+++ GRATIS Online-Webinar: Ruhestandsgipfel: Der Millionärs-Effekt - Mit 4€ zum Ruhestandsmillionär | 03.10., 18 Uhr +++

Siemens Energy weitet Quartalsverlust aus

Inhaltsverzeichnis

Die einstige Energiesparte des Siemens-Konzerns stand in den vergangenen Wochen immer wieder in den Schlagzeilen. Das hatte aber weniger mit dem Unternehmen selbst zu tun, sondern vielmehr mit einem speziellen Bauteil: jener Turbine, die für die Gaspipeline Nord Stream 1 benötigt wird.

Wirbel um Pipeline-Turbine

Die Turbine wurde planmäßig in Kanada gewartet und könnte längst wieder im Einsatz sein. Stattdessen lagert das Gerät nach wie vor bei Siemens Energy, erst vor wenigen Tagen ließ sich sogar Bundeskanzler Olaf Scholz höchstpersönlich neben der Turbine ablichten, die zum politischen Zankapfel geworden ist.

Denn nach den Wartungsarbeiten hatte Russland zwar seine Gaslieferungen an Deutschland durch die Ostsee-Pipeline wieder aufgenommen, aber in deutlich reduziertem Umfang. Begründet wurde dies seitens des Kremls nicht zuletzt wegen der fehlenden Turbine. Die könnte offenbar jederzeit weitertransportiert und wieder am Bestimmungsort eingebaut werden, doch Beobachter fürchten politische Gründe auf russischer Seite, die die Rückführung bislang behindern.

Teurer Abschied aus Russland

Unterdessen hat Siemens Energy zum Wochenauftakt frische Zahlen vorgelegt, und auch in den Geschäftsbüchern spielt Russland eine Rolle: Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine Ende Februar hatten etliche Unternehmen ihr Russlandgeschäft ausgesetzt und grundsätzlich auf den Prüfstand gestellt, so auch Siemens Energy.

Das Unternehmen plant einen vollständigen Rückzug aus dem russischen Markt bis Ende des Jahres. Kosten dafür sind aber auch im zurückliegenden Quartal angefallen und belasten die Bilanz. Der Zeitraum von April bis Ende Juni bildet in der Zeitrechnung von Siemens Energy das dritte Geschäftsquartal des Geschäftsjahres 2021/2022.

Siemens Energy weitet Quartalsverlust aus

Für dieses dritte Geschäftsquartal weist die Bilanz einen Nettoverlust von 533 Millionen Euro aus. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte Siemens Energy zwar ebenfalls Verluste eingefahren, diese waren aber mit 307 Millionen Euro noch deutlich geringer ausgefallen.

Um Sondereffekte bereinigt belief sich das operative Ergebnis auf minus 131 Millionen Euro – nach einem Plus von 54 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die entsprechende Marge brach ein von 0,7 Prozent auf nunmehr minus 1,8 Prozent.

Schwäche der spanischen Windkrafttochter belastet Bilanz

Hauptursächlich für das schlechte Abschneiden war neben der Restrukturierung des Russlandgeschäfts vor allem die schwache Performance der spanischen Windkrafttochter Siemens Gamesa. Diese kämpft nach eigenen Angaben insbesondere mit den stark gestiegenen Rohstoffkosten sowie Lieferengpässen. Siemens Energy hält bislang rund drei Viertel der Anteile an Gamesa und plant die vollständige Übernahme.

Für das Gesamtjahr hat Siemens Energy seine Prognose nun abgesenkt und rechnet mit einem Verlust nach Steuern auf Vorjahresniveau – plus Belastungen aus dem Rückzug aus Russland. 2021 hatte das Unternehmen mit einem Verlust von 560 Millionen Euro abgeschlossen, nun dürfte das Minus um einen dreistelligen Millionenbetrag umfassender ausfallen. Allein im zurückliegenden Quartal machten die Sondereffekte rund um Russland fast 300 Millionen Euro aus.

Anleger enttäuscht – Analysten zuversichtlich

Dennoch hält Vorstandschef Christian Bruch an der bisherigen operativen Jahresprognose fest und erwartet eine positive Ebitda-Marge von 2 Prozent. Anleger schickten die im MDax gelistete Aktie von Siemens Energy am Montag auf Talfahrt, der Kurs gab zeitweise um knapp 4 Prozent nach.

Analysten positionierten sich dagegen deutlich positiver und bekräftigten mehrheitlich ihre Kaufempfehlungen für die Siemens Energy Aktie. Das Analysehaus Jefferies sieht das Kursziel weiterhin bei 22 Euro, die Deutsche Bank bei 24 Euro. Die Privatbank Berenberg beließ das Kursziel bei 34 Euro, während die US-Investmentbank Goldman Sachs das Ziel minimal nach unten anpasste von 26 auf 25,70 Euro. Alle genannten Experten raten jedoch weiterhin zum Kauf des Papiers, das zuletzt für rund 16 Euro gehandelt wurde.