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Mister Spex-Aktie weiter auf Konsolidierungskurs

Inhaltsverzeichnis

Bislang ist die Börsenstory des Online-Optikers Mister Spex alles andere als ein Erfolg. Im Sommer 2021 kamen die Papiere zu 25 Euro an den Markt und die Ambitionen waren groß. Mit dem Emissionserlös von 245 Millionen Euro sollten die Wachstumspläne forciert werden. Das Online-Geschäft in Kombination mit einem beschleunigten Ausbau des Filialnetzes sollte zweistellige Wachstumsraten garantieren und dem großen Rivalen Fielmann Marktanteile abluchsen.

Doch die Realität sah anders aus. Verfehlte Erwartungen, zusammengestrichene Wachstumspläne und Verluste sorgen für deutliche Kursverluste. Zuletzt notierte der Kurs der Mister Spex-Papiere bei 3,35 Euro und damit im aktuellen Börsenjahr 16% im Minus. Damit entwickelte sich der Kurs deutlich schlechter als die Fielmann-Papiere, die im gleichen Zeitraum rund 10% zulegen konnten.

Der Börsenwert von Mister Spex ist entsprechend auf 114 Millionen Euro zusammengeschmolzen und liegt damit weiterhin meilenwert von Fielmann (3,43 Milliarden Euro) entfernt. Zeit also, einen Blick auf die operative Entwicklung und die Perspektiven des Unternehmens zu werfen.

Mister Spex kombiniert On- und Offline-Brillenverkauf

Mister Spex SE ist ein Unternehmen mit Sitz in Berlin, Deutschland, das primär im Bereich Augenoptik beziehungsweise optometristische Produkte tätig ist. Das Unternehmen wurde im Jahr 2007 gegründet und beschäftigte zum Ende des letzten Geschäftsjahres 824 Mitarbeiter. Die größten Anteilseigner sind EssilorLuxottica SA, The Goldman Sachs Group, Inc. und Buell Family.

Laut Firmenangaben betreibt der Konzern Onlineshops in zehn Ländern, über 70 Läden in Deutschland, Österreich, Schweden und der Schweiz sowie ein flächendeckendes Netzwerk aus über 300 Partneroptikern.

8% Umsatzwachstum im ersten Halbjahr

Im abgelaufenen ersten Halbjahr konnte Mister Spex ein Umsatzplus von 8% auf 117 Millionen Euro erzielen. Das deutsche Geschäft wuchs um 13% und trug mit 87,6 Millionen Euro rund 75% zu den gesamten Konzernerlösen bei. International schrumpften die Umsätze hingegen um 4% auf 29,4 Millionen Euro.

Produktseitig gab es große Unterschiede: Während Sonnenbrillen ein Absatzplus von 18% und der Umsatz mit margenstarken Korrektionsbrillen um 13% anstiegen, sank der Umsatz mit Kontaktlinsen im Jahresvergleich um 8%. Der durchschnittliche Bestellwert über alle Produkte lag mit 94,64 Euro derweil 10% über dem Niveau des Vorjahres.

Mister Spex verbessert Gewinnmarge

Bei der Profitabilität konnte Mister Spex durch Einsparungen im Marketing und einem noch stärkeren Fokus auf Effizienz Fortschritte verzeichnen. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) lag bei -1,4 Millionen Euro und damit besser als im Vorjahreszeitraum (H1 2022: -6,3 Millionen Euro). Um Einmaleffekte bereinigte erreichte das EBITDA mit +0,7 Millionen Euro sogar die Gewinnzone.

Prognose bleibt bestehen

Das Umfeld bleibt herausfordernd. Die eingetrübte Konsumstimmung aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie, der Krieges in der Ukraine sowie die stark gestiegene Inflation dürften sich weiter als Belastungsfaktoren erweisen.

Das Management erwartet ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich und eine positive bereinigte EBITDA-Marge im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das Umsatzwachstum wird durch leichte Steigerungen bei der Anzahl der Bestellungen, dem durchschnittlichen Bestellwert und der Anzahl der aktiven Kunden unterstützt. Im Jahr 2023 erwartet das Management die Eröffnung von bis zu 10 neuen Läden.

Fazit: Die gekappten Wachstumsambitionen und das anspruchsvolle Umfeld haben zu einem deutlichen Kursverfall der Aktie nach dem Börsengang geführt. Auf dem aktuellen Niveau hat sich zumindest das Chance-Risiko-Verhältnis verbessert. Dem aktuellen Börsenwert von 114 Millionen Euro steht eine Cash-Position von 124 Millionen Euro gegenüber.

Befürworter der Aktie führen zudem eine jederzeit mögliche Übernahme durch den großen Anteilseigner EssilorLuxottica (hält 11,3% aller Aktien) und das niedrige Kurs-Umsatz-Verhältnis (derzeit rund 0,5) ins Feld. Skeptiker stellen hingegen anhaltend hohe Expansionskosten und die schwachen Margen in den Mittelpunkt. Sollte jedoch der nachhaltige Sprung in die Gewinnzone gelingen, könnte die Aktie einen Blick wert sein. Denn die demographische Entwicklung und der Trend zu margenstarken Korrektionsbrillen dürfen in jedem Fall für Unterstützung sorgen.