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Adidas: Entspannung bei Corona schon im Aktienkurs enthalten?

Inhaltsverzeichnis

Erst kürzlich hat Adidas Vorstandschef Kasper Rørsted einen recht erfreulichen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gegeben. Positive Impulse erwartet der gebürtige Däne und frühere Henkel CEO von der weltweiten Aufhebung staatlicher Corona Restriktionen und von der – wegen des Nachholbedarfs der Verbraucher – deutlich wachsenden Konsumfreude. Fraglich ist dennoch, ob der Adidas Aktienkurs schon eine ordentliche Portion Vorschusslorbeeren enthält oder der Einstieg auch jetzt noch sinnvoll ist.

Überzeugende Zahlen für das Geschäftsjahr 2021

Zugegeben, das Pandemiejahre 2020 war für den Einzelhandel nicht gerade rosig. Auch Adidas, die nach wie vor beträchtliche Umsätze mit dem stationären Handel machen, musste Federn lassen. Doch komplett gerupft wurde der Sportausrüster und Anbieter trendiger Freizeitmode nicht. Immerhin machten die Herzogenauracher noch einen schönen Gewinn von rund 430 Millionen Euro. Nach knapp 2 Milliarden Euro in 2019.

Im Geschäftsjahr 2021 explodierte der Gewinn förmlich auf rund 2 Milliarden Euro, wobei der Umsatz wechselkursbereinigt um „nur“ 16 Prozent stieg. Das signalisiert – zumindest in den wichtigen Adidas Märkten – eine Konsumfreude sondergleichen. Offenbar strömten die Menschen geradezu in die Einzelhandelsgeschäfte oder ins benachbarte Sport Outlet. Aussuchen, Begutachten, Betasten und Anprobieren gehören nun einmal zum bevorzugten Shopping-Erlebnis, das Onlinehändler praktisch nicht bieten können.

Positiver Ausblick auf das Geschäftsjahr 2022

Adidas CEO Rørsted erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatzanstieg zwischen 11 und 13 Prozent. Zugleich soll die operative Marge auf 10,5 bis 11 Prozent steigen, der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr entsprechend zulegen. Einen starken Wachstumsschub erhofft sich der Sportausrüster vom Ausbau des Direktvertriebs über hauseigene Shops und Online-Portale. Dies würde zwar zulasten des Umsatzes im Groß- und Einzelhandel gehen, zugleich aber die Marge spürbar verbessern.

Adidas Aktie jetzt noch kaufen? Oder besser doch nicht?

Die Anteilsscheine von Adidas notieren derzeit rund 30 Prozent unter den historischen Höchstkursen. Also doch ein Kauf? Eine Frage, die sich mit einem entschiedenen „Jein“ beantworten lässt. Absolut scheint die Adidas Aktie recht teuer, im Vergleich mit den beiden Wettbewerbern Nike und Puma aber nicht unbedingt.

Dies sich signalisieren die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) der drei Konkurrenten. Die Konsensschätzungen der Analysten für Adidas liegen für das laufende Geschäftsjahr bei einem KGV von knapp 21 und für 2023 bei 17,5. Demgegenüber beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis beim Konkurrenten Nike nach Schätzungen im laufenden Jahr rund 25 und im kommenden Geschäftsjahr 21,5.

Für Puma lautet die Schätzung für das Geschäftsjahr 2022 knapp 26, im kommenden Jahr liegt der Analysten-Konsens bei einem 20er KGV. Zumindest auf Grundlage des Kurs-Gewinn-Verhältnisses scheint Adidas einen ticken günstiger als die beiden Konkurrenten.

Die PEG-Ratio, die das KGV ins Verhältnis zum Wachstum stellt, spricht mehr für Adidas denn für Nike. Auf Grundlage des PEG scheint die Adidas Aktie fair bewertet, die Anteilsscheine von Nike sind da eher zu teuer. In punkto PEG sind Adidas und Konkurrent Puma in etwa gleichauf.

Fazit: Kauf von Adidas Aktien hat momentan keine Eile

Adidas ist ein grundsolides und sehr gut gemanagtes Unternehmen, das sich in Pandemiezeiten bravourös geschlagen hat und nach wie vor schlägt. Wachstumsprobleme könnten allerdings aus den weiterhin gestörten Lieferketten resultieren und auch aus dem Ukraine Krieg und dem damit wegbrechenden Russlandgeschäft der Herzogenauracher. Zumindest momentan drängt sich ein Kauf der Adidas Aktie nicht auf.