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Sorge in Baubranche wächst: Platzt bald die nächste Immobilienblase?

Inhaltsverzeichnis

Platzt in Deutschland bald eine Immobilienblase? Die Meinungen darüber gehen zwar auseinander, doch die Großwetterlage in der Baubranche und am Immobilienmarkt wird insgesamt spürbar rauer.

Metropolregionen mit horrenden Immobilienpreisen

Im vergangenen Jahrzehnt haben die Immobilienpreise deutschlandweit stark angezogen. Vor allem in den Metropolregionen ging es stark aufwärts mit den Kaufpreisen sowohl für Neubauten wie auch für Bestandsimmobilien. Unter einer halben Million Euro war in vielen Regionen ein Einfamilienhaus kaum noch zu haben. Regionen wie München, Frankfurt oder Stuttgart gelten inzwischen als massiv überteuert.

Dass sich dennoch Käufer fanden, lag wohl nicht zuletzt an den historisch günstigen Finanzierungsmöglichkeiten: Jahrelang verfolgten die Notenbanken ihre Nullzinspolitik, Immobilienkredite waren plötzlich äußerst erschwinglich.

Zinsanhebungen werden zum Problem für Häuslebauer

Doch damit ist bekanntlich nun Schluss. Seit der Einmarsch Russlands in die Ukraine die Energiepreise noch weiter angetrieben und damit die Inflation auf Rekordniveau zementiert hat, beginnen die Notenbanken allerorten gegenzusteuern – mit Anhebungen der Leitzinsen. Sowohl die US-Notenbank Federal Reserve als auch die Europäische Zentralbank haben in den vergangenen Monaten mehrere solcher Zinsschritte beschlossen. Weitere Zinsanhebungen im restlichen Jahresverlauf gelten als äußerst wahrscheinlich.

Damit aber werden auch Kredite teurer und somit auch Anschlussfinanzierungen für Immobilienprojekte. In den USA waren es vor allem Zahlungsausfälle am Immobilienmarkt, die rund um die Pleite der Bank Lehman Brothers den Absturz in eine globale Banken- und Wirtschaftskrise ausgelöst haben.

Baubranche berichtet von zahlreichen Stornierungen

Hinzu kommt: Wer aktuell ein Haus baut, nimmt von diesem Vorhaben inzwischen häufiger wieder Abstand. Die Baubranche berichtet laut einer aktuellen Befragung des Münchener Ifo-Instituts von zahlreichen Stornierungen. Nach 11,6 Prozent im August berichteten im September bereits 16,7 Prozent der befragten Unternehmen, von Auftragsstornierungen betroffen zu sein. Der Geschäftsausblick der Branche ist pessimistisch wie nie, der entsprechende Ifo-Index fiel zuletzt auf ein Rekordtief von minus 53,2 Punkten.

Grund für die gecancelten Projekte sind neben den Unsicherheiten bei der Finanzierung vor allem die gestiegenen Kosten: Materialengpässe einerseits und höhere Kosten für Energie und Transport andererseits haben die Endkundenpreise auch in der Baubranche in den vergangenen Monaten massiv in die Höhe schnellen lassen. Ein Ende der Fahnenstange ist nicht absehbar: Auch mit Blick auf die kommenden Monate gehen die Bauunternehmen davon aus, weitere Preisanhebungen an ihre Kunden weiterreichen zu müssen.

China-Lockdowns bedrohen Lieferketten

Seit Beginn der Corona-Pandemie kommt es immer wieder zu Unterbrechungen der globalen Lieferketten. Zuletzt waren es vor allem strikte Lockdown-Maßnahmen in China, die zu teilweise wochenlangem Stillstand in einzelnen Regionen führten. Produktionsstätten wurden zeitweise heruntergefahren, Häfen geschlossen, auf den Weltmeeren stauten sich immer wieder Frachtschiffe, die ihre Ladung nicht löschen konnten.

Hinzu kommen die extrem gestiegenen Transportkosten aufgrund der Preissteigerung an den Energiemärkten. All das lässt die Besorgnis in der Baubranche steigen – und so manchen Häuslebauer vom Eigenheim wieder Abstand nehmen.