Südzucker Aktie: Bringen Quartalszahlen den Turnaround?

Eine Lupe vergrößert das Süddeutsche Firmenschild „Südzucker Group“ auf einem Monitor.
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Am kommenden Dienstag, den 13. Januar 2026, wird der Mannheimer Konzern Südzucker seine detaillierten Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 vorlegen. Nach einem ernüchternden ersten Halbjahr, das von einem massiven Gewinnrückgang geprägt war, richten sich nun alle Blicke auf die vom Management in Aussicht gestellte operative Erholung. Mit einem aktuellen Kurs von rund 9,30 Euro notiert das Papier weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, konnte sich jedoch zuletzt stabilisieren.

Q3-Ausblick: Das operative Ergebnis soll deutlich zulegen

Das Management hatte bereits im Vorfeld die Erwartungen an das Weihnachtsquartal (September bis November) präzisiert. Entgegen dem schwachen Trend der ersten sechs Monate rechnet der Vorstand für das dritte Quartal mit einer „deutlichen Verbesserung“ des operativen Konzernergebnisses im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zur Einordnung: Im dritten Quartal des Vorjahres (2024/25) lag das EBITDA bei lediglich 82 Millionen Euro und das operative Ergebnis sogar im negativen Bereich bei -33 Millionen Euro.

Diese niedrige Vergleichsbasis dürfte es Südzucker ermöglichen, optisch starke Wachstumsraten auszuweisen. Treiber dieser Entwicklung sind jedoch weniger die Zuckerpreise, die weiterhin unter Druck stehen, sondern vielmehr die Segmente CropEnergies und Spezialitäten. Hier erwartet der Markt, dass sich die verbesserten Ethanol-Prämien und gesunkenen Rohstoffkosten endlich positiv in den Büchern niederschlagen. Anleger sollten am 13. Januar genau prüfen, ob diese Segmente die anhaltende Schwäche im Kerngeschäft Zucker tatsächlich kompensieren können.

Der Blick voraus: Erste Indikation für 2026/27 steht bereits

Ungewöhnlich früh hat Südzucker bereits Mitte Dezember einen Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr 2026/27 (beginnt im März) gewagt. Diese Prognose dürfte auch bei der Vorlage der Q3-Zahlen das zentrale Gesprächsthema bleiben. Während der Konzernumsatz leicht rückläufig erwartet wird, soll das operative Ergebnis (EBITDA) moderat auf eine Bandbreite von 480 bis 680 Millionen Euro steigen.

Für Investoren ist dies ein zweischneidiges Schwert: Einerseits signalisiert die Prognose, dass der operative Tiefpunkt im laufenden Jahr 2025/26 durchschritten sein könnte. Andererseits macht der Konzern keinen Hehl daraus, dass der Zuckermarkt „sehr herausfordernd“ bleibt. Eine schnelle Rückkehr zu den Rekordgewinnen der Vergangenheit ist damit faktisch ausgeschlossen. Das Unternehmen setzt stattdessen auf Diversifizierung und Effizienz in den Nebensparten.

Südzucker Aktie: Wo die Analysten falsch liegen könnten

Ein Aspekt, der den Markt am kommenden Dienstag überraschen könnte, ist die Entwicklung des Cashflows. Sollte Südzucker trotz der schwierigen Gemengelage im Zuckergeschäft einen stärkeren Free Cashflow generieren als erwartet, könnte dies Zweifel an der Dividendenfähigkeit zerstreuen. Die aktuelle Dividende von 0,20 Euro erscheint zwar moderat, doch angesichts des schmalen operativen Ergebnisses im ersten Halbjahr (42 Mio. Euro) achten Investoren penibel auf die Liquidität.

Zudem könnte der Tonfall des Managements bezüglich der EU-Zuckerpolitik und der Importsituation aus der Ukraine eine Rolle spielen. Sollten sich hier politische Entlastungen andeuten, wäre dies ein positiver Trigger, den viele Analysten in ihren konservativen Modellen aktuell noch nicht eingepreist haben.

Fazit für Anleger der Südzucker Aktie

Die Südzucker-Aktie befindet sich in einer kritischen Bodenbildungsphase. Die Q3-Zahlen werden entscheiden, ob der jüngste Stabilisierungsversuch nachhaltig ist.

  • Das ist spannend: Gelingt der versprochene operative Turnaround im dritten Quartal deutlich, gewinnt die Aktie an Glaubwürdigkeit zurück. Der Fokus liegt nicht auf dem Umsatz, sondern auf der Marge in den Segmenten CropEnergies und Spezialitäten.
  • Chancen: Ein „Besser-als-befürchtet“-Szenario ist aufgrund der extrem niedrigen Erwartungshaltung und der schwachen Vorjahresbasis im Q3 sehr gut möglich. Das KGV ist optisch hoch, aber die Substanzbewertung bleibt attraktiv.
  • Risiken: Der Zuckermarkt bleibt das Damoklesschwert. Enttäuscht das Kerngeschäft erneut stärker als prognostiziert, könnte die Prognose für 2026/27 schon wieder wackeln, bevor das Jahr überhaupt begonnen hat.

Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.