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TUI: Comeback in die Pluszone gelungen?

TUI: Comeback in die Pluszone gelungen?
Markus Mainka / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Die Urlaubslaune kehrte 2022 definitiv wieder zurück. Sind schließlich die Corona-Maßnahmen weggefallen – zumindest hierzulande. In China sieht das unterdessen ja beispielsweise nach wie vor etwas anders aus.

Reisekonzerne wie Tui profitieren – aber es gibt Probleme

Nun sollte man ja meinen, dass davon vor allem Fluggesellschaften und Reiseveranstalter profitieren. Vollkommen richtig natürlich. Aber warum gelang es dem ohnehin stark in Mitleidenschaft geratenen Konzern Tui dann zuletzt doch nicht, wieder in die Gewinnzone zurückzukehren?

Wenn Sie vielleicht selbst kürzlich im Urlaub waren, können Sie sich die Antwort eventuell bereits denken. Denn die teilweise absolut chaotischen Zustände an vielen europäischen Flughäfen bringen den Reisekonzern um seinen ersten Quartalsgewinn seit Beginn der Corona-Krise. Es mangelt unter anderem vor allem an Personal.

Umsätze deutlich höher, Ergebnis dennoch ernüchternd

Ein wieder stark angezogenes Reiseaufkommen lässt die Tui-Umsätze schon nach neun Monaten über die Umsätze der Vorjahre steigen. Rund 8,9 Mrd. Euro erwirtschaftete der Reisekonzern bisher im laufenden Jahr – allein die Hälfte davon nahm Tui im dritten Quartal 2022 ein.

Der Umsatz stieg im dritten Jahresviertel im Jahresvergleich von 650 Mio. auf 4,4 Mrd. Euro. Aufgrund von Belastungen durch zahlreiche Flugausfälle lag das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) jedoch mit 27 Mio. Euro im Minus. 

Eigenen Angaben zufolge hat das allgemeine Flugchaos im dritten Quartal Tui ca. 75 Mio. Euro gekostet. Schade, denn ohne diese Verluste hätte der Konzern endlich wieder etwa 48 Mio. Euro im Plus gelegen.

Tui zählte für den Sommer bisher Buchungen von 11,5 Mio. Gästen und demnach knapp 90% des Niveaus aus dem Jahr 2019. Im Q3 sind 5,1 Mio. Urlauber mit Tui unterwegs gewesen, was 4,2 Mio. mehr als im Vorjahr waren, als Tuis Geschäft wegen der globalen Pandemie lediglich auf Sparflamme lief.

Erst seit Beginn der Pandemie in der Verlustzone

Die Tourismusbranche gehört zu den am stärksten von der Virus-Krise gebeutelten. Dabei hat Tui als weltgrößter Reisekonzern seit Beginn der Pandemie einen Rekordverlust von knapp 5,7 Mrd. Euro angehäuft. In den vorherigen Jahren – also vor 2020 – konnte Tui immer einen Gewinn vorweisen, was nachfolgende Grafik übersichtlich veranschaulicht:

Traurigerweise kam neben den enormen Verlusten noch hinzu, dass die Tui Gruppe insgesamt über 20.000 Beschäftigte entlassen musste. Inzwischen beschäftigt der Reisekonzern aber wieder knapp 60.000 Personen.

Sehr spekulative Comeback-Wette

Die Aktie bleibt aktuell eine spekulative Wette auf einen Turnaround. Hier sind aber nach wie vor jede Menge Geduld und starke Nerven gefragt. Branchenexperte Richard Clarke vom Analysehaus Bernstein Research geht jedenfalls schon einmal von einem sonnigen Sommer für Tui aus. Die Frage sei unterdessen jedoch, wie sich Verbraucher:innen in Europa hinsichtlich der inflationsbedingt erhöhten Lebenshaltungskosten im Anschluss verhielten.

Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Friedrich Joussen und sein Nachfolger Sebastian Ebel einen “signifikanten” operativen Gewinn vor Sondereffekten (bereinigtes Ebit). Im nächsten Geschäftsjahr sei dann wieder ein positives Geschäftsergebnis selbst nach Abzug von Zinsen und Steuern möglich. “Ich glaube, da sind wir auf einem guten Weg”, präsentiert sich der neue CEO Ebel optimistisch.

Man darf also gespannt sein, ob das Comeback sowohl geschäftlich als auch an der Börse gelingen wird. Wobei dies – wie Sie wissen – eng zusammenspielt, denn Nachrichten machen die Kurse, und nicht Kurse die Nachrichten.