Eckert & Ziegler-Aktie kurzfristig unter Druck

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Die Hoffnung auf einen ruhigen Jahresausklang hat sich bislang nicht erfüllt. Zuletzt gab es wieder deutliche Rücksetzer. Auch die Reaktion der Kurse auf bloße Gerüchte zeigt, dass die Anleger weiterhin nervös sind. So wie bei Eckert & Ziegler.

Unternehmensportrait

Das Berliner Medizintechnikunternehmen zählt zu den weltweit größten Herstellern von radioaktiven Komponenten für medizinische, wissenschaftliche und  messtechnische Zwecke. Eckert & Ziegler konzentriert sich auf Anwendungen in der Krebstherapie, der nuklearmedizinischen Diagnostik und der industriellen Radiometrie. Neben den radioaktiven Komponenten umfasst das Produktportfolio auch Analyse- und Bestrahlungsgeräte. Der Konzern besitzt Produktionsstätten in Europa, Nordamerika und Asien.

Die radioaktiven Isotope und die Analyse- und Bestrahlungsgeräte von Eckert & Ziegler sind sowohl in der Medizin als auch in der Industrie gefragt. Was das Unternehmen aber besonders interessant macht, sind die sogenannten Theranostika. Die Theranostik, die Kombination aus Therapie und Diagnostik, bezieht sich auf Wirkstoffe, die sowohl zur Identifizierung als auch zur Behandlung von Tumoren zum Einsatz kommen.

Achterbahnfahrt beim Aktienkurs in den vergangenen Jahren

Die Aktie von Eckert & Ziegler zählte lange Zeit zu den stärksten Werten des Börsenjahres 2021. Von Januar bis September 2021 verdreifachte sich der Aktienkurs. Seit Herbst 2021 bröckelten die Kurse stark.

Wie so oft an der Börse folgte auf die Übertreibung in die eine Richtung eine Übertreibung in die andere Richtung. Die Aktie stürzte von über 130 bis auf 30 Euro ab. Im Anschluss konnte sich der Kurs – bis vergangene Woche – zwischenzeitlich wieder vom Tief fast verdoppeln.  

Gerücht über Kapitalerhöhung schmeckt den Anlegern nicht

Am Dienstag gab es allerdings wieder einen deutlichen Rücksetzer als ein großes Aktienpaket im Umfang von 1,1 Mio. Aktien angeboten wurde. Ersten Gerüchten zufolge soll Eckert & Ziegler eine überraschende Kapitalerhöhung durchführt haben, um eine neue klinische Studie zu finanzieren. Als Preis für die neuen Aktien wurde 47 Euro genannt, was deutlich unter dem damaligen Börsenkurs von 55 Euro lag. Daher fiel der Aktienkurs umgehend Richtung 47 Euro.

Eine Kapitalerhöhung wurde von Eckert & Ziegler jedoch dementiert. Jetzt wird vermutet, dass die Papiere zwischen institutionellen Investoren den Besitzer gewechselt haben. Bei großen Aktienpaketen ist es üblich, dass ein gewisser Abschlag auf den aktuellen Börsenkurs gewährt wird, wobei dieser hier recht hoch ausfiel. Gesicherte Informationen liegen allerdings nicht vor. Die Aktie konnte bislang nur einen Teil der Verluste wieder wettmachen. Unsicherheiten mag die Börse eben bekanntlich nicht.

Für langfristig orientierte Anleger eine interessante Situation

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob die Aktie den Rücksetzer schnell verdauen kann oder es wieder eine größere Abwärtsbewegung geben wird. Kurzfristig lässt sich dies kaum prognostizieren. Langfristig überwiegen aber aus meiner Sicht bei Eckert & Ziegler die Chancen die Risiken.

Das Unternehmen verfügt über eine starke Marktposition in einer lukrativen Nische der Medizintechnik. In den nächsten Jahren werden die Umsätze weiter wachsen. Sicherlich  muss man an der Gewinnmarge, die zuletzt niedriger ausfiel, noch arbeiten. Aber das sollte machbar sein. Für langfristig orientierte Anleger lohnt sich daher ein genauerer Blick auf die Aktie.