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Fielmann Aktie – Augen auf!

Inhaltsverzeichnis

Im ersten Halbjahr 2022 steigerte die Hamburger Optikerkette Fielmann ihren Umsatz deutlich, der Gewinn sank dagegen. Für das nächste Jahr bleibt es angesichts eines schwierigen Umfelds bei der Anfang Juli gesenkten Prognose.

Umsatz steigt in allen großen Märkten robust

Im am 30. Juni 2022 abgeschlossenen ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2022 steigerte Fielmann seinen Konzernumsatz um gut 8 Prozent auf 854,5 Millionen Euro. Beinahe auf dem gleichen prozentualen Niveau erhöhte sich die Anzahl der verkauften Brillen von 3,9 auf 4,2 Millionen. Davon entfielen alleine 2,2 Millionen auf das zweite Quartal (Vorjahr: 2 Millionen), da witterungsbedingt naturgemäß im Sommer erheblich mehr Sonnenbrillen verkauft werden als im Winter.

Der Konzernumsatz erhöhte sich im zweiten Quartal ebenfalls um etwa 8 Prozent auf 440,1 Millionen Euro. Generell verkauften sich Sonnenbrillen und Kontaktlinsen mit Wachstumsraten von jeweils deutlich über 20 Prozent besonders gut, während Korrektionsbrillen und Hörsysteme – die dank höherer Margen lukrativer sind – auf ein Wachstum imhohen einstelligen Prozentbereich kamen.

Den Löwenanteil seines Geschäfts macht Fielmann weiterhin in Deutschland, wo der Umsatz im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 Prozent auf 655,5 Millionen Euro stieg. Gut lief es auch in der Schweiz mit einem Umsatzplus von 8,8 Prozent auf 98,5 Millionen Euro sowie in Spanien, wo es sogar um 10,8 Prozent auf 58,6 Millionen Euro nach oben ging.

Geringerer Gewinn wegen höherer Kosten

Der Vorsteuergewinn von Fielmann fiel im ersten Halbjahr 2022 im Vorjahresvergleich um 7,2 Prozent auf 89,1 Millionen Euro, der Nachsteuergewinn um 5,9 Prozent auf 62,3 Millionen Euro. Auch beim EBITDA ging es nach unten, er sank gegenüber dem Vorjahr um 8,1 Prozent auf 171,4 Millionen Euro.

Im zweiten Quartal beschleunigte sich der Gewinnrückgang. So rauschte der Vorsteuergewinn um 27,3 Prozent auf 39,4 Millionen Euro nach unten und der Nachsteuergewinn um 24,6 Prozent auf 28,2 Millionen Euro.

Das Management verweist auf gestiegene Kosten, die u.a. auf höhere Gehälter als Reaktion auf den Fachkräftemangel zurückgehen. Der zusätzliche Personalaufwand machte im ersten Halbjahr 23,3 Millionen Euro aus. Zudem drückten die niedrigeren Margen der besonders gut laufenden Sonnenbrillen und Kontaktlinsen auf den Ertrag. Der Gewinn je Aktie verringerte sich im ersten Halbjahr leicht um 4 Cent auf 0,71 Euro.

Verhaltener Ausblick

Bereits Anfang Juli hatte das Management des SDAX-Konzerns seine Prognose für 2022 u.a. wegen des Ukraine-Krieges sowie der Inflations- und Zinssorgen gesenkt und damit die Aktie auf Talfahrt geschickt. Dieser niedrigere Ausblick wird mit dem offiziellen Halbjahresbericht bestätigt.

Angestrebt wird beim Konzernumsatz eine leichte Steigerung von 1,68 auf 1,8 Milliarden Euro, das EBIT soll im Vergleich zu 2021 um fast 10 Prozent auf 190 Millionen Euro fallen. Langfristig bleibt das Management allerdings positiv gestimmt und setzt auf Expansion.

Passend dazu wurde jetzt als Teil eines 100 Millionen Euro schweren Investitionsprogramms der Bau einer neuen Hightech-Produktionsstätte im tschechischen Chomutov für mehr als 65 Millionen Euro bekanntgegeben.

Nachdem die Fielmann-Aktie als Folge des gesenkten Ausblicks Anfang Juli um über 10 Prozent an Wert verloren hatte, reagieren die Anleger auf den Halbjahresbericht eher gelassen. Die Aktie steigt im deutschen Mittagshandel um etwas mehr als 1 Prozent auf gut 38 Euro.