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Siemens Energy auf Talfahrt: Gewinnwarnung der Tochter

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Für Siemens Energy scheint sich die Übernahme der spanischen Windturbinen Tochter Siemens Gamesa immer mehr als „schwarzes Loch“ zu entwickeln, erneut musste der Mutterkonzern vergangene Woche eine Gewinnwarnung aussprechen.

Überprüfungen zeigen Lücken

So scheint es bei technischen Überprüfungen bei einigen Bauteilen der Windturbinen von Gamesa zu deutlich erhöhten Ausfallraten gekommen zu sein. Auch wenn aktuell nur ein Zwischenbericht vorliegt, zeigt dieser wohl klar auf, dass, um die generelle Funktionsfähigkeit zu gewährleisten, viele der Turbinen repariert oder direkt ganz ersetzt werden müssen.

Allein dieser Prozess der Ausbesserung oder des Austausches wird nun mit Kosten in Höhe von 1 Mrd. Euro beziffert. Dabei hatte man bereits zu Jahresbeginn im Januar schon mitgeteilt, ca. 500 Mio. Euro zurückzustellen, für Garantie- und Wartungskosten.

Vorerst keine neuen Prognosen

Dem allerdings nicht genug, scheint auch die gewünschte Produktivität bei Siemens Gamesa, hinter den Erwartungen zu bleiben, was wiederum in erster Linie das Geschäft mit den Windrädern auf hoher See betrifft, den Offshore Bereich.

Dass der Mutterkonzern Siemens Energy Probleme und Schwierigkeiten mit der Tochter Gamesa einräumen muss, ist dabei so neu nicht. Mehrfach schon hat die Windkrafttochter dem Hauptkonzern ordentlich die Bilanz verhagelt.

Und so war es denn auch vergangene Woche notwendig, dem Markt und den Aktionären eine Gewinnwarnung zu präsentieren und direkt deutlich zu machen, dass man über neue Prognosen vorläufig nicht sprechen wollte.

Siemens Gamesa sanierungsfähig?

Verständlich, dass viele Experten mittlerweile in Frage stellen, ob denn Siemens Gamesa überhaupt noch sanierungsfähig ist.

Somit wird jetzt wohl alles auf den Prüfstand gestellt, um sich und den Marktteilnehmern weitere Hiobsbotschaften zu ersparen. Ob dies gelingt, wird dabei die Zeit zeigen müssen.

Jedoch will Siemens Energy so schnell auch die Tochter nicht aufgeben, weiß man doch, dass das Windgeschäft für eine Energiewende durchaus als Grundvoraussetzung gilt und man seine Marktführerschaft natürlich ungern in Frage stellen lässt.

Die Investoren indes scheinen sich ihre Meinung schon gebildet zu haben, sie schickten die Aktien von Siemens Energy bereits vergangenen Donnerstag nach der Nachricht nachbörslich um 10% in den Keller.

Jahreschart Siemens Energy: Investoren schickten die Aktie jüngst in den Keller

Am Freitag ging der Ausverkauf weiter, bis es in der Spitze zu einem Minus von über 30% kam – und das bei einem DAX-Wert! Zu Handelsschluss gingen die Papiere dann bei 14,63 Euro, einem Tagesverlust von 26,22% aus dem Handel. (Chart: aktienscreener.com)

Dabei lief es zuvor kurstechnisch hervorragend!

Besonders betrüblich dahingehend, dass die Aktie sich seit Oktober 2022 ordentlich nach oben entwickelt hatte, um satte 130%. Vielleicht waren Sie ja bei dieser Rally mit an Bord.

Positiv jedoch nach wie vor ist, dass die Geschäfte für die Bereiche Gas Services, GRID-Technologies und der Sektor Transformation of Industry im Rahmen der Planungen laufen und der Konzernumsatz ein Umsatzwachstum von 10% bis 12% beibehalten wird.

Ungewiss nur, ob das den Aktionären reicht, denn nach dem rabenschwarzen Freitag scheinen sich viele Investierte zuerst einmal verabschiedet zu habe. Ob sie wiederkommen, bleibt indes fraglich! Nun heißt es also abwarten.