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Manz-Aktie: Ritterschlag von Daimler Truck – Mega-Chance!

Inhaltsverzeichnis

Mit einem Jahresumsatz von rund 240 Milliarden Euro ist der deutsche Maschinenbau einer der wichtigsten Industriezweige des Landes. Doch viele Unternehmen aus diesem Sektor sind der Öffentlichkeit kaum bekannt. So auch die Manz AG.

Vor wenigen Tagen konnte der Hidden Champion aus Reutlingen nun eine wegweisende Kooperation schließen. Die Aktie sprang daraufhin am Montag um gut 20 Prozent nach oben.

Manz: Produktionsanlagen für Solarmodule, Displays und Batterien

Bevor wir uns das Ganze genauer anschauen, zunächst ein paar wichtige Hintergrundinfos für Sie. Kurzum: Manz bietet Industriekunden Produktionsanlagen – angefangen bei Einzelmaschinen für die Laborfertigung oder Kleinserienproduktion bis hin zu Produktionslinien für die Massenherstellung.

Mit den Anlagen der Reutlinger werden beispielsweise Solarmodule und Displays für Smartphones sowie TV-Geräte gefertigt. Doch das ist längst nicht alles. Manz ist auch ein Wegbereiter der Elektromobilität. Schauen Sie: Mit seinen 1.400 Mitarbeitern unter anderem in Deutschland, Italien, China und Taiwan entwickelt das Maschinenbauunternehmen Fertigungsstraßen für die Batteriesysteme der E-Autos und deren elektrische Antriebsstränge.

Maschinenbauer macht Industriekunden effizienter

Dabei geht es beispielsweise um Maschinen zur Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien. Manz unterstützt also Akkuhersteller, Autobauer und andere Zulieferer bei der Montage, dem Schweißen, dem Kleben und Löten von Batteriesystemen. Interessant: Der Konzern ist gleichzeitig ein Vorreiter der Industrie 4.0.

Das heißt: Das Unternehmen entwickelt digitale Lösungen und Sensoren, um seine Industrieanlagen zu vernetzen und damit die Produktion seiner Kunden effizienter zu machen – etwa wenn es um einen haargenauen Material- und Energieeinsatz geht. Die Industrie kann dadurch die Kosten bei der Herstellung etwa von Batterien langfristig senken. Das führt im Endeffekt dazu, dass Stromerautos günstiger angeboten werden können, was dem Durchbruch der Elektromobilität zugutekommt.

Daimler Truck steigt bei Manz ein

Diese Vorteile hat nun auch der Weltmarktführer im Bereich der Schwerlaster erkannt. Namentlich: Daimler Truck. Wie Manz am Montag mitteilte, werde sich der Stuttgarter LKW-Bauer im Zuge einer Kapitalerhöhung in Höhe von rund 10 Prozent des Grundkapitals an dem Maschinenbauer beteiligen.

Daimler Truck will die neuen Aktien zu einem Stückpreis von 39,53 Euro kaufen. Insgesamt 30,6 Millionen Euro dürfte Manz damit erlösen. Das Unternehmen will das Geld nutzen, um sein weiteres Wachstum zu finanzieren. Gleichzeitig schlossen die Partner auch eine operative Kooperation.

Batteriezellen aus Mannheim

So soll Manz dabei helfen, am Daimler Truck Standort in Mannheim eine Pilotlinie für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batteriezellen sowie die Montage der Akkus aufzubauen. Ähnlich wie andere Fahrzeughersteller wollen auch die Stuttgarter künftig eine eigene Batterieproduktion betreiben, um unabhängiger von externen Lieferanten vor allem aus Asien zu werden.

Dass Daimler Truck dafür Manz ausgewählt hat, ist für den Maschinenbauer so etwas wie ein Ritterschlag. Manz sei der ideale Partner für Daimlers Strategie und habe jahrzehntelange Erfahrung in der Batterietechnologie und Expertise solcher Großprojekte, betonte Manz-Boss Martin Drasch.

Manz-Aktie seit Monaten volatil

Entsprechend schoss die Aktie wie oben erwähnt am Montag durch die Decke, wenngleich das Papier am Dienstag und Mittwoch wieder einen Teil dieser Gewinne abgeben musste. Zuletzt jedenfalls war die Börse in Sachen Manz eher vorsichtig. Das Papier legte im bisherigen Jahresverlauf eine stark volatile Entwicklung hin.

So musste der Industrieausrüster im ersten Quartal 2022 ein negatives Betriebsergebnis in Höhe von -3,2 Millionen Euro hinnehmen. Manz begründete das unter anderem mit den steigenden Material- und Personalkosten. Auf der anderen Seite legte der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 20 Prozent zu.

Elektromobilität sorgt für starke Nachfrage

Der Auftragsbestand jedenfalls kann sich sehen lassen. Dieser stieg in Q1 um satte 60 Prozent auf 273 Millionen Euro. Insbesondere im Bereich der Elektromobilität war die Nachfrage vielversprechend.

Hier erzielte man in Q1 einen Auftragseingang von 41,7 Millionen Euro und einen im Vergleich zum Vorjahr rund doppelt so hohen Auftragsbestand von 183 Millionen Euro. So konnte man unter anderem einen nicht näher genannten Batteriehersteller aus Südeuropa als Großkunden gewinnen.

Wie geht es weiter?

2022 und darüber hinaus will Manz sein Wachstum fortsetzen. Das könnte durchaus gelingen, nicht zuletzt wegen der neuen Kooperation mit dem Mega-Konzern Daimler Truck.

Trotzdem: Als Industrieausrüster ist Manz natürlich konjunkturabhängig. Im Worst Case könnte das dem Unternehmen angesichts der Auswirkungen des Ukraine-Kriegs noch schwer auf die Füße fallen. Auf der anderen Seite ist die Nachfrage im Bereich der Elektromobilität so dynamisch, dass Manz auch ohne größere Blessuren durch die Krise kommen könnte.

Spätestens am 4. August dürfte es hierzu etwas mehr Klarheit geben. Dann will Manz seinen Halbjahresbericht zu 2022 veröffentlichen. Wir dürfen also gespannt sein.