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Cancom – vom Hörsaal an die Börse

Cancom – vom Hörsaal an die Börse
Dennis / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Cancom zählt zu den größten IT-Dienstleistern in Deutschland. Seit einiger Zeit schwächelt die Aktie ein wenig, doch das könnte sich ändern.

Mit dem Vertrieb von Apple-Produkten fing es an

Ein wenig klingt das Ganze nach dem amerikanischen Traum – der Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär. Nur nicht ganz so klebrig und schmalzig wie in Hollywood. Wir befinden uns in der Stadt Augsburg und schreiben das Jahr 1992. Drei Studenten fassten sich ein Herz und gründen die IT-Firma Cancom. Faktisch noch in der Startup-Phase wurde das Unternehmen einer der ersten Vertriebspartner von Apple in Deutschland. Mit der Zeit erweiterte man den anfänglichen Produktverkauf um branchentypische Dienstleistungen wie IT‑Service, IT-Beratung und zum Schluss das komplette Management von IT‑Umgebungen für Unternehmenskunden.

Der Börsengang war im Jahr 1999, als der Hype um Techs und den Neuen Markt in Deutschland richtig Fahrt aufnahm. Aus der Studi-Firma von einst ist mittlerweile ein Unternehmen mit nahezu 4.000 Mitarbeitern geworden, vertreten an mehr als 60 Standorten in Europa und in den USA.

Q1 nicht ganz so dolle 

In den vergangenen Jahren ist der Umsatz kontinuierlich gewachsen – in der Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres stehen rund 1,3 Milliarden Euro. Leider ist der Faden im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres gerissen. Der Umsatz schwächte sich immerhin um 11 Prozent ab. Das war der allgemeinen Situation geschuldet, die landläufig durch den Begriff „Lieferkettenprobleme“ etwas verharmlosend charakterisiert wird. So war IT-Hardware nicht in dem Umfang verfügbar, wie sie benötigt wurde. Wenn aber keine Produkte in den Regalen stehen, kann der Vertrieb auch nichts verkaufen.

Zudem habe es nach Unternehmensangaben geringere Abrufe aus Rahmenverträgen, die mit der öffentlichen Verwaltung geschlossen worden waren, gegeben. Erfreuliche Nachricht. Das EBIT stieg um 7 Prozent. Verantwortlich dafür war die dynamische Entwicklung des Cloud-Segments, das als vergleichsweise margenstark gilt.

Für die kommenden Jahre prognostiziert der Vorstand einen spürbaren Anstieg von Gewinn und Umsatz. So sollen die Umsatzerlöse bis zum Jahr 2025 im Jahresschnitt um 18 Prozent wachsen, dass EBITDA sogar durchschnittlich um 23 Prozent. Die Frage aller Fragen lautet deshalb momentan: Sind diese durchaus positiven Zukunftsaussichten heute im Aktienkurs enthalten?

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Die Anteilsscheine des IT-Systemhauses (WKN: 541910) sind gleichsam ein Langstrecken-, wenn nicht gar Marathonläufer. In den vergangenen zehn Jahren erzielten geduldige Aktionäre mehr als 400 Prozent Gewinn. Es ist noch nicht einmal so lange her, um genau zu sein: es war Ende November vergangenen Jahres, da erreichte die Cancom Aktie ihr historisches Hoch bei knapp 64 Euro.

Von da an gings ziemlich rasant bergab in die Kursregion von rund 35 Euro. In diesem Bereich sucht der Aktienkurs nunmehr nach Halt. Sollte sich aber die Einschätzung des Vorstands zur künftigen Entwicklung des Umsatzes und des EBITDAs bewahrheiten, scheint die Cancom Aktie momentan günstig. Anleger mit dem Hang zu einer Prise Spekulation können jetzt einsteigen – in der Hoffnung, dass die Lieferkettenprobleme besser früher als später gelöst werden.