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Klimawandel: Im Ahrtal werden viele Unternehmen nicht mehr versichert

Inhaltsverzeichnis

Ist das brutaler Kapitalismus oder einfach nur nüchtern Kalkulation, welche die Realitäten so akzeptiert, wie nun einmal sind? Fakt ist: Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal sind eine ganze Reihe von Versicherungen nicht mehr bereit Betriebe gegen derartige Elementarschäden zu versichern. Darüber hat auch das Handelsblatt berichtet. Die Konsequenz ist: Wer nicht versichert ist, bekommt auch keine Kredite mehr. Diesen Unternehmen bleibt nichts anderes übrig, als aufzugeben oder woanders neu anzufangen.

Das ist längst keine abstrakte Bedrohung mehr

Damit ist klar: Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern findet vor unserer Haustür statt – unter anderem vor meiner eigenen in der Nähe von Bonn. Mit einem komplett überschwemmten Keller (davon 95% der Ausstattung nicht mehr brauchbar) bin ich noch glimpflich davongekommen. Im Ahrtal, das nicht mal eine halbe Stunde Autofahrt von mir entfernt ist, hat es die Menschen wesentlich schlimmer getroffen.

Wir stehen vor einem gewaltigen Paradigmenwechsel

Das ist erst der Anfang eines gnadenlosen Ausleseprozesses, der auch die Börsen auf den Kopf stellen wird. Drei aktuelle Meldungen der letzten Tage bestätigen, dass hier etwas in Bewegung geraten ist, dass bereits die Börsen erfasst hat.

  • Handelsblatt: „Das Wettrennen zu null Emissionen hat begonnen“ – Welche Länder vorne liegen.“
  • Commerzbank: „Der Megatrend Nachhaltigkeit. Das Thema Nachhaltigkeit ist als Megatrend in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Einer der Treiber dieses Themas ist die Klima-Krise. Auf dem Weg zur angestrebten Klimaneutralität ist die Dekarbonisierung der Wirtschaft die tragende Säule. Sie hat Auswirkungen auf viele Rohstoffe.“
  • Der Spiegel: „Greenpeace verklagt Volkswagen. Unternehmen, die zu viel Co2 ausstoßen, werden verklagt.“ Schon vor Monaten wurde Shell erfolgreich verklagt. Das ist der Beginn einer neuen Klagewelle gegen klimaschädliche Unternehmen, aber auch Regierungen, die zu wenig oder nichts unternehmen.

Was jetzt passiert: Dekarbonisierung und Stigmatisierung

Hier ist eine Transformation im Gange, die auch die Börse erreichen wird. Denn zum ersten Mal in der Geschichte verbinden sich um Kampf gegen Klimawandel Ökonomie und Ökologie. Bisher standen sich diese beiden Positionen nahezu feindlich gegenüber. Jetzt stellt sich heraus: Der Klimawandel ist ohne das Kapital, sprich: die Börse, nicht zu bewältigen.

Commerzbank: „Megatrend der postindustriellen Revolution“

Und daraus ergeben sich für als Anleger jetzt und in Zukunft gewaltige Chancen. Denn mit der jetzt erforderlichen Dekarbonisierung – also Geschäftsmodelle ohne fossile Brennstoffe – geht auch eine Stigmatisierung veralteter, klimaschädlicher Geschäftsmodell einher. Hier stehen wir vor dem Beginn eines gnadenlosen Ausleseprozesses.

Fazit: „Nachhaltigkeit wird zum „Megatrend der postindustriellen Revolution“, wie die Commerzbank schreibt. Dabei geht es im Kampf um die Erderwärmung nicht nur um die einzelnen Länder, sondern vor allem, um die Unternehmen, die Technologien und die Rohstoffe, die jetzt Fokus stehen.