Gesco: Umsatz und Gewinn am oberen Ende der Prognose
Der Krieg im Nahen Osten bleibt das beherrschende Thema an den Börsen. Die hohen Ölpreise drücken die Aktienkurse. Die Berichtssaison, die nach wie vor läuft, rückt dadurch kurzfristig in den Hintergrund. Dennoch sollten Sie die Unternehmenszahlen genau unter die Lupe nehmen. Wenn der Krieg aus den Schlagzeilen verschwunden ist, werden diese Zahlen die Basis für die zukünftige Aktienbewertung sein.
Die mittelständische Beteiligungsgesellschaft Gesco hat in dieser Woche Vorabzahlen für 2025 vorgelegt, mit denen bei Umsatz und Gewinn das obere Ende der jüngsten Prognose erreicht werden konnte.
Gesco wurde 1989 gegründet und hat seinen Sitz in Wuppertal. Die Gesellschaft ist eine mittelständisch geprägte Industriegruppe mit Markt- und Technologieführern. Die Beteiligungsgesellschaft erwirbt und entwickelt mittelständische Industrieunternehmen langfristig und verfolgt dabei nicht die Absicht, die Beteiligungen schnell wieder zu versilbern. Vielmehr will das Management langfristig am Erfolg der Tochtergesellschaften teilhaben.
Erfolgreicher Portfolioumbau
Im ersten Corona-Jahr 2020 hat Gesco den größten Portfolio-Umbau seiner Firmengeschichte abgeschlossen. Kurz vor Weihnachten 2020 verkaufte das Unternehmen sechs seiner damals 18 Beteiligungen an den Schweizer Investor Evoco. Vor allem margenschwache Tochtergesellschaften wurden aus dem Portfolio verbannt.
Dieser Schritt kostete zwar rund 90 Mio. Euro Umsatz, wirkt sich seither aber positiv auf die Profitabilität aus. Der Fokus liegt jetzt klar auf innovativen Firmen, die in ihren Nischen eine führende Marktposition einnehmen.
Gewinnsprung trotz negativem Sondereffekt
Gesco erzielte im Geschäftsjahr 2025 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz in Höhe von 495,0 Mio. Euro. Damit konnte der Vorjahreswert nicht ganz erreicht werden. Der Nettogewinn stieg deutlich von 4,4 auf 9,9 Mio. Euro. Beide Werte liegen am oberen Rand der zuletzt kommunizierten Prognose. Diese sah einen Umsatz von 480 bis 500 Mio. Euro und einen Nettogewinn von 7 bis 10 Mio. Euro vor.
Im Nettogewinn enthalten sind einmalige negative Sondereffekte von insgesamt -2,6 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie beläuft sich voraussichtlich auf 0,96 Euro (Vorjahr: 0,42 Euro). Davon sollen im laufenden Jahr 0,20 Euro je Aktie als Dividende an die Anteilseigner ausgeschüttet werden.
Der Plan für die Zukunft: Organisches Wachstum und Zukäufe
Darüber hinaus soll die organische Weiterentwicklung mit gezielten Zukäufen verbunden werden. Heißt: Gesco will weiter organisch und durch Zukäufe wachsen. Im vergangenen Jahr wurde beispielsweise die Eckart GmbH im Segment Industrie und Infrastruktur zugekauft. Dabei handelt es sich um einen Spezialisten u.a. für hydraulische Schwenkmotoren und Drehantriebe.
Mitte April wird Gesco einen Ausblick für das laufende Jahr veröffentlichen. Schon jetzt ist aber klar: Springt die deutsche Konjunktur trotz des Iran-Kriegs im laufenden Jahr aufgrund der Infrastruktur-Investitionen wieder an, sollten die Gesco-Töchter davon in besonderem Maße profitieren. Das macht die Gesco-Aktie zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu einem spannenden Investment.