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Thyssenkrupp-Aktie: Neom und Nucera – das müssen Sie wissen!

Inhaltsverzeichnis

Der Öl-Rausch hat Saudi-Arabien in den letzten Jahrzehnten zu einem der reichsten Länder des Planeten gemacht. Das Königreich gilt immerhin als weltgrößter Exporteur des fossilen Brennstoffs.

Doch das ist auch ein gravierendes Problem. Schauen Sie: Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins „Forbes“ betrug im Jahr 2019 der Anteil des Ölgeschäfts am saudischen Bruttoinlandsprodukt 42 Prozent. Die Wirtschaft des arabischen Landes ist also extrem abhängig von diesem Rohstoff.

Saudi-Arabien plant für die Zeit nach dem Öl

Das könnte dem Staat früher oder später auf die Füße fallen. Schließlich gehen viele Experten davon aus, dass die Relevanz von Öl angesichts der Klimabestrebungen vor allem im Westen sukzessive zurückgehen wird. Klar: Diese Entwicklung dürfte Jahrzehnte dauern.

Saudi-Arabien muss aber umso mehr rechtzeitig für Alternativen sorgen, damit das Land auch nach dem Ölzeitalter ein Big Player der Weltwirtschaft bleiben kann. Die Machthaber in Riad jedenfalls investieren derzeit gigantische Summen in ebensolche Alternativen. Dabei geht es – Sie werden es schon ahnen – vor allem um die erneuerbaren Energien und Wasserstoff.

Das Königshaus hat das wirtschaftliche Potenzial der klimaschonenden Energieerzeugung inzwischen erkannt und will in naher Zukunft hier zu einem der wichtigsten Anbieter werden. Im Mittelpunkt steht das Leuchtturm-Projekt Neom – an dem übrigens auch deutsche Unternehmen beteiligt sind.

Planstadt Neom: eine gigantische Wasserstoff-Metropole

Bevor wir uns eine konkrete Aktie anschauen, zunächst ein paar Eckdaten für Sie: Bei Neom handelt es sich um eine geplante Stadt, die im Nordwesten des Landes am Roten Meer und an der Grenze zu Ägypten und Jordanien auf einer Fläche von 25.000 Quadratkilometern gebaut werden soll. Die Stadt könnte also 32-mal(!) so groß werden wie New York City (783 km²).

Und jetzt kommt der springende Punkt: Neom soll den Weg des Königreichs aus dem Ölzeitalter ebnen und gänzlich durch grünen Strom und Wasserstoff versorgt werden. Aber nicht nur das: Die Planstadt soll auch zu einem gigantischen Exportzentrum für grünen Wasserstoff werden. Mögliche Abnehmer: Europa.

Das Königshaus lässt sich das einiges kosten. Nach Angaben aus Riad will man in das Projekt bis zu 500 Milliarden Dollar investieren – etwa in gewaltige Solarparks und Wasserelektrolyseure. In Letzteren wird grüner Wasserstoff mithilfe von Öko-Strom erzeugt.

Thyssenkrupp-Tochter Nucera spielt mit

Das Kalkül: Saudi-Arabien will mit Neom und der hohen staatlichen Förderung ausländische Investoren anlocken. Das jedenfalls hat bereits funktioniert. So hat sich der deutsche Stahlkonzern Thyssenkrupp bzw. dessen Wasserstoff-Tochter „Nucera“ (vormals „Uhde Chlorine Engineers“) einen Auftrag für eine Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff gesichert.

Der fünf Milliarden Dollar teure Elektrolyseur soll in Kooperation mit dem US-Gasekonzern Air Products und dem saudischen Unternehmen ACWA Power gebaut werden. Ab 2026 soll der dort erzeugte grüne Wasserstoff zu klimaneutralem Ammoniak synthetisiert und in den weltweiten Markt exportiert werden. Mit einer geplanten Kapazität von 2 Gigawatt dürfte die Anlage zu einem der größten Elektrolyseure der Welt werden.

Neom-Potenzial soll Börsengang versüßen

Thyssenkrupp jedenfalls setzt enorme Hoffnung auf die Wasserstoff-Stadt im Nordwesten Saudi-Arabiens. Nicht zuletzt, weil man die Tochterfirma Nucera früher oder später an die Börse bringen will. Neom dürfte dann wegen seiner schieren Größe und Bedeutung zu einem der wichtigsten Kaufargumente dieser neuen Aktie werden. Ein Pilotprojekt eben, das zeigen soll, wie stark die Thyssenkrupp-Tochter in Sachen Wasserstoff ist.

Nucera entwickelt unter anderem große Standardmodule und Zellen für elektrochemische Anlagen. Dabei geht es freilich nicht nur um die Wasserelektrolyse. Die Firma ist auch im Bereich der Chlor-Alkali-Elektrolyse aktiv. Dabei werden die wichtigen Grundchemikalien Chlor, Natronlauge und Natriumchlorid, aber auch Wasserstoff erzeugt.

Nucera und Air Products: ein starkes Team

Die Zukunft aber sieht Nucera in der Wasserelektrolyse. Erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen angekündigt, dass man für die Wasserstoffanlage von Air Products im US-Bundesstaat Arizona Komponenten für Elektrolyseure liefern werden.

Allgemein ist für Nucera die strategische Partnerschaft mit dem US-Konzern ein Segen, der der Thyssenkrupp-Tochter gigantisches Potenzial verschafft. Schließlich will Air Products ähnlich wie die Konkurrenten Air Liquide und Linde zu einem führenden Wasserstoff-Energielieferanten werden.

Mein Fazit für Sie

Die geplante Wasserstoff-Stadt Neom verkörpert den kommenden Paradigmenwechsel Saudi-Arabiens. Doch das gigantische Vorhaben ist auch für ausländische Konzerne wie Thyssenkrupp eine Goldgrube. Sollte das Königshaus von der Technologie der Deutschen überzeugt sein, dürften Nucera weitere Aufträge aus Riad ins Haus flattern.

Saudi-Arabien könnte für die Thyssenkrupp-Aktie also noch die eine oder andere positive Überraschung bereithalten. Umso mehr sollten Sie als Anleger Neom nicht aus den Augen verlieren. Selbstverständlich halten wir Sie hier über die weiteren Entwicklungen rund um dieses Mega-Projekt auf dem Laufenden.