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Wo der Tech-Sektor noch Gewinnchancen bietet

Inhaltsverzeichnis

Als die Pandemie 2020 über uns hinwegfegte, florierten die Technologieunternehmen. Der Sektor zählte ohne Frage zu den Corona-Gewinnern an der Börse, aber die Freude für Anlegerinnen und Anleger währte nur kurz. Auf den Höhenflug folgte der Absturz. Sogar Börsenschwergewichte wie Apple, Amazon, Meta oder Microsoft mussten Federn lassen.

Die Aktien kleiner, unbekannter Technologieunternehmen gerieten ebenfalls massiv unter Druck. Einige gelten inzwischen als zu stark abverkauft, was Sie zu Ihrem Vorteil nutzen könnten.

Ein Blick in die hinteren Reihen lohnt

Auf der Suche nach unterbewerteten Technologie-Aktien sind wir auf Cancom (WKN 541910) gestoßen, ein IT-Dienstleister aus Bayern, der mit einem ganzheitlichen Konzept wirbt und die digitale Transformation in den Fokus stellt.

Quelle: Aktien Screener Investor Verlag

In den letzten Jahren hat sich Cancom enorm weiterentwickelt, denn 2015 war das Unternehmen mit Hauptsitz in München noch ein reines Systemhaus. Anders ausgedrückt: Cancom brachte Software- oder Hardware-Anbieter mit Kunden zusammen. Heute sind die Münchner ein ganzheitlicher Partner rund um die IT. Im Portfolio finden potenzielle Kunden Beratung, Realisierung und Service aus einer Hand.

Clevere Strategie mit wiederkehrenden Umsätzen

Das klingt nicht nur nach wiederkehrendem Umsatz. Das ist wiederkehrender Umsatz. Mehr als ein Drittel des Jahresumsatzes von 1,3 Milliarden Euro wird aus Cloud-, Hosting und As a Service-Angeboten generiert.

Trotz einem eigentlich krisenfesten Angebot, traten im letzten Jahr Probleme auf. Lieferengpässe bremsten das Unternehmen aus, Aufträge konnten nicht abgearbeitet werden. Außerdem zögerte der öffentliche Sektor bei der Vergabe von neuen Aufträge. Das spiegelte sich im Umsatz wider, da 40 % aus öffentlicher Hand kommen. Die Zukunft sah für Cancom nicht mehr ganz so rosig aus. Deshalb wurden die Ziele für das laufende Jahr gesenkt.

Die Aktie wurde auf Talfahrt geschickt, steht seit Jahresbeginn fast 60 % im Minus. Der Börsenwert des Unternehmens liegt nur noch bei rund 900 Millionen Euro. Das entspricht dem 20-fachen des erwarteten Gewinns.

Cloudgeschäft mit großem Zukunftspotenzial

Das klingt in Ihren Ohren für eine Firma, die in diesem Jahr nicht wachsen wird, noch recht teuer? Grundsätzlich ist da etwas dran, aber langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger könnten das Abschmieren der Aktie auch als günstigen Einstiegspunkt sehen, denn: Cancom hat definitiv Potenzial. Das gilt vor allem für das Cloudgeschäft, das sich schon jetzt besser entwickelt als der Gesamtumsatz der Firma. Im ersten Halbjahr konnte dieser ein Plus von
28 % verbuchen, während der Umsatz im Bereich IT-Solution, der viel größer ist, um 14 % zurückging.

Rechnen Sie den Cash-Bestand aus der Bewertung heraus, liegt das Gewinnmultiple bei weniger als 10.

Kurzfristig könnte die Cancom-Aktie aufgrund der negativen Stimmung im Tech-Sektor weiter unter Druck geraten. Investoren müssten bei den wahrscheinlichen Schwankungen Nerven behalten, bevor das im S-Dax und Tec-Dax notierte Unternehmen mittel- oder langfristig zur neuen Stärke erblühen könnte. Ein Blick lohnt auf jeden Fall.