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Siemens Energy: Seit Oktober fast 70 % Plus

Inhaltsverzeichnis

Das Jahr 2022 war für viele eine große Herausforderung, einige sprechen sogar von der reinsten Katastrophe. Das gilt teilweise auch für Investitionen in große, namhafte Unternehmen.

Wer Anfang des Jahres beispielweise auf Siemens Energy (WKN: ENER6Y) gesetzt hat, hatte alles andere als Freude. Von Januar bis Oktober verlor die Aktie mehr als 70 %. Der eine oder andere, der zwischendurch abgesprungen ist, wird sich jedoch ärgern, denn seit Mitte Oktober hat die Aktie fast 70 % zugelegt. Investoren machten also mit Siemens Energy dreimal so viel Rendite wie mit dem DAX.

Chart Siemens Energie, Quelle: Aktien Screener Investor Verlag

Geschäft mit Zukunft

Der Absturz von Siemens Energy kam für viele überraschend. Sollte ein Energieunternehmen, das für den Bau von Kraftwerken und den Transport von großen Energiemengen zuständig ist, in der Zeit einer Energiewende nicht eigentlich boomen? Zumal Siemens Energy 67 % an der Tochterfirma Gamesa hält, die Windkraftanlagen produziert. Es wird also auch ein Zukunftstrend bedient, der im Rahmen der Energiewende vom Staat bezuschusst wird. In den nächsten Monaten soll Gamesa sogar komplett von Siemens Energy aufgekauft werden.

Obwohl die Aktie in diesem Jahr abgeschmiert ist, lohnt aus unterschiedlichen Gründen ein Blick auf Siemens Energy.

Das Unternehmen ist in den Bereichen, in denen es tätig ist, Marktführer. Die Projekte laufen mehrere Jahrzehnte und beinhalten häufig langfriste Serviceverträge, in Zahlen: 30 % vom Umsatz werden mit Instandhaltung, Reparaturen und Beratung generiert. Das ist gut, da im Vergleich zum Verkauf hier die höhere Marge erzielt wird.

Insgesamt sind die Zahlen erfolgsversprechend: Momentan stehen Aufträge im Wert von 97 Milliarden Euro in den Büchern. Eine starke Performance für ein Unternehmen mit einem Börsenwert von 13 Milliarden Euro und einem Umsatz von 30 Milliarden Euro.

Gründe für den Absturz

Trotz der positiven Zahlen lässt sich der Aktieneinbruch nicht verschweigen und Sie fragen sich bestimmt, woran es gelegen hat.  

Ein Grund ist Siemens selbst. Der Mutterkonzern hält 35 % von Siemens Energy und hat publik gemacht, dass der Anteil deutlich reduziert werden soll. Das heißt: In Zukunft könnten große Aktienpakete von Siemens Energy verkauft werden, was den Investoren Angst macht.

Zudem gilt Gamesa als das Sorgenkind von Siemens Energy. Windkraft ist zwar die Zukunft, aber der Preiskampf ist enorm. Das heißt: Die Auftragsbücher sind voll, jedoch könnten sich diese Aufträge erst einmal nicht lohnen. Hinzu kommen Managementprobleme, welche durch den Aufkauf der restlichen 33 % allerdings gelöst werden sollen.

Die Unsicherheit über den weiteren Fahrplan für den Rückzug des Großaktionärs Siemens könnten sich bald auch in Luft auflösen. In Finanzkreisen gibt es das Gerücht, dass Staatsfonds Interesse an Siemens Energy haben und statt Siemens einsteigen könnten.

Noch ist ungewiss, ob Siemens Energy einen neuen Großaktionär findet und das Gamesa-Problem in den Griff bekommt – es lohnt sich aber auf jeden Fall, die weitere Entwicklung zu verfolgen.