Auslaufmodell Bargeld: Mobile Payments gehört die Zukunft

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Virtuelle Kreditkarten werden immer beliebter. Bei einer virtuellen Kreditkarte erhalten Sie keine Plastikkarte, sondern eine Karte in digitaler Form, in der Regel via Smartphone-App. Es gibt mittlerweile auch virtuelle Prepaid-Cards, die Sie flexibel aufladen können. Attraktiv sind vor allem „Disposable Virtual Cards“ (virtuelle Einwegkarten), die nur für eine einzelne Transaktion gültig sind und deswegen auch als Wegwerfkarten bezeichnet werden. Mit diesem neuen Kreditkartentypus können Sie Ihre Privatsphäre und Sicherheit bei Bedarf deutlich erhöhen.

Die Evolution der Kreditkarte: Vom „Ritschratsch-Gerät“ zu virtuellen Applikationen

Erinnern Sie sich noch, wie Kreditkartenzahlungen vor rund 20 Jahren noch abgewickelt wurden? Wenn Sie in einem Taxi mit Kreditkarte bezahlen wollten – falls das überhaupt möglich war, holte der Taxifahrer einen umgangssprachlich als „Ritschratsch-Gerät“ und in der Fachsprache als „Flachbett-Kreditkarten-Imprinter“ bezeichneten „Kartenleser“ aus dem Ablagefach. Auch in Geschäften oder Restaurants kam dieses heute längst antiquierte Gerät zum Einsatz, bei dem die eingeprägten Kreditkartendaten mittels einer Schiebebewegung auf ein Durchschlagpapier übertragen wurden. Der erstellte Beleg wurde dann vom Kunden unterschrieben und diente als Zahlungsdokumentation.

Heute leben wir in einer mobilen und kontaktlosen Zahlungsverkehrswelt in der Online-Bezahldienste wie PayPal, Klarna, Apple Pay, Amazon Pay und Google Pay in stark zunehmendem Maße zum Einsatz kommen. Die Corona-Pandemie hat den Trend weg vom Bargeld und hin zum Digitalgeld zuletzt massiv verstärkt. Bezahl-Apps für das Smartphone oder die Smartwatch erleichtern das kontaktlose Einkaufen ohne Bargeld auch ohne den Einsatz der physischen Kreditkarte, weil diese einfach in den jeweiligen Applikationen auf den mobilen Endgeräten hinterlegt werden kann.

Auslaufmodell Bargeld: Mobile Payments gehört die Zukunft

Beim Bezahlen via Mobile-Payment-Systemen wie Apple Pay wird im Hintergrund immer automatisch eine virtuelle Karte generiert. Dabei wird ein sicherer kryptographischer Schlüssel zur Abwicklung des Zahlungsverkehrsvorgangs erstellt. Dieser Vorgang nennt sich in der Fachsprache „Tokenisierung“. Als Kunde merken Sie davon nichts, da Ihnen die virtuelle Nummer nicht angezeigt wird. Auf diesem zuverlässigen Prinzip basieren auch Kryptowährungen (Token), deren Abwicklung über eine Blockchain erfolgt.

Auch rein virtuelle Kreditkarten kommen immer häufiger zum Einsatz. Bei einer virtuellen Kreditkarte erhalten Sie keine physische Karte mehr, sondern ausschließlich eine Digital-Funktion in Form einer Smartphone-App. Neben klassischen Kreditkarten werden auch aufladbare Prepaid-Kreditkarten und Debitkarten (Karte mit direktem Abbuchungsverfahren im Gegensatz zur Kreditkarte, bei der die Abbuchung kumuliert und zeitversetzt erfolgt) als rein virtuelle Karten immer beliebter.

