DAX: Das sind die Aussichten für das 2. Halbjahr

DAX: Das sind die Aussichten für das 2. Halbjahr
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Ein Geburtstag, ein Rekordhoch und ein sattes Kursplus: Die ersten 6 Monate des Börsenjahres 2023 liefen bei weitem nicht so schlecht, wie es die Stimmung vermuten lässt. Denn kurz vor dem 35. Geburtstag des deutschen Leitindex (die erste Notierung erfolgte am 1. Juli 1988) erreichte der DAX mit 16.427 Punkten ein neues Allzeithoch.

Und mit einem Kursplus von fast 15 Prozent seit Anfang Januar war die Performance im 1. Halbjahr 2023 insgesamt sehr stark – trotz der Regionalbanken-Krise, des anhaltenden Krieges in der Ukraine und der weiterhin steigenden Leitzinsen. Doch was können Anleger vom 2. Halbjahr erwarten? Aktuell ist die Stimmung trüb, Grund für Optimismus gibt es trotzdem.

DAX-Anleger sollten geduldig sein

Vor allem für die kommenden 1-2 Monate sollten Anleger vermutlich gute Nerven und Geduld mitbringen. Denn die volatile Seitwärtsphase der vergangenen Wochen könnte sich noch eine ganze Weile fortsetzen. Der Juli war in der Vergangenheit ohnehin kein besonders guter Börsenmonat. Hinzu kommt, dass die nur langsam sinkende Inflation eine Zinswende in den nächsten Monaten sehr unwahrscheinlich macht.

Die Notenbanken halten an ihrem Ziel fest, die Inflation zumindest in Richtung der 2 Prozent drücken zu wollen. So ist ein weitere Zinsschritt der EZB im Juli sehr wahrscheinlich und auch die US-Notenbank Fed könnte bei ihrer nächsten Sitzung eine – nach der Zinspause im Juni – weitere Zinsanhebung ankündigen. In einem solchen Umfeld und der weiterhin schwächelnden Konjunktur sollten Anleger eher nicht mit satten Kurssteigerungen rechnen.

Warum Anleger trotzdem optimistisch für das 2. Halbjahr sein können

Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches 2. Halbjahr im DAX sind also keinesfalls optimal. Doch das gilt vor allem für das 3. Quartal – in den nächsten Monaten wird es für den Leitindex wohl eher darum gehen, die starke Kursentwicklung der vergangenen 6 Monate zu verteidigen. Spätestens ab Herbst können sich Anleger aber an den Leitsatz erinnern: An der Börse wird die Zukunft gehandelt.

An dieser Stelle kommt die langsam aber stetig sinkende Inflation ins Spiel. Auch wenn es im laufenden Börsenjahr keine echte Zinswende mit wieder sinkenden Leitzinsen geben sollte – für Anfang 2024 ist das durchaus realistisch. Weitere Zutaten sind zum Beispiel die Hoffnung auf einen Konjunkturaufschwung und der KI-Boom. Auf den zweiten Blick sind die Aussichten für den DAX im 2. Halbjahr 2023 also gar nicht mal so schlecht.