Worthington Steel sichert sich Mehrheit an Klöckner & Co
Der US-Stahlverarbeiter Worthington Steel hat bei der strategisch wichtigen Übernahme des traditionsreichen Düsseldorfer Stahlhändlers Klöckner & Co einen entscheidenden Meilenstein erreicht. Wie die Unternehmen mitteilten, konnte die selbstgesteckte Mindestannahmeschwelle erfolgreich überschritten werden. Damit rückt die Bildung eines neuen transatlantischen Branchenriesen ein großes Stück näher.
Meilenstein erreicht: 58,8 Prozent gesichert
Nach Ablauf der initialen Annahmefrist hat sich Worthington Steel (ISIN: US9821041012) mittlerweile rund 58,65 Millionen Aktien von Klöckner & Co (ISIN: DE000KC01000) gesichert. Dies entspricht einer Beteiligung von 58,8 Prozent. Damit wurde die für den Vollzug der Transaktion notwendige Mindestannahmeschwelle von 57,5 Prozent erfolgreich geknackt. Einen erheblichen Beitrag zu diesem Erfolg leistete der bisherige Großaktionär Friedhelm Loh, der seinen Anteil von gut 41,5 Prozent über seine Holdinggesellschaft andiente.
Das Barangebot in Höhe von 11,00 Euro je Aktie wurde von Vorstand und Aufsichtsrat von Klöckner bereits im Vorfeld als attraktiv und angemessen bewertet. Sie empfehlen den verbleibenden Anteilseignern weiterhin, die Offerte anzunehmen.
Verlängerte Annahmefrist bis Mitte April
Aktionäre, die ihre Papiere bislang noch nicht angedient haben, erhalten nun eine weitere Chance: Die Annahmefrist wurde verlängert und läuft vom heutigen 1. April 2026 bis zum 14. April 2026. In diesem Zeitraum können die übrigen Aktien weiterhin zum Angebotspreis veräußert werden.
Trotz der bevorstehenden Eingliederung in den US-Konzern soll Klöckner & Co unter der Führung des aktuellen CEOs Guido Kerkhoff operativ eigenständig bleiben. Schließungen von Standorten oder betriebsbedingte Entlassungen sind im Rahmen der Transaktion, die mit insgesamt rund 2,1 Milliarden Euro bewertet wird, dem Vernehmen nach nicht geplant.
Aktuelle Kursentwicklung und Markteinschätzung
Ein Blick auf die Kurszettel am heutigen Nachmittag zeigt bei beiden Werten eine stabile Marktlage. Es lässt sich jedoch eine klare Tendenz ableiten: Die Aktie von Klöckner & Co behauptet sich an den deutschen Handelsplätzen auf einem soliden Niveau, das weiterhin über der angebotenen 11-Euro-Marke liegt. Dies deutet darauf hin, dass die Investoren nicht nur das Übernahmeangebot stützen, sondern womöglich auf eine positive langfristige Entwicklung spekulieren. Auch das Papier von Worthington Steel zeigt an der New York Stock Exchange (NYSE) eine stabile Tendenz ohne größere Einbrüche.
Die Marktteilnehmer werten den Vollzug der Mehrheitsübernahme offensichtlich als Erfolg. Mit der Fusion entsteht der zweitgrößte Stahl-Service-Center-Konzern in Nordamerika mit einem kombinierten Jahresumsatz von über 9,5 Milliarden US-Dollar. Für langfristig orientierte Anleger beider Unternehmen dürfte nun entscheidend sein, wie zügig die strategischen Synergien nach dem für das zweite Halbjahr 2026 erwarteten offiziellen Abschluss gehoben werden können.