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Varta: Wohin soll das alles noch führen?

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Wohin soll das mit Varta noch führen? Wenn Sie investiert sind, wissen Sie garantiert direkt was ich meine. Erreichte der Kurs der Aktie des Batterieherstellers Varta in der Spitze noch über 180 Euro, ist das Papier heute noch um die 32 Euro wert.

Zuletzt gab es ja bereits jede Menge Lärm um Varta. Unter anderem brachte die Meldung, dass Vorstandschef Herbert Schein sein Amt am 29. September niederlegte, was Anleger weiter irritierte.

Allerdings hatte die personelle Umstrukturierung den Hintergrund, dass Schein sich um das künftig eigenständige Geschäft mit E-Mobility und Battery Packs kümmert und dieses voranbringt. Bis zum Ende des Jahres bleibt er noch im Vorstand, Vorstandsmitglied Markus Hackstein ersetzte ihn jedoch nun vor einigen Wochen mit sofortiger Wirkung als CEO.

Und dann auch noch Insiderverkäufe…

Nach vorherigen Projektverzögerungen sowie Kostenproblemen waren derartige Turbulenzen in der Führungsetage das Letzte, was die bis dato bereits ordentlich gebeutelte Aktie gebrauchen konnte.

Die Tatsache, dass Aufsichtsrats-Chef Michael Tojner einen Tag vor Bekanntwerden dieser Personalie Varta-Aktien im Gegenwert von 57,9 Mio. Euro verkauft hat, verlieh der Situation nicht gerade zusätzlichen Glanz.

Gestern kamen frische Zahlen von Varta

Die Ziele des Konzerns für das kommende Jahr 2023 haben Anleger gestern erneut enttäuscht. So rechnet Varta für 2023 mit einem Umsatz von 850 bis 880 Mio. Euro sowie mit einem bereinigten operativen Gewinn von (Ebitda) von 90 bis 110 Mio. Euro.

Beide Werte lagen deutlich unter den Schätzungen, die Analysten im Schnitt abgegeben hatten. Die Anteilsscheine setzten auf die Nachrichten weiter zur Talfahrt an und sackten um ca. 7% ab.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll dieses Jahr von im Vorjahr 283 Mio. auf 55 bis 60 Mio. Euro zusammenschmelzen.

Die grundsätzliche Tatsache, dass der Batteriehersteller aufgrund eines technischen Problems seine finalen Q3-Zahlen erst verspätet veröffentlicht hat, setzte dem ganzen noch eine zusätzliche Krone auf.

Sattes Kursminus seit Jahresbeginn

Der Konzern hatte seine Jahresziele bereits im September zurückgezogen, woraufhin der Kurs weiter deutlich unter Druck geriet.

Die Aktie erhält in diesem Jahr den Titel für die schlechteste im MDax. Es gibt natürlich bessere Titel… Im laufenden Gesamtjahr steht indes ein Kursminus von insgesamt rund drei Vierteln bzw. 72% auf dem Zettel.

Nun sollen Kosten eingespart werden

“Die Unternehmenssituation ist nach wie vor herausfordernd in einem für uns alle angespannten wirtschaftlichen Umfeld”, brachte es Varta-Vorstandssprecher Markus Hackstein zusammenfassend auf den Punkt.

Noch größere Verluste verhindern, konnten immerhin im gestrigen Tagesverlauf die vorgestellten Sparpläne des Batterieproduzenten.  So will man zwei Quartalsverlusten in Folge mit Kostensenkungen gegensteuern.

Natürlich ist bei der Aktie einerseits sehr viel Negatives eingepreist, sodass man hier langfristig durchaus auf eine Erholung spekulieren kann. Hier können teils kleinere positive Meldungen für Kursausschläge nach oben sorgen. Doch sind dafür aktuell starke Nerven gefragt. Es gibt indes zahlreiche vielversprechendere Turnaround-Spekulationen, auf die Sie als Anleger alternativ setzen können. Sind Sie jedoch bei Varta investiert, lohnt sich ein mit Verlusten einhergehender Verkauf auf dem aktuellen Niveau absolut nicht mehr.