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Auto1 Group – wir kaufen deine Aktie … nicht!

Inhaltsverzeichnis

Was für ein Absturz: Innerhalb von 15 Monaten ist der Aktienkurs des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 von über 56 Euro auf bis zu 7,52 Euro abgestürzt. Wir kaufen die Aktie jetzt erst recht … nicht!

Hohes Wachstumstempo

Dabei wächst das Unternehmen, das vor allem durch die Marke „wirkaufendeinauto.de“ bekannt geworden ist, weiterhin in hohem Tempo, wie die Zahlen für das erste Quartal 2022 (Q1) belegen. Allerdings wachsen die Verluste noch schneller. Und das mögen die Anleger nicht.

Um 82 % hat sich der Umsatz der Auto1 Group in Q1 gegenüber dem Vorjahr erhöht – auf 1, 64 Milliarden Euro. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge stieg um 30 % auf knapp 170.000, der durchschnittliche Verkaufspreis um 40 % auf über 9.600 Euro. Das Wachstum wurde jedoch teuer erkauft: Der bereinigte operative Verlust (EBITDA) schnellte mit 47,6 Millionen um 230 % nach oben. Ein Jahr zuvor hatte der SDAX-Wert „nur“ 14,3 Millionen Euro Minus erzielt.

Das Geschäft mit Autohändlern floriert

Die Auto1 Group ist europaweit aktiv, und das nicht nur bei privaten Autoverkäufern. Die Endverbrauchersparte, die international unter Autohero firmiert, erzielte mit Umsätzen von gut 244 Millionen Euro lediglich 15 % der Gesamterlöse. Den Löwenanteil und das höhere Wachstumstempo steuerte das Geschäft mit Autohändlern bei.

Auto1 kauft einen Teil ihrer Gebrauchtwagenbestände auf und verkauft sie weiter. Das Problem dabei. Die Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufpreisen, der Rohertrag, klettert nur langsam nach oben.

In Q1 2022 konnte das Unternehmen zwar mit 731 Euro einen um  gut 10 % höheren durchschnittlichen Rohertrag je Fahrzeug erzielen als ein Jahr zuvor – aber für schwarze Zahlen ist das noch viel zu wenig. Dazu braucht Auto1 mindestens 1.000 Euro. Dies will das Unternehmen bis Ende 2023 erreichen und dann auch erstmals einen bereinigten operativen Gewinn ausweisen. Diese Prognose behält der Vorstand nach den Q1-Zahlen bei, ebenso die Prognosen für das Gesamtjahr.

Analysten sehen viel Kurspotenzial

Der Aktienkurs hat im Vormittagshandel nach anfänglichen Verlusten ins Plus gedreht und bei Kursen um 8 Euro gut 3 % zugelegt. Die Skepsis vieler Anleger rührt aus den Enttäuschungen nach dem Börsengang Anfang 2021 her. In der allgemeinen Euphorie für Internetaktien schoss der erste Börsenkurs gleich auf 55 Euro hoch – bei einem Emissionspreis von 38 Euro. Diese Phase nutzen einige Altaktionäre, insbesondere Ventura Capital Fonds, ab Mitte 2021 zum Kasse machen. Dieser Verkaufsdruck ließ den Kurs immer stärker purzeln, zumal sich auch die allgemeine Stimmung für Technologiewerte eingetrübt hat.

Im Gegensatz zu den Anlegern sind die Analysten mehrheitlich optimistisch. Allerdings unterscheiden sich ihre Kursziele deutlich. Die Deutsche Bank sieht die Aktie extrem unterbewertet und hält 32 Euro für einen fairen Preis, UBS erwartet 27,20 Euro, Barclays 25 Euro und Goldman Sachs 20,60 Euro. Nur JP Morgan tanzt mit einem auf 11, 60 Euro reduzierten Kursziel aus der Reihe.