noch mit Lockdowns belegt, gegen die es jedoch heftige Proteste gibt. In Deutschland sieht der Corona-Experte Christian Drosten hingegen das Ende der Pandemie kommen. Er warnt jedoch noch vor einem letzten Aufbäumen der Pandemie und einer weiteren Winterwelle.

Es gibt kaum eine Wirtschaftsbranche, die in den drei Pandemiejahren keine Turbulenzen durchgemacht hätte. Profitiert hat vor allem der Online-Bereich, der endlich seine großen Stärken ausspielen und einen großen Entwicklungssprung machen konnte. Doch welche Branchen haben besonders unter Corona gelitten? Am härtesten hat es die folgenden fünf Branchen getroffen. Sie mussten zum Teil künstlich vom Staat über Wasser gehalten werden:

  • Tourismus/Reisen
  • Gastgewerbe
  • Kultur- und Kreativbranche
  • Verkehr und Lagerei
  • Handel mit Kfz

Die Mehrheit dieser Branchen wurde durch die Lockdowns in eine strenge Zwangspause gesendet. Da das Reisen international unmöglich wurde, brach der Tourismus fast vollständig ein. Hotels, Restaurants und Veranstaltungen galten plötzlich als Hochrisikozonen, sodass auch Gastgewerbe und die Kulturbranche massiv an Kunden verlor. Da die meisten sich an das Corona-Motto „Stay at home“ hielten, fuhr auch kaum noch jemand mit Bus und Bahn.

Es gibt weitere Branchen, die durch das Virus und die zwangsläufigen Maßnahmen an den Rand des Zusammenbruchs gerieten, darunter die Industrie, der Einzelhandel und das Baugewerbe. Corona hat kaum einen Bereich ignoriert, sodass die Auswirkungen fast überall zu spüren waren und zum Teil immer noch sind.

Probleme für die Wirtschaft während der Ukrainekrise

Russland annektierte die Krim zwar schon 2014, doch der aktuelle Krieg in der Ukraine begann erst am 24. Februar 2022. Auch dieses Ereignis der Weltgeschichte hat viele Branchen gewaltig herausgefordert.

Zum Teil sind politisch bedingten Wirtschaftssanktionen gegen Russland und andere beteiligte Staaten wie Belarus für die wirtschaftlichen Einbußen verantwortlich. Es ließ sich nicht verhindern, dass durch die Sanktionen auch die eigene Wirtschaft gewisse Nachteile erleidet. Viele Firmen mussten zum Beispiel ihr Russland-Geschäft aufgeben oder zogen sich aus freien Stücken zurück. Dazu zählen unter anderem Volkswagen, BMW, Commerzbank, Allianz, Siemens, BASF und Miele, um nur einige Beispiele zu nennen.

Darüber hinaus sorgen die drastisch gestiegenen Gas- und Strompreise für Schäden an der heimischen Wirtschaft, wobei erneut fast alle Unternehmen betroffen sind. Energieintensive Branchen ächzen unter der teuren Energie, zum Beispiel Bäckereien und Metzgereien. Darüber hinaus leiden die Autoindustrie und die Chemiebranche. Die Logistik kann vor allem die vielen ausgefallenen ukrainischen LKW-Fahrer nicht ersetzen.

Immerhin sind einige Branchen, die stark unter Corona litten, von den Kriegswehen nicht direkt beeinträchtigt. Dazu zählt zum Beispiel die Kultur- und Veranstaltungsbranche, die nach den letzten Lockdowns im Frühjahr ihre Fans wieder begeistern konnte. Doch die indirekten Folgen schlagen auch hier zu: Viele Menschen müssen durch die wachsende Inflation sparen – und die allgemeine Verteuerung lässt sich ebenfalls auf Russlands Krieg in der Ukraine zurückführen. Da bleibt nicht viel Geld für Freizeit-Erlebnisse übrig.

Auswirkungen von Pandemie und Krieg am Beispiel der Druckbranche

Die Probleme durch die großen Umbrüche unserer Zeit lassen sich leider nicht für alle Branchen in diesem Artikel detailliert aufzeigen. Beispielhaft folgt nun eine Analyse der Druckbranche. Dieser Wirtschaftszweig ist für Druckerzeugnisse aller Art verantwortlich – vom Buch über Zeitungen bis hin zum Flyer. Beide Krisen sorgen dafür, dass die Unternehmen dieser Branche deutlich gezeichnet sind.

Durch das Coronavirus waren weniger Menschen unterwegs. Entsprechend verkauften Bahnhofskioske weniger Zeitungen, für ausgefallene Veranstaltungen wurden keine Flyer mehr bestellt und kaum jemand orderte noch bedruckte Hochzeitskarten. Einige glückliche Momente gab es dann doch: Die Nachfrage nach Büchern stieg, denn die Menschen hatten wieder mehr Zeit zum Lesen. Ein Teil der Nachfrage bezog sich allerdings auf digitale E-Books, die nicht gedruckt werden müssen.

In Bezug auf die Ukrainekrise machen den Unternehmen der Druckbranche vor allem die hohen Energiepreise zu schaffen. Darüber hinaus gibt es Lieferengpässe bei Papier, die vor allem für den Druck von Zeitungen benötigt werden. Durch den Mangel an Ressourcen wie Altpapier und Zellstoff wird das verfügbare Papier auf dem Markt außerdem immer teurer. Der Papiermangel hat übrigens weniger mit dem Geschehen in Osteuropa zu tun, sondern ist zum Teil auch in Deutschland entstanden: Es fehlt einfach an hochwertigem Altpapier, das die notwendigen Bedingungen erfüllt.

Wie es mit der Druckbranche unter den schwierigen Bedingungen in Zukunft weitergeht, lässt sich bisher nur schwer eingrenzen. Klar scheint nur, dass die Nachfrage nach bestimmten Druckerzeugnissen wie Büchern und Zeitungen trotz der Digitalisierung noch anzuhalten scheint. Das dürfte zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer sein.