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MorphoSys-Aktie: Ist die Talsohle jetzt durchschritten?

MorphoSys-Aktie: Ist die Talsohle jetzt durchschritten?
peshkov / stock.adobe.com
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Für das Biotech-Unternehmen MorphoSys aus Bayern war das Börsenjahr 2022 eine Katastrophe – für die MorphoSys-Aktie ging es im Gesamtjahr um rund 60 Prozent nach unten. Besonders bitter: Auch in 2021 hat das Papier bereits kräftig verloren, was unter anderem mit dem Kauf des US-Krebsspezialisten Constellation Pharmaceuticals für 1,7 Milliarden Dollar zusammenhängt.

Viele Analysten und Anleger sind der Meinung, dass sich MorphoSys damit übernommen hat. Ende Dezember 2022 notierte die Aktie bei nur noch gut zwölf Euro und damit so niedrig wie seit über als zehn Jahren nicht mehr. Zum Jahresauftakt dann der Hoffnungsschimmer für Aktionäre: Seit Anfang Januar 2023 ist der Titel um mehr als 20 Prozent geklettert und notiert heute (Stand 20. Januar) bei 16.40 Euro. Vielleicht hat MorphoSys das Tal nun endgültig überwunden, aber das Unternehmen braucht dringend gute Nachrichten.

MorphoSys in 2022: Kein Ende der schlechten Nachrichten

Die Übernahme von Constellation Pharmaceuticals bedeutete eine Art Zeitenwende für den deutschen Biotech-Konzern. Die finanziellen Herausforderungen für MorphoSys sind immens, denn neben dem kostspieligen Kauf des Krebsspezialisten investiert man derzeit viel Geld in Forschung und Studien.

Doch damit nicht genug: Zum Ende des Jahres 2022 enttäuschten erst die Studienergebnisse für den Alzheimer-Hoffnungsträger Gantenerumab – ein Gemeinschaftsprojekt von MorphoSys und Roche. Kurs vor Weihnachten kam dann noch die Meldung, dass sich der Biotech-Konzern einen neuen Finanzchef suchen muss, der bisherige CFO Sung Lee geht aus persönlichen Gründen zurück in die USA. Auch das einzige bisher in den USA zugelassene Medikament Monjuvi erfüllt bislang nicht die Erwartungen.

2023 startet mit Hoffnung – denn nun scheint bei der MorphoSys-Aktie fast alles eingepreist

Die Liste an Problemen und schlechten Nachrichten ist lang. Dadurch hat das Papier von MorphoSys in den letzten knapp zwei Jahren eine beispiellose Talfahrt hingelegt. Von knapp 100 Euro je Anteilsschein im Januar 2021 ging es runter bis auf gut zwölf Euro Ende 2022 – ein Minus von fast 90 Prozent.

Was Hoffnung macht: Hier scheinen nun wirklich alle schlechten Nachrichten im Kurs eingepreist zu sein. Und so haben sich einige Schnäppchenjäger zu Beginn des neuen Börsenjahres mit MorphoSys-Aktien eingedeckt. Es ist denkbar, dass das Papier seinen vorläufigen Tiefpunkt nun überwunden hat und es in 2023 und darüber hinaus wieder deutlich nach oben gehen kann.

Interessierte Anleger sollten sich aber der Risiken bewusst sein: MorphoSys muss dafür nicht nur seine Finanzen in Ordnung halten, sondern braucht auch dringend Erfolgserlebnisse an der Studien-Front. Hoffnungen setzt das Unternehmen derzeit auf das Knochenmarkkrebs-Medikament Pelabresib. Die Ergebnisse dazu werden jedoch erst Anfang 2024 erwartet. Bis dahin bleibt vieles Spekulation.