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Inflation und steigende Zinsen – Immobilienpreise purzeln

Inhaltsverzeichnis

Viele von Ihnen fragen sich angesichts der steigenden Zinsen sicher, wie es wohl am deutschen Immobilienmarkt weitergehen wird, der sich in den letzten Jahrzehnten und auch jetzt noch bemerkenswert stark zeigt.

Kommt es hier in den nächsten Jahren zu der ernsthaften Preiskorrektur, vor der so viele Analysten bereits warnen?

Schließlich sind die Zinsen für Immobilienkredite seit Jahresbeginn im Durchschnitt von ca. 1 Prozent auf ca. 3,9 Prozent gestiegen, was in der Regel zu einer Abkühlung der Nachfrage führt, da sich weniger Menschen die Aufnahme eines Kredits leisten können.

Laut einer Studie der Deutschen Bank sind die Hauspreise in Deutschland seit März dieses Jahres bereits um etwa 5 Prozent gesunken und werden insgesamt um weitere 20 bis 25 Prozent fallen.

Frankfurt und München: Wann die Immobilienblase platzt, ist nur eine Frage der Zeit!

Der im Oktober 2022 veröffentliche Bericht „Global Real Estate Bubble Index für 2022“ des Schweizer Bankhause UBS geht sogar davon aus, dass Frankfurt und München Standorte mit „ausgeprägten Blasenmerkmalen“ sind.

So belegen die beiden deutschen Städte neben Toronto und Zürich die obersten VIER Plätze des Index!

Typische Anzeichen für die hohe Blasengefahr sind dem Bericht zufolge eine Entkopplung der Preise von den lokalen Einkommen und Mieten sowie Ungleichgewichte in der Realwirtschaft, wie etwa eine übermäßige Kreditvergabe und Bautätigkeit. Beides ist laut UBS in Frankfurt und München gegeben.

Zu Frankfurt können Sie im Bericht folgendes lesen: Blasengefahr! Obwohl die Immobilienpreise zwischen Mitte 2021 und Mitte 2022 nur um 5 % gestiegen sind, verbirgt sich dahinter ein steiler Anstieg: Die Wohnungspreise liegen immer noch um mehr als 60 % über dem Niveau von vor fünf Jahren, so dass ein Blasenrisiko besteht.

Und auch München kommt schlecht weg: Blasengefahr! In München haben sich die Immobilienpreise in den letzten zehn Jahren nominal mehr als verdoppelt. Der Wohnungsmarkt wird noch durch eine extrem niedrige Leerstandsquote und eine wachsende Erwerbsbevölkerung gestützt.

Auch in Europa gerät der Immobiliensektor immer tiefer in den Abwärtsstrudel

Im Euroraum hat die EZB die Leitzinsen bislang nur um 2,00 Prozentpunkte erhöht. Trotzdem sind die Zinsen für eine Baufinanzierung kräftig gestiegen: vom historischen Tief Ende 2020, als ein auf 10 Jahre fixiertes Hypothekardarlehen noch mit 0,36 Prozent verzinst wurde, bis heute, wo die Zinsen bei aktuell rund 3,2 Prozent liegen. Das ist neunmal mehr als noch vor zwei Jahren!

Neunfach höhere Zinsen bei Immobilienkrediten

Dieser Zinsanstieg führt aber nicht nur dazu, dass sich die monatliche finanzielle Belastung für einen Immobilienkredit erhöht. Auch die Inflation fordert ihren Tribut: Die in Deutschland mittlerweile zweistelligen Inflations-Raten engen nämlich den finanziellen Spielraum auch weiter ein. Dadurch bricht die Nachfrage nach Immobilien in vielen Ländern bereits kräftig ein.

Auch die Inflation sorgt für günstigere Immobilienpreise!

Hinzu kommt, dass sich durch die hohe Inflation immer mehr Mieter die Miete nicht mehr werden leisten können. Im dritten Quartal 2022 sind in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr die Löhne inflationsbereinigt um 5,7 Prozent gesunken. Ein Arbeitnehmer, der sich vergangenes Jahr real noch Güter im Wert von 100 Euro leisten konnte, ist jetzt nur mehr in der Lage, Güter im Wert von 94,3 Euro zu erwerben. Säumige Mieter wird es also in Zukunft häufiger geben!

Hier droht weitere Abwärtsgefahr für deutsche Immobilien

Im deutschen Immobiliensektor tritt erschwerend hinzu, dass in Zeiten hoher Inflationsraten etwaige politische Eingriffe wie Mietpreisobergrenzen die Einnahmen zusätzlich schmälern können. Auch solche Faktoren belasten den allgemeinen Immobilienmarkt.

Fazit: Rechnen Sie damit, dass die Immobilienpreise in Deutschland nicht nur inflationsbereinigt deutlich fallen. Parallel dazu drohen die Kreditkosten durch weiter steigende Zinsen zu explodieren sowie weiter hohe reale Einkommenseinbußen. Hinzu kommen drohende staatliche Enteignungsmaßnahmen. Insbesondere, wenn Sie vorhaben in nächster Zeit eine Immobilie zu veräußern, sollten Sie schnell handeln!