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Siemens Energy-Aktie stürzt nach Gewinnwarnung ab

Siemens Energy-Aktie stürzt nach Gewinnwarnung ab
Rafael Henrique / stock.adobe.com
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Die Hoffnung vieler Anleger war groß, dass der DAX-Konzern Siemens Energy die Probleme rund um seine Windkraft-Tochter Gamesa im Laufe des Jahres vielleicht endgültig hinter sich lassen und bald in die Gewinnzone rutschen könnte. Doch daraus wird erstmal nichts.

Wie Siemens Energy gestern mitteilte, ist die bisherige Prognose für das Gesamtjahr obsolet. Denn bei Gamesa fallen zusätzlich noch geschätzte Kosten von über einer Milliarde Euro aufgrund der „deutlich erhöhten Ausfallraten bei Windturbinen-Komponenten“ und der nun „technischen Überprüfung der installierten Flotte und des Produktdesigns“ an.

Die Siemens Energy-Aktie ist nach der deftigen Gewinnwarnung um gut 35 Prozent regelrecht eingebrochen. Inzwischen hat sich das Papier bei rund 16 Euro und einem Minus von etwa 32 Prozent eingependelt (Stand: 23.06., ca. 11 Uhr).

Siemens Energy-Aktie rauscht in den Keller

Seit Jahresbeginn hatte sich die Siemens Energy-Aktie kräftig erholt und notierte rund 30 Prozent höher – doch das Zurückziehen der Gewinnprognose hat die Rally der vergangenen Monate mit einem Schlag zunichtegemacht. Über Nacht hat Siemens Energy mehr als 6 Milliarden Euro an Börsenwert verloren.

Dabei schien das Tal der Tränen für den DAX-Konzern mit Kursen nur knapp über 10 Euro der Vergangenheit anzugehören. Das Papier hat seit zwischen Oktober 2022 und Mai 2023 mehr als verdoppelt und wurde zuletzt auch durch einen starken Auftragseingang und eine gute Umsatzentwicklung im zweiten Geschäftsquartal 2022/2023 gestützt.

Siemens Energy kämpft weiter mit Gamesa

Doch die 2017 übernommene Windkraft-Tochter Gamesa sorgt weiterhin dafür, dass Siemens Energy rote Zahlen schreibt. Auch im starken Q2 war der Onshore-Windkraftbetreiber dafür verantwortlich, dass der Gesamtkonzern einen Verlust nach Steuern von 189 Millionen Euro verzeichnen musste.

Eigentlich wollte Siemens Energy das problematische Thema Gamesa in den nächsten 1 bis 2 Jahren hinter sich lassen und die Tochter in die Gewinnzone bringen. Offenbar wird aus dem Plan aber vorerst nichts, auch für 2024 ist keine Besserung in Sicht. Die stark gestiegenen Kosten und das wiederholte Einkassieren der eigenen Prognose stärken das Vertrauen der Anleger wohl nicht.

Siemens Energy-Aktie: Potenzial ist da, aber wann?

Grundsätzlich ist Siemens Energy ein spannendes Unternehmen und als Profiteur der Energiewende ist auch die Aktie eine interessante Option für Anleger. Doch die Windkraft-Tochter Gamesa macht dem DAX-Konzern immer wieder – im wahrsten Sinne des Wortes – einen Strich durch die Rechnung.

Ob Gamesa für Siemens Energy noch lange ein Klotz am Bein sein wird, ist derzeit nicht vorhersehbar. Drastische Kostensteigerungen und Einkassieren von Prognosen lassen die Hoffnung auf schnelle Problemlösungen bei Gamesa schwinden – zumal es hier auch um ein Qualitätsproblem geht. Nun wird es für Siemens Energy zunächst wieder darum gehen, das Vertrauen der Anleger zurückzubekommen.

Quelle: https://aktienscreener.com