Traton: Mit 9,5 Mrd. € Börsenwert ein besonderer Nebenwert

Inhaltsverzeichnis

Nebenwerte aus Deutschland sind meist kleinere Firmen, die gerade einmal ein paar Hundert Millionen Dollar wert sind. Traton ist allerdings anders. Der Nebenwert aus dem S-DAX zählt zum Kreis der 50 größten deutschen Firmen. Das Unternehmen hat einen Börsenwert von 9,5 Milliarden Euro und ist damit wertvoller als Zalando, Qiagen, Siemens Energy oder Covestro.

Dass Traton „nur“ im S-DAX gelistet ist, liegt am geringen Anteil der frei handelbaren Aktien, denn VW hält 90 % der Anteile. Bis 2018 lief Traton noch unter dem Namen Volkswagen Truck und Bus. Traton vereint also die Volkswagen-Tochterfirmen im Nutzfahrzeugbereich. Zu den bekanntesten Marken zählen Scania und MAN, die auch zwei Drittel des Umsatzes ausmachen. Der Rest des Umsatzes wird vor allem in Latein- und Nordamerika mit Marken generiert, die hierzulande unbekannt sind. Außerdem gehört ein Finanzdienstleister zum Firmenkonstrukt.

Traton, Quelle: Aktien Screener Investor Verlag

20 % Umsatzsteigerung

In den ersten neun Monaten 2023 machte Traton 34 Milliarden Euro Umsatz. Das sind 20 % mehr als im Vorjahr. Die Umsatzsteigerung war möglich, weil die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen anhaltend hoch ist. Seit Januar 2023 konnte der Absatz von Lastwagen und Bussen um 15 % gesteigert werden. Die Preise wurden angehoben, sodass Mehrkosten für Energie und Rohstoffe an die Kunden weitergegeben werden konnten.

Rezession könnte zur Herausforderung werden

Zum Problem könnte in naher Zukunft allerdings die drohende Rezession werden. Wenn weniger konsumiert wird, haben Logistiker weniger zu tun und bestellen deshalb keine neuen Transportfahrzeuge. Außerdem gehen nach dem Ende der Corona-Pandemie die Zahlen im E-Commerce-Geschäft zurück. Insbesondere in Europa wird weniger online bestellt, sodass weniger Waren ausgeliefert werden müssen.

Aus Sorge vor Lieferengpässen waren allerdings mehr Nutzfahrzeuge bestellt worden als tatsächlich benötigt wurden. Deshalb ist der Rückgang um 26 % beim Auftragseingang auf 9-Monatsbasis eher als Normalisierung zu werten.

Wie das günstige KGV zu bewerten ist

Ein Blick auf die Bewertung macht die Aktie für Schnäppchenjäger unter den Anlegern auf jeden Fall interessant. Bei 9,5 Milliarden Euro Börsenwert wird das Papier gerade einmal mit dem 4-fachen des erwarteten Gewinns bewertet. Das klingt nach einem echten Schnapper, aber Autokonzerne werden meist niedriger bewertet, weil die Branche vor einem großen Wandel steht.

Das gilt auch für die Nutzfahrzeug-Sparte. Hier gibt es noch sehr wenige batteriebetriebenen Fahrzeuge, aber auf lange Sicht muss eine Alternative zum Verbrenner her. Negativ schlägt auch die hohe Verschuldung von Traton zu Buche. Ende 2022 lag diese bei mehr als 3 Milliarden Euro.

Für risikofreudige Anlegerinnen und Anleger könnte dennoch ein Blick lohnen, da das Einstiegsniveau momentan durchaus interessant sein könnte. Entscheiden Sie selbst, ob die Aktien etwas für Ihr Depot wäre.