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Mongo.DB-Aktie zündet nach Geschäftszahlen Kursfeuerwerk

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Hochgelobt und tief gefallen – treffender lässt sich die Kursentwicklung der MongoDB-Aktie wohl kaum umschreiben. Seit dem Jahreswechsel ging der Kus der Papiere deutlich die Knie. Mussten Anleger zum Jahreswechsel noch über 460 Dollar für einen Anteilschein auf den Tisch legen, so waren die Papiere kürzlich für knapp über 140 Dollar zu haben. Doch damit könnte nun Schluss sein. Die gerade veröffentlichten Geschäftszahlen lagen deutlich über den Erwartungen und katapultierten den Aktienkurs gestern zum Handelsbeginn beinahe 28% in die Höhe.

Mongo.DB könnte die Datenbanklandschaft revolutionieren

Auch wenn die Aktie mittlerweile auf einen Börsenwert von knapp über 12 Milliarden Dollar kommt, hierzulande dürfte das Unternehmen eher nur technologieorientierten Investoren ein Begriff sein. Dabei will der Konzern nichts anderes als die althergebrachte Datenbankwelt revolutionieren. Bedenken Sie: Die marktführenden Datenbankprodukte sind im Kern nach wie vor relationale Datenbanken und basieren damit auf einem mehr als 40 Jahre alten Konzept. Auch heute noch ist dies die Basis für die Datenhaltung in den allermeisten Software-Applikationen.

Alle diese etablierten Systeme basieren darauf, dass die Daten in einem gewissen Schema in Tabellen angeordnet werden und dann mit der Abfragesprache SQL ausgelesen beziehungsweise bearbeitet werden. Doch inzwischen führen vor allem neue Real-Time-Anwendungen die klassischen relationalen Datenbanken an ihre Grenzen.

NoSQL gehört die Zukunft

Die althergebrachten SQL-Datenbanken können komplexe Datenstrukturen, die in höchster Geschwindigkeit verarbeitet werden müssen, nur begrenzt gut verarbeiten. Hier kommen sogenannte NoSQL-Datenbanken ins Spiel. Denn nicht-relationale Datenbanken (NoSQL) haben bei der Verarbeitung von großen Datenmengen einen Geschwindigkeitsvorteil. Die Datenbank-Lösung von MongoDB findet entsprechend reißenden Absatz.

MongoDB profitiert zudem davon, dass immer mehr klassische Software-Anwendungen zukünftig nicht mehr im eigenen Rechenzentrum betrieben sondern auf eine cloud-basierte Lösung umgestellt werden.

Mittlerweile zählt der US-Konzern mehr als 39.000 Kunden in über 100 Ländern. Zu den Rivalen zählen unter anderem Firmen wie Oracle, Microsoft und Redis.

Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen

Die vergangenen Jahre zeigen es: MongoDB wächst kräftig. Seit 2016 vervielfachten sich die Erlöse von 65,3 auf 873,8 Millionen Dollar im zurückliegenden Geschäftsjahr. Auch in diesem Jahr setzt sich das Wachstum weiter fort. Im dritten Quartal, das bei dem Softwareunternehmen bis Ende Oktober ging, kletterten die Umsätze auf 333,62 Millionen Dollar. Das lag 47% über dem vergleichbaren Vorjahresquartal und 28,8 Millionen Dollar über den Erwartungen der Analysten.

Laut Unternehmensangaben lag die Anzahl der Kunden zum Quartalsende bei 39.100. Der Cloud-Datenbankdienst von MongoDB namens Atlas machte 63% des Gesamtumsatzes aus.

Gewinnzone noch weit entfernt

Allerdings ist der Open Source-Softwarekonzern von der Gewinnschwelle noch weit entfernt. Am Ende stand ein Nettoergebnis von minus 84,8 Millionen Dollar in den Büchern. Im Vergleich zum Vorjahresquartal (-81,3 Mio. Dollar) hat sich der Verlust nochmals leicht ausgeweitet. Das Ergebnis je Aktie lag bei minus 1,23 Dollar nach minus 1,22 Dollar im Vorjahr.

Planung für das Gesamtjahr wird angehoben

Für den weiteren Jahresverlauf zeigt sich der Konzern zuversichtlich und hat die Prognose angehoben. Erwartet wird nun ein bereinigter Nettogewinn von 29 bis 31 Cents pro Aktie, während zuvor ein Verlust von 35 bis 28 Cents pro Aktie prognostiziert wurde. Für den Umsatz rechnet MongoDB mit etwa 1,26 Milliarden Dollar, gegenüber der vorherigen Erwartung von 1,2 Milliarden Dollar.

Fazit: Die Analyse von Daten gewinnt immer stärker an Bedeutung. Anstatt Informationen für SQL-Abfragen nur in aufgeräumten Zeilen und Spalten zu organisieren, suchen Entwickler nach Datenbanken, die ihnen bei der Analyse unstrukturierter Daten helfen. Hier kommt MongoDB mit seinen innovativen Datenbanklösungen ins Spiel. Jetzt muss der Konzern zeigen, dass die Cloud-basierte Plattform skaliert und in die Profitabilität gebracht werden kann. Bis dahin gilt weiter: Hohen Chancen stehen auch hohe Kursrisiken gegenüber. Das sollten sich die Investoren auch bei der Mongo.DB-Aktie jeden Tag wieder ins Bewusstsein rufen.