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SAP, Linde, Telekom: Börsenwert deutscher Unternehmen

Inhaltsverzeichnis

Glaubt man dem letzten Untersuchungsbericht des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY), dann verlieren deutsche Unternehmen immer mehr an Gewicht und Bedeutung an den internationalen Weltbörsen. Gab es im Jahr 2007 immerhin noch 7 Konzerne aus Deutschland die in der Weltspitze mitmischten und zu den wertvollsten unter den 100 Bewerteten waren, dann hat sich das im Jahr 2022 auf null reduziert!

Für deutsche Unternehmen geht es erst ab Platz 113 los

Lediglich die Walldorfer SAP mit einer Marktkapitalisierung von 106,6 Mrd. Euro liegt nur knapp über der magischen Zahl von 100 der wertvollsten Konzerne auf Platz 113. Die Bonner Telekom schaffte es auf Platz 120 mit einem Börsenwert von 95 Mrd. Euro und überraschend kam dann noch der Spezialist für Industriegase – Linde – hinzu, der allerdings nach dem Zusammenschluss mit Praxair keinen Hauptsitz mehr in Deutschland, sondern in Irland hat.

Und der erste Platz geht an…

Mittlerweile hat sich der Erdölkonzern Saudi Aramco auf den Spitzenplatz Nr. 1 gesetzt mit einer Bewertung von 2,3 Bio. Dollar und das sogar noch vor dem US-Technologiespezialisten Apple.

Klar dominiert wird diese Rangliste von US-Unternehmen, die allein 60 Konzerne stellen, die unter die wertvollsten 100 Companies der Welt fallen.

So ist es nicht verwunderlich, dass natürlich die uns allen bekannten börsennotierten „blue chips“ wie Alphabet (Google), Amazon, Meta (Facebook) und natürlich auch Tesla darunter fallen. Weiterhin die Investmentgesellschaft von Warren Buffett, Berkshire Hathaway, und der Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson.

Aber auch auf europäischer Ebene sieht es mau aus

Aber nicht nur in Deutschland sieht es mehr als mau aus, auch für ein Rating unter Einbezug europäischer Unternehmen, kann keine wahre Freude aufkommen. Hier spielt lediglich die Schweitzer Nestlé noch eine Rolle und nur 16 Unternehmen aus Europa haben es unter die wertvollsten 100 geschafft, das war vor 15 Jahren noch anders, da lagen die Europäer noch bei 46 Konzernen.

Dass gerade wir in Deutschland beim Thema Digitalisierung noch einen enormen Nachholbedarf haben, ist uns allen spätestens während der Corona-Pandemie klar geworden, aber das äußerst sich auch klar im Ranking, wenn es um Technologiekonzerne geht. Betrachtet man hier die 23 Companies aus dem Technologiesektor die es unter die Gewinner geschafft haben, dann sind davon 17 in Nordamerika beheimatet, 4 in Asien und nur 2 in Europa! Allein diese Aussage sollte dann doch zu denken geben.

Keine wirkliche Änderung in Sicht

Zudem aktuell fraglich erscheint, wann sich dieses Bild wieder ändert. Denn trotz der Gewinndynamik manches Unternehmens, sind die Märkte zu unser aller Leidwesen, hier wie auch in den USA ordentlich unter Druck geraten. Ängste vor einer galoppierenden Inflation verbunden mit einer eventuellen Rezession bedingen natürlich eine Verunsicherung quer durch alle Branchen, außer bei Öl- und Gas-Unternehmen.

Umso spannender und wichtiger werden dann jetzt Mitte Juli die Quartalszahlen, wenn die Berichtssaison wieder eingeläutet wird. Aber auch hier ist festzustellen, dass die Anleger zuletzt eher auf die Profitabilität eines Unternehmens schauen und nicht mehr nur auf Fantasie und blindes Wachstum hoffen. Vielleicht für die Zukunft eine Umkehr in die Vernunft.

Es liegen also weiterhin spannende Zeiten vor uns.