Evotec-Aktie: Hohe Kosten durch Cyberangriff

Evotec-Aktie: Hohe Kosten durch Cyberangriff
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Die im April entdeckte Cyberattacke hat den Biotech-Konzern Evotec auch im 2. Quartal noch recht stark belastet, was sich vor allem beim Ergebnis widerspiegelt. Insgesamt zeigten sich Anleger und Analysten jedoch nicht enttäuscht von den Zahlen nach 6 Monaten des Jahres.

Die Evotec-Aktie hat sich nach dem Halbjahresbericht kaum bewegt, die Eckdaten waren bereits im Vorfeld bekannt. Seit Jahresbeginn steht das Papier trotz des Cyberangriffs und der reduzierten Prognose für das Gesamtjahr deutlich im Plus. Und auch langfristig ist hier Potenzial vorhanden.

Evotec mit ordentlicher Umsatzentwicklung – und Kosten durch den Hackerangriff

Nach 6 Monaten hat der MDAX-Konzern Evotec einen Umsatz von 384 Millionen Euro erzielt – etwa 14 Prozent mehr als die 337 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums. Das bereinigte EBITDA ging im selben Zeitraum jedoch von knapp 34 Millionen Euro in 2022 auf nun gut 26 Millionen Euro zurück. Unterm Strich lag der Verlust im 1. Halbjahr 2023 bei 29 Millionen Euro (nach einem Minus von 101 Millionen Euro im letzten Jahr).

Die Cyberattacke im April hat dabei insgesamt Kosten von knapp 40 Millionen Euro verursacht und Evotec damit die Planung für das Jahr verhagelt. Sowohl beim Umsatz als auch beim EBITDA hat das Unternehmen bereits vor einiger Zeit die Prognose für 2023 gekürzt: Evotec erwartet nun einen Umsatz zwischen 750 und 790 Millionen Euro und ein EBITDA zwischen 60 und 80 Millionen Euro.

Evotec-Aktie bleibt interessant für mittel- und langfristig orientierte Anleger

Die Cyberattacke dürfte sich in den kommenden Quartalen nicht mehr bedeutend im Ergebnis von Evotec widerspiegeln. Die Kosten von 40 Millionen Euro hat das Unternehmen bereits recht gut verdaut. Denn bislang hält das im Bereich der pharmazeutischen Wirkstoffforschung tätige Unternehmen auch an seinen ambitionierten Mittelfrist-Zielen fest: Ab 2025 möchte Evotec den Umsatz auf 1 Milliarde Euro und den operativen Gewinn auf 300 Millionen Euro steigern.

Die Evotec-Aktie hat trotz der Rücksetzer im August weiterhin Aufwärtspotenzial. Denn der MDAX-Konzern ist in einem Wachstumsmarkt verankert und dass Kurse jenseits der 30 Euro-Marke möglich sind, hat man bereits in den vergangenen Jahren gesehen. Anleger, die sich für die Biotech-Branche interessieren, sollten auch den deutschen MDAX-Konzern Evotec weiterhin auf dem Zettel haben.