+++ GRATIS Online-Webinar: Energie-Unabhängigkeitsgipfel - bis zu +6.011 % Gewinn mit nur DREI Unternehmen | 10.10., 18 Uhr +++

Delivery Hero: Darum geht es mit der Aktie auf Talfahrt

Inhaltsverzeichnis

Schon bevor der DAX von 30 auf 40 Mitglieder aufgestockt wurde, gelang es Delivery Hero in die Königsklasse der deutschen Top-Unternehmen aufzusteigen, damals als Ersatz für die skandalträchtige Wirecard AG.

Schon zu dieser Zeit habe ich mich persönlich gefragt, was macht ein Essenslieferant im deutschen Leidindex?

Ich war nie richtig überzeugt

So richtig begeistern konnte ich mich nie, weder für die Dienstleistung noch für die Zahlen und schon gar nicht für das „Gehype“ was da rund um Delivery Hero vor gut eineinhalb Jahren bei vielen Analysten stattfand.

Nun, da ich allerdings weiß, dass die Börse bekanntlich ihre eigenen Gesetze hat und mein Geschmack und meine Skepsis beizeiten nicht dem Mainstream entsprechen, habe ich die Aktie somit auch links liegen lassen und mir gedacht, schauen wir mal was die Zukunft da tatsächlich bringt.

Aktie stürzt nach Zahlen ab

Genau diese Zukunft hat dann wohl auch vergangenen Donnerstag dazu geführt, dass die Aktie nach Vorlage der Quartalszahlen und einem ernüchternden Ausblick, über 30% in den Keller rauschte und am Freitag nochmals um 12% bei gerade noch 40,30 Euro aus dem Handel ging.

Hier wurde also in bester Manier richtig Anlegergeld vernichtet, denn wenn man bedenkt, dass Delivery Hero in ihrer besten Zeit eine Marktkapitalisierung von immerhin 36 Mrd. Euro auf die Börsenwaage brachte, blieben davon nach dem Kursdebakel in der vergangenen Woche gerade mal noch 11,5 Mrd. Euro übrig!

Bei Betrachtung der Zahlen, wird einem auch schnell klar, warum die Anleger scharenweise aus der Aktie flüchteten.

Mit dem Blick auf die Zahlen wird vieles klar

Delivery erzielte im Jahr 2021 eine bereinigte EBITDA-Marge auf den Bruttowarenumsatz (GMV) von -2,2%.

Beim Ausblick auf dieses Jahr erwartet der Vorstand eine Marge von -1,1% und zudem einen GMV von 44 bis 45 Mrd. Euro.

Schauen wir uns die negative EBITDA/GMV-Marge an, bedeutet das, das der Zustelldienst im Prinzip meilenweit von einem positiven Nettoergebnis entfernt ist und das zu Zeiten einer Pandemie, wo ja eigentlich die perfekte Situation gegeben ist, dass Lieferdienste richtig Geld verdienen.

Wenn nicht jetzt – wann dann?

Da muss man sich schon die Frage stellen, wenn nicht jetzt wann dann will Delivery Hero Gewinne machen, denn sollten die Menschen wieder in die Normalität zurückkehren, werden sie solche Dienste sicher eher wieder vernachlässigen und in ihre alten Restaurants, Bars und Speisegaststätten einkehren.

In solchen Zeiten wie jetzt mit einem Verlust von 781 Mio. Euro aufzuwarten und zudem bekannt zu geben, dass es auch 2022 nicht besser aussehen wird, erschreckt dann auch die positivsten Analysten.

Wenn die Wachstumsstory sicherlich auch weiterhin nicht mehr intakt ist, nachdem man sich bereits aus Frankreich, den Niederlanden und dem südamerikanischen Raum zurückgezogen hat und in den USA gar nicht erst vertreten ist.

Denn die US-Konkurrenz mit „Just eat takeaway“, „Uber eats“ oder gar Amazon „Fresh“, haben dort bereits eine starke Marktpräsenz, abgesehen von jedem Pizzabäcker, Restaurant oder Bistro was mittlerweile in der Pandemie gelernt hat, seine Waren online anzubieten und auch auszufahren.

Richtige Aktie für den DAX?

Da bleibt es fraglich, ob die Deutsche Börse AG, bei ihrer nächsten Zusammenkunft sich nicht auch so ihre Gedanken macht, denn nach Wirecard will man bestimmt nicht den zweiten faulen Apfel im Obstkorb haben, vor allem wo man den DAX ja gerade so schön neu arrangiert hat, um auch wieder internationale Investoren an Bord zu bekommen, kann man es sich nicht leisten, weitere Vertrauensverluste hinzunehmen.

Dementsprechend ist Delivery für mich nicht mehr als ein Essenslieferant – aber sicher kein Hero!