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Deutschland : CeoTronics-Aktie: Börse begeistert – warum der Konzern vom Ukraine-Krieg profitiert!

Hand aufs Herz: Haben Sie schon einmal von dem deutschen Unternehmen CeoTronics gehört? Vielen Deutschen dürfte die börsennotierte Firma aus Rödermark in Hessen (Landkreis Offenbach) jedenfalls kein Begriff sein. Zumindest an der Börse aber scheint sich CeoTronics allmählich von seinem Schattendasein befreien zu können.

CeoTronics als Profiteur des Ukraine-Kriegs

Schauen Sie: Die CeoTronics-Aktie stieg seit dem 24. Februar um satte 64 Prozent – trotz einer inzwischen erfolgten Korrektur nach unten (Stand: 05.04.2022, 14:00 Uhr). Es liegt also auf der Hand, warum das Unternehmen auf einmal im Fokus steht. Schließlich ist der 24. Februar der Tag, an dem Kremlherrscher Wladimir Putin seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine startete.

CeoTronics wird an der Börse somit als Profiteur des Krieges gehandelt. Höchste Eisenbahn also, dass wir uns das Unternehmen heute mal etwas genauer anschauen. CeoTronics entwickelt und produziert elektronische Audio- und Videosysteme. Dabei geht es unter anderem um Headsets.

Headsets und Kommunikationsgeräte für den Kampfeinsatz

Das Besondere: Die teils kabellosen Kopfhöherer sind so designt, dass sie selbst schwierigsten Umgebungsbedingungen standhalten können – zum Beispiel in Gebieten mit sehr hoher Lärmbelastung. Doch nicht nur das: CeoTronics bietet zudem Technologie, um seine Headsets nahezu abhörsicher zu vernetzen.

Sie werden es schon ahnen: Die Lösungen des Unternehmen eignen sich also nicht nur für Industriefirmen, sondern auch für militärische Anwendungen. Soldaten können die platzsparenden Kopfhörer unter ihren Helmen tragen und selbst inmitten der Kampfhandlung mit anderen Soldaten oder dem Gefechtsstand kommunizieren bzw. Befehle empfangen. Selbstredend können auch Militärfahrzeuge wie Truppentransporter oder Panzer mit der Kommunikationstechnik der Hessen vernetzt werden.

CeoTronics will Bundeswehr zur Seite stehen

All das schürt an der Börse Hoffnung, dass CeoTronics bei der anstehenden Aufrüstungsoffensive der EU und Deutschland eine wichtige Rolle einnehmen wird. Schließlich hatte Bundeskanzler Olaf Scholz unlängst ein 100 Milliarden Euro schweres Paket angekündigt, um das deutsche Militär angesichts der russischen Aggression auf Vordermann zu bringen. Man wolle der Bundeswehr als Ausrüster zur Seite stehen, betonte das Unternehmen vor Kurzem.

Tatsächlich hatte CeoTronics in den letzten Jahren einige Aufträge von westlichen Verteidigungsministerien erhalten. Beispielsweise kündigte man vor gut einem Jahr die Lieferung von 60 sogenannten CT-DECT-Systemen an ein Nato-Land an. Dabei handelt es sich um eine Technologie, die das gleichzeitige Hören und Sprechen aller Teammitglieder selbst unter schwierigsten Lärmverhältnissen ermöglicht.

Bilanzzahlen: starkes Profitsignal

Es bleibt nun abzuwarten, wie genau CeoTronics von der Aufrüstungsoffensive des Westens profitieren wird. Gut möglich, dass der Konzern in den kommenden Wochen und Monaten einige interessante Neuaufträge vermelden kann.

Ohnehin ist der Industrie- und Militärzulieferer finanziell sehr gut aufgestellt. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021/22 (per Ende November) verbesserte CeoTronics seinen Umsatz um 6,6 Prozent auf 15,17 Millionen Euro – ein Rekordwert für die Hessen. Gleichzeitig stieg der Gewinn um 15,4 Prozent auf 1,83 Millionen Euro. Die Profitabilität wuchs also stärker als der Umsatz. Das ist ein gutes Zeichen in Sachen Effizienz.

Nun aber zur Aktie

Das Papier ist wegen der enormen Kurssteigerung seit dem 24. Februar inzwischen nicht mehr unbedingt billig. Daran hat auch die jüngste Kurskorrektur nur wenig verändert. Berücksichtigt man die Schätzungen zum Gewinn je Aktie für das gesamte Geschäftsjahr 2021/22 und den aktuellen Aktienkurs, ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von mehr als 17 Zählern.

Dennoch sehen einige Analysten für die Aktie nach wie vor Potenzial nach oben. Die Experten der deutschen BankM etwa schreiben dem Papier ein Kursziel von 6,76 Euro zu. Das wären rund 15 Prozent mehr als das Kursniveau vom Dienstag. Interessant: Die Analysten prophezeien für das laufende Geschäftsjahr eine Dividendensteigerung um 33 Prozent. Dadurch würde sich – gemessen am aktuellen Kurs – eine durchaus solide Dividendenrendite von rund 2,8 Prozent ergeben.

Entscheidend wird nun sein, ob, wann und welche konkreten Militäraufträge CeoTronics in nächster Zeit präsentieren kann. Als Anleger sollten Sie sich jedenfalls auf weitere kurzfristige Euphorie-Impulse einstellen.

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Über den Autor
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Marco Schnepf

Börse aus Leidenschaft: Marco Schnepf analysiert seit Jahren das tägliche Geschehen an den Kapitalmärkten.

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