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Autobauer mit Rekordeinnahmen

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In kaum einem Geschäftssegment lässt sich das Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich so deutlich ablesen wie im Automobilsektor. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung EY weist eindeutig in diese Richtung.

Vor allem Luxusautos weiterhin heißbegehrt

Demnach konnten die größten Autokonzerne der Welt trotz sich abschwächender Konjunktur bei gleichzeitig steigender Inflation weiterhin Rekordgewinne einfahren. Dabei profitierten sie unter anderem von der sich entspannenden Situation bei den globalen Lieferketten, unter anderem der Halbleitermangel beginnt sich aufzulösen. Im vergangenen Jahr hatten fehlende Computerchips zu Produktionsstaus und langen Wartezeiten für die Autokäufer geführt.

Davon ließen sich aber zumindest die Premiumkunden offenbar nicht abschrecken. Vor allem im hochpreisigen Premium- und Luxussegment sind die Auftragsbücher weiterhin gut gefüllt, gerade hier ist die Nachfrage nach wie vor besonders hoch.

Normalverdiener verschieben den Neuwagenkauf

Dagegen ist die Lage bei den Volumenherstellern verzwickter. Damit ist das preisgünstigere Autosegment gemeint, das sich an den Durchschnittsverdiener richtet und in größerer Stückzahl verkauft wird, allerdings mit geringeren Gewinnmargen für die Autohersteller. Hier ist eine Nachfragedelle erkennbar, da viele Verbraucher angesichts der inflationsbedingten Reallohnverluste von größeren Anschaffungen wie etwa einem Neuwagenkauf Abstand nehmen oder diesen verschieben.

Mit Blick auf die Marge hat der US-Elektroautohersteller Tesla klar die Nase vorn: Das Unternehmen erzielte zuletzt eine Gewinnmarge von 17,2 Prozent. Mercedes-Benz kam auf 13,8 Prozent, BMW auf knapp unter 10 Prozent.

Laut EY-Studie: Autobauer verbuchen Rekordquartal

Insgesamt erzielten die 16 in der EY-Studie berücksichtigten Autohersteller hinsichtlich Gewinn und Umsatz die historisch höchsten Ergebnisse eines dritten Kalenderquartals überhaupt. Das operative Ergebnis (Ebit) von Mercedes-Benz lag bei 5,2 Milliarden Euro, Konkurrent BMW kam auf „nur“ 3,7 Milliarden Euro im Zeitraum von Juli bis Ende September.

Der Volkswagen-Konzern, der in seinem Markenkonglomerat von volumenstarken Modellen über Premiumfahrzeuge bis hin zu Luxusautos die gesamte Spannbreite des Marktes bedient, kam auf ein operatives Ergebnis von 4,7 Milliarden Euro und einen Umsatz von fast 71 Milliarden Euro. Damit liegen die Wolfsburger im Fernduell mit dem weltgrößten Autobauer Toyota beim Gesamtumsatz vorn: Die Japaner erzielten lediglich Erlöse von 66,3 Milliarden Euro.

Mercedes-Benz mit vielversprechenden Weichenstellungen

Trotz der insgesamt starken Zahlen konnten sich die Aktien der Autobauer jedoch nicht der Schwäche an den Finanzmärkten entziehen. Seit Beginn des Jahres notieren alle drei im Dax gelisteten Hersteller im Minus, das bei Volkswagen weiterhin zweistellig ausfällt. BMW und Mercedes-Benz konnten die Kursverluste dagegen zuletzt etwas eindämmen und notierten Anfang der Woche weniger als 10 Prozent schwächer als noch zu Beginn des Jahres.

Gerade für Mercedes-Benz ergeben sich auch mit Blick auf die Zukunft interessante Perspektiven. Das Stuttgarter Unternehmen, das vor ziemlich genau einem Jahr aus der Aufspaltung des vormaligen Daimler-Konzerns hervorging, kann sich seither ganz auf sein Kerngeschäft fokussieren – und plant zudem für die Zukunft, verstärkt auf Autos aus dem Luxussegment zu setzen.

Betrachtet man die Entwicklung der Nachfrage in den vergangenen Monaten, setzt Mercedes-Benz damit genau auf das richtige Pferd.