Ein Bezahlvorgang mit virtuellen Kredit- und Debitkarten funktioniert im stationären Handel wie mit einer gewöhnlichen Plastikkarte. Nur, dass Sie im Geschäft statt einer Karte Ihr Smartphone vor das entsprechende Zahlungsverkehrsterminal, wie die Kartenlesegeräte offiziell heißen, halten und die Autorisierung über Ihr Smartphone vornehmen und nicht mehr durch Eingabe einer PIN oder einer Unterschrift. Für Einkäufe im Internet erhalten Sie die notwendigen Daten wie Kartennummer, Ablaufdatum und Prüfnummer (CVV bzw. CVC) in der App Ihres Anbieters angezeigt. Diese geben Sie dann einfach in das jeweilige Online-Formular ein.

Virtuelle Einwegkarten erhöhen Ihre Sicherheit im bargeldlosen Zahlungsverkehr

Der größte Vorteil von virtuellen Kredit- und Debitkarten besteht darin, dass Sie diese im Bedarfsfall jederzeit ganz einfach und schnell neu erstellen können. Aus Sicherheitsgründen ist es beispielsweise empfehlenswert, dass Sie für Ihre Einkäufe im Internet eine gesonderte virtuelle Karte verwenden. Für den Fall eines Diebstahls Ihrer Kartendaten oder eines Konflikts mit einem Anbieter eines Online-Shops bzw. einer Online-Dienstleistung können Sie Ihre virtuelle Karte auf Knopfdruck sofort sperren. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, dass eine virtuelle Karte innerhalb von wenigen Sekunden ausgestellt wird. Sie müssen daher nicht warten, bis Sie eine neue Plastikkarte erhalten, sondern können eine neu erstellte virtuelle Karte umgehend zum Bezahlen einsetzen.

Ich kaufe häufiger auch in Online-Shops mit Sitz in Asien oder Übersee ein. Dabei tätige ich auch immer wieder Erst- bzw. Testbestellungen bei Anbietern, zu denen ich noch keinerlei Erfahrungswerte in Bezug auf ihre Seriosität und Zuverlässigkeit habe. Für den Bezahlvorgang nutze ich hier ausschließlich virtuelle Einwegkarten. Das Prinzip einer Einwegkarte ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Ihre Kartendaten werden lediglich für einen einzigen Einkauf genutzt. Nach einer Transaktion ist die Kartennummer für weitere Transaktionen ungültig. Über die App des Anbieters einer Wegwerfkarte wird automatisch eine neue Kartennummer, ein neues Ablaufdatum und ein neuer Sicherheitscode für Ihren nächsten Zahlungsvorgang erstellt. Die Gefahr des sogenannten Skimmings, also der physischen Kopie einer Karte, besteht bei einer virtuellen Karte nicht.

Virtuelle Einwegkarten schützen Sie auch vor Fehlern und Abofallen

Die virtuellen Einwegkarten schützen nicht nur vor fragwürdigen Onlinehändlern, sondern erfüllen auch im privaten Umfeld wertvolle Dienste. Wenn Sie beispielsweise einem Familienmitglied oder Freund Ihre Karte nur für einen Vorgang zur Verfügung stellen möchten, um eine bestimmte Zahlung auszuführen, sind diese Einwegkarten hervorragend geeignet. Wie häufig lesen wir davon, dass eine utopisch hohe Rechnung angefallen ist, weil jemand unbewusst einen teuren Abovertrag abgeschlossen hat.

Ich erstelle beispielsweise meinen beiden Kindern wiederholt virtuelle Einwegkarten, die Sie für den Kauf von Online-Spielen verwenden dürfen. Dadurch lernen meine Kinder frühzeitig den so wichtigen Umgang mit Geld und modernen Zahlungsverkehrssystemen. Außerdem kann ich klare Vorgaben treffen und habe die volle Kontrolle. Zusätzlich habe ich die Sicherheit, dass durch meine Kinder keine Abofallen abgeschlossen werden, mit unter Umständen gravierenden finanziellen Folgen und damit verbundenem Aufwand und großem Ärger. Aufgrund dieser schützenden Eigenschaften bewerte ich die virtuellen Einwegkarten auch für ältere Menschen als sehr vorteilhaft. Dabei setze ich auf drei Anbieter virtueller Einwegkarten, die ich auch meinen Lesern von „Kapitalschutz vertraulich“ empfehle